Zöliakie: Zonulinspiegel als Biomarker

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Das Protein Zonulin gilt als Marker für eine erhöhte Durchlässigkeit der Darmschleimhaut, die wiederum als Schlüsselfaktor für die Entstehung von Autoimmunkrankheiten, einschließlich der Zöliakie (CD), gilt. Es kann sowohl im Blut als auch im Stuhl nachgewiesen werden, allerdings ist die klinische Relevanz des Zonulins bislang noch umstritten. Ein Team aus italienischen und US-amerikanischen Wissenschaftlern zeigt nun, dass der Zonulinspiegel in den Monaten vor der CD-Diagnose deutlich ansteigt und damit ein Biomarker für die Erkrankung sein könnte.

Um herauszufinden, ob die intestinale Permeabilität bei Risikokindern vor der CD-Diagnose verändert ist und ob Umweltfaktoren einen Einfluss auf den Zonulinspiegel haben, untersuchten Tracey M. DaFonte vom MassGeneral Hospital for Children in Boston, USA, 102 Kinder (51 CD-Fälle und entsprechende Kontrollen), die ≥12 Monate lang an der Studie teilnahmen und Gluten konsumierten. Die Forschenden bestimmten das Serumzonulin im Alter von 12 Monaten bis zur Diagnose der CD bzw. zum entsprechenden Zeitpunkt bei den Kontrollen. Zudem erfassten sie relevante klinische Faktoren, die von Interesse sein konnten.

Dabei fanden sie bei Kindern, die später eine CD entwickelten, in den 18,3 Monaten (IQR 6–78) vor der CD-Diagnose einen signifikanten Anstieg des Serumzonulins im Vergleich zu Kindern ohne CD.

Unter den zusätzlich berücksichtigten klinischen Faktoren fanden die Autoren einen Zusammenhang zwischen einer größeren Zahl an Antibiotikagaben und dem Anstieg des Zonulinspiegels im Laufe der Zeit bei CD-Patienten (p=0,04).

Fazit
Dies deutet den Forschenden zufolge darauf hin, dass Zonulin als Biomarker für das präklinische CD-Screening bei Risikokindern verwendet werden kann und dass mehrere Antibiotikagaben das CD-Risiko durch einen Anstieg der Zonulinspiegel erhöhen können. (ej)

Autoren: DaFonte TM et al.
Korrespondenz: Maureen M. Leonard; [email protected]
Studie: Zonulin as a Biomarker for the Development of Celiac Disease
Quelle: Pediatrics 2024;153(1):e2023063050.
Web: https://doi.org/10.1542/peds.2023-063050