Biomarker im Liquor zur Diagnose der Parkinson-Krankheit10. Dezember 2025 Symbolbild: © Pixelshot/stock.adobe.com Eine neue Netzwerk-Metaanalyse zeigt, dass Liquor-Biomarker wie α-Syn-SAAs und NfL die Parkinson-Krankheit von anderen Parkinson-Syndromen und gesunden Kontrollen unterscheiden können. Es gibt mehrere Biomarker im Liquor (CSF), die potenziell zur Unterscheidung der Parkinson-Krankheit (PD) von atypischen Parkinson-Syndromen (APS) und Kontrollgruppen geeignet sind. Der Konsens über ihre diagnostische Leistungsfähigkeit ist jedoch noch begrenzt. Ziel der Studie war es, die diagnostische Genauigkeit von CSF-Biomarkern bei der Differenzierung von PD, APS und Kontrollgruppen mittels Netzwerk-Metaanalyse systematisch zu evaluieren und zu bewerten. Zudem sollte der klinische diagnostische Nutzen dieser Biomarker ermittelt und geprüft werden, ob sie als primäre Diagnose- und Differenzierungsinstrumente geeignet sind. In die Metaanalyse wurden 70 geeignete Studien mit insgesamt 4925 Patienten mit PD, 698 Patienten mit Multisystematrophie (MSA), 177 Patienten mit progressiver supranukleärer Blickparese (PSP), 78 Patienten mit Lewy-Körperchen-Demenz (DLB) sowie 3072 gesunden Kontrollpersonen (HC) oder nicht-neurologischen Kontrollen (NNC) eingeschlossen. Der Liquor-Alpha-Synuclein-Seed-Amplifikationstest zeigt die höchste diagnostische Genauigkeit Der Liquor-Alpha-Synuclein-Seed-Amplification-Assay (α-Syn-SAA) zeigte eine hohe diagnostische Genauigkeit mit einer gepoolten Sensitivität von 0,91 (95 %-KI 0,89–0,92) und einer Spezifität von 0,95 (95 %-KI 0,94–0,96) bei der Unterscheidung von PD und HC oder NNCs. Die Fläche unter der Kurve (AUC) der SROC-Kurve der Neurofilament-Leichtkette (NfL) im Liquor betrug 0,91 und ermöglichte eine effektive Unterscheidung zwischen PD und MSA. Sowohl α-Syn-SAAs als auch NfL wiesen eine ähnlich hohe diagnostische Genauigkeit bei der Differenzierung von PD und PSP auf. Lediglich Aβ1–42 im Liquor wurde für die Differenzialdiagnose zwischen PD und DLB evaluiert. Hierbei zeigte sich eine geringe gepoolte Sensitivität (0,59; 95 %-KI 0,49–0,69) und Spezifität (0,68; 95 %-KI 0,56–0,78). Insgesamt wiesen α-Syn-SAA unter 13 Liquor-Biomarkern die höchste relative diagnostische Odds Ratio (285,01; 95 %-KI: 156,72–475,89), relative Sensitivität (1,29; 95 %-KI: 1,19–1,41) und Spezifität (1,54; 95 %-KI: 1,39–1,72) auf. Damit zeigt dieser Test die höchste diagnostische Genauigkeit bei der Unterscheidung von PD-Patienten und HCs oder NNCs. NfL eignet sich zur Differenzierung von PD gegenüber MSA und PSP. Die Hauptbeschränkungen dieser Analyse liegen in der Abhängigkeit von Fall-Kontroll-Studien, die anfällig für Bias sind, sowie in der hohen Heterogenität einiger Biomarker. (lj/BIERMANN) Außerdem interessant zum Thema Parkinson: Genetische Blutanalyse zur Früherkennung von Parkinson Studie zeigt geschlechtsspezifische Unterschiede bei Parkinson
Mehr erfahren zu: "Charité-Studie: West-Nil-Virus ist in Berlin fest etabliert" Charité-Studie: West-Nil-Virus ist in Berlin fest etabliert Heimische Mücken können das West-Nil-Virus übertragen. Eine Berliner Studie hat untersucht, in welchen Lebensräumen das Ansteckungsrisiko am höchsten ist. Das Ergebnis hat die Wissenschaftler überrascht.
Mehr erfahren zu: "Digitale Pathologie: KI beschleunigt Diagnostik von Hirntumoren" Digitale Pathologie: KI beschleunigt Diagnostik von Hirntumoren Heidelberger Forschende haben ein KI-System entwickelt, das anhand digitalisierter Standardfärbungen mehr als 100 molekulare Untergruppen von Tumoren des zentralen Nervensystems erkennt und Ergebnisse innerhalb weniger Minuten liefert.
Mehr erfahren zu: "Im Alltag Musik zu hören, verbessert nicht die psychische Gesundheit" Im Alltag Musik zu hören, verbessert nicht die psychische Gesundheit Musik ist für viele Menschen ein Trostspender, Stimmungsaufheller oder Mittel gegen Einsamkeit. Doch führt häufiges Musikhören tatsächlich zu einer besseren psychischen Gesundheit? Forschende des Max-Planck-Instituts für empirische Ästhetik (MPIEA) in […]