Ausschließlich lokale Salvage-Therapie bei lokalem Rezidiv eines Prostatakarzinoms nach Strahlentherapie11. September 2026 3d rendered medically accurate illustration of prostate cancer Bei sorgfältig ausgewählten Patienten mit lokalem Rezidiv eines mit Bestrahlung behandelten Prostatakarzinoms (PCa) können lokale Salvage-Therapien ausreichen, ohne direkt eine Androgendeprivationstherapie (ADT) einzuleiten. Darauf deuten die Ergebnisse einer systematischen Übersichtsarbeit und Metaanalyse hin. Die Standardbehandlung eines PCa mit Rezidiv nach Strahlentherapie umfasst eine systemische Therapie. Einige Patienten möchten jedoch unerwünschte Ereignisse (UE) vermeiden, die mit einer ADT einhergehen, betonen Erstautor Marcin Miszczyk, Research Fellow an der Medizinischen Universität Wien, und seine Kollegen. In ihrer Arbeit haben sie daher die Behandlungsergebnisse verschiedener rein lokaler Therapien in dieser Situation analysiert. Dafür wählten sie prospektive und retrospektive Studien aus, die lokale Salvage-Therapien ohne begleitende systemische Behandlung bei lokal rezidivierendem PCa nach definitiver Strahlentherapie untersuchten. Die infrage kommenden Studien lieferten Daten zum ADT-freien Überleben (ADT-FS) und/oder zum metastasenfreien Überleben (MFS), welche die primären Endpunkte der Metaanalyse darstellen. Die Wissenschaftler kontaktierten zudem die Autoren der ausgewählten Arbeiten, um zusätzliche Daten zu erhalten. Großer Anteil kommt lange ohne ADT aus Miszczyk und Kollegen fanden 31 Studien mit insgesamt 4525 Patienten, die folgende Salvage-Verfahren zum Gegenstand hatten: High-Dose-Rate-Brachytherapie (HDR-BT; 336 Patienten), Low-Dose-Rate-Brachytherapie (LDR-BT; 92 Patienten), stereotaktische Körperbestrahlung (SBRT; 213 Patienten), radikale Prostatektomie (sRP; 1476 Patienten), hochintensiver fokussierter Ultraschall (HIFU; 677 Patienten) oder kombinierte Verfahren (110 Patienten). Prospektive Studien machten etwa ein Viertel der Evidenzbasis aus (1055 Patienten); für die sRP ließ sich jedoch keine solche Studie identifizieren. Das gepoolte ADT-FS nach 2 und 5 Jahren (2887 Patienten) betrug 76,8 % bzw. 55,2 %. Der zweite primäre Endpunkt, das gepoolte MFS nach 2 und 5 Jahren (3425 Patienten), lag bei 90,4 % bzw. 75,2 %. Die Raten für schwerwiegende oder schwere unerwünschte Ereignisse (2308 Patienten) lagen bei 14 % für LDR-BT, 13 % für sRP, 5 % für HDR-BT, 5 % für HIFU, 4 % für SBRT und 2 % für die Kryotherapie. Die Wissenschaftler weisen darauf hin, dass im Hinblick auf die Patientenauswahl das Risiko einer Verzerrung bestand. Zu den Einschränkungen zählen sie außerdem das Fehlen randomisierter klinischer Studien. (ms/BIERMANN) Das könnte Sie ebenfalls interessieren: ctDNA schärft Prognose bei neu diagnostiziertem metastasierten Prostatakarzinom Hochrisiko-Prostatakrebs ohne Metastasen: Testosteron als Biomarker für Docetaxel-Zusatz
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