Bessere Sicht, mehr Sicherheit im OP: Videolaryngoskopie überzeugt im Vergleich4. August 2026 Laryngoskopie und Intubation im Trainingslabor. Oben links Laryngoskopie mit konventionellem Laryngoskop, rechts Einführung des Tubus. Unten links ideale Sicht auf Stimmbandebene, rechts korrekte Platzierung in der Trachea zwischen den Stimmbändern. (Quelle: Benedikt Schmid; Copyright: UKW) Mit welchem Verfahren beziehungsweise mit welchem Laryngoskop lassen sich bei der endotrachealen Intubation die besten Ergebnisse erzielen? Forschende liefern mit den Ergebnissen der COVALENT-Studie eine Antwort auf diese Frage. Autoren von der Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerztherapie des Universitätsklinikums Würzburg (UKW) haben gemeinsam mit Kollegen von anderen Kliniken festgestellt, dass Videolaryngoskope häufiger eine erfolgreiche Intubation bereits beim ersten Versuch ermöglichen, die Atemwegssicherung nach Fehlschlägen verkürzen und kleinere Verletzungen reduzieren. Die Ergebnisse ‒ veröffentlicht aktuell in „JAMA Netw Open“ ‒ sprechen dafür, die Videolaryngoskopie künftig als Standardverfahren im Operationssaal einzusetzen. Die Frage, ob Videolaryngoskope besser sind als herkömmliche, beantwortet Dr. Benedikt Schmid, Oberarzt in der Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerztherapie des UKW mit einem klaren „Ja“. Der Anästhesist und Leiter der AG Data Science and Reproducible Research verglich in einer multizentrischen Studie mit mehr als 2500 erwachsenen Patientinnen und Patienten die konventionelle mit der videogestützten Laryngoskopie bei perioperativen endotrachealen Intubationen. „Unsere Daten zeigen, dass die Videolaryngoskope die Intubation während einer Vollnarkose deutlich erleichtern und die Sicherheit erhöhen“, erläutert hält Schmid fest. Routine-Trachealintubationen: Videolaryngoskope mit deutlich höheren Erfolgsraten beim ersten Versuch In der COVALENT-Studie verglich Schmid mit einem Team von sechs Kliniken in Deutschland und Österreich erstmals drei Verfahren miteinander: die klassische direkte Laryngoskopie sowie zwei Formen der Videolaryngoskopie mit unterschiedlicher Geometrie. Die Erfolgsraten beim ersten Durchgang waren bei den Macintosh-Videolaryngoskopen (82,9%) und den hyperangulierten Videolaryngoskopen (87,6 %) signifikant höher als bei der direkten Laryngoskopie (78,2 %). „Beide Videoverfahren führten also häufiger bereits beim ersten Versuch zu einer erfolgreichen Trachealintubation“, berichtet Schmid. „Besonders gut schnitten Geräte mit stark gekrümmtem Spatel ab.“ Zudem gelang nach einem fehlgeschlagenen ersten Versuch die Intubation mit Videolaryngoskopen schneller und es traten seltener kleinere Verletzungen im Mund- und Rachenraum auf.„Die Ergebnisse sprechen dafür, die Videolaryngoskopie künftig als neuen Standard für die routinemäßige Atemwegssicherung im Operationssaal einzusetzen“, kommentiert Prof. Patrick Meybohm, Direktor der Würzburger Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerztherapie.Neben dem UKW waren an der COVALENT-Studie die Anästhesiologischen Kliniken der Universitätskliniken in Aachen, Bonn, Leipzig und Heidelberg sowie die Paracelsus Medizinische Privatuniversität Salzburg beteiligt. Das Projekt wurde von der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI) gefördert. Mehr zum Thema Videolaryngoskopie: Intubation im OP: Höhere Erfolgsrate mit Videolaryngoskopie
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