Atopische Dermatitis: Häufigkeit des Badens ohne Einfluss11. August 2026 Wie oft Kinder mit Atopischer Dermatitis baden, hat keinen Einfluss auf die Schwere ihrer Hautsymptome. (Foto: © Petro – stock.adobe.com) Die Frage, wie oft Kinder mit atopischem Ekzem baden oder duschen sollten, beschäftigt betroffene Eltern täglich. Eine Online-Studie aus Großbritannien liefert nun eine klare Antwort: Ob täglich oder nur einmal wöchentlich gebadet wird, hat keinen signifikanten Einfluss auf die Schwere der Symptome. Bisherige internationale Leitlinien zur Behandlung des Atopischen Ekzems enthalten oft widersprüchliche Empfehlungen zur Badehäufigkeit, da die wissenschaftliche Evidenzlage bislang unzureichend war. Während einige Experten tägliches Baden zur Reinigung und Hydratation der Haut befürworten, warnen andere vor einer weiteren Austrocknung der Hautbarriere durch zu häufigen Wasserkontakt. Eine nun im „British Journal of Dermatology“ veröffentlichte „Eczema Bathing Study“ schafft nun mehr Klarheit und Sicherheit. Studiendesign berücksichtigt Bedarfe Betroffener Die Untersuchung ist Teil des „Rapid Eczema Trials“-Programms und zeichnet sich durch einen Citizen-Science-Ansatz aus: Patienten und Betreuer waren direkt an der Priorisierung der Forschungsfrage sowie am Studiendesign beteiligt. Insgesamt nahmen 438 Probanden (davon 108 Kinder unter 16 Jahren) mit selbstberichtetem Ekzem an der randomisierten, kontrollierten Studie teil. Die Teilnehmer wurden in zwei Gruppen randomisiert: Eine Gruppe sollte über einen Zeitraum von vier Wochen täglich (mindestens sechsmal pro Woche) baden oder duschen, während die andere Gruppe die Häufigkeit auf ein- bis zweimal pro Woche reduzierte. Als primärer Endpunkt dienten die wöchentlich von den Patienten berichteten Symptome, gemessen mit dem validierten POEM-Score (Patient-Oriented Eczema Measure). Keine klinisch relevanten Unterschiede Die Ergebnisse der Studie zeigen eine hohe Konsistenz: Die Forschenden konnten keinen statistisch signifikanten oder klinisch bedeutsamen Unterschied zwischen den Gruppen feststellen. Der bereinigte Mittelwertunterschied im POEM-Score über vier Wochen betrug lediglich -0,4 Punkte (95 %-Konfidenzintervall -1,3 bis 0,4; p=0,30), was weit unter der als klinisch relevant definierten Schwelle von 2,2 Punkten liegt. Auch bei den sekundären Endpunkten wie der Intensität des Juckreizes, der allgemeinen Krankheitskontrolle oder der hautbezogenen Lebensqualität ergaben sich keine nennenswerten Unterschiede. Zudem wurden keine schwerwiegenden unerwünschten Ereignisse oder Schäden im Zusammenhang mit der Dusch- oder Badehäufigkeit gemeldet. Fazit für die Praxis: Individuelle Vorlieben entscheiden Die Studienautoren betonen, dass diese Erkenntnisse sowohl für Kliniker als auch für Patienten eine große Erleichterung darstellen. Anstatt starren, oft als belastend empfundenen Vorgaben zu folgen, können Betroffene so oft baden oder duschen, wie sie mögen oder es notwendig ist. Für Fachpersonal bedeutet dies, dass sie Patienten nun evidenzbasiert dazu ermutigen können, die Routine beizubehalten, die sich für sie am besten anfühlt. Wichtig bleibe jedoch, andere Aspekte der Basispflege, wie die regelmäßige Anwendung von Emollientien, unabhängig von der Badehäufigkeit konsequent fortzführen, betonen die Autoren. (ej)
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