Chemoimmuntherapie verbessert die Prognose beim Neuroblastom

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Kinder mit Neuroblastom, die auf die Erstbehandlung nicht angesprochen haben oder bei denen ein Rückfall aufgetreten ist, könnten laut den Ergebnissen einer klinischen Studie von einer Ergänzung der üblichen Chemotherapie durch eine Antikörperbehandlung profitieren.

Die im „Journal of Clinical Oncology“ veröffentlichten Ergebnisse zeigen, dass bei Kindern mit einer Hochrisikoform des Neuroblastoms die Behandlung mit Dinutuximab Beta (dB) zusätzlich zur Chemotherapie dazu führte, dass die Tumore der Patienten nach sechs Behandlungszyklen schrumpften.

Kinder, die zusätzlich zur üblichen Chemotherapie dB erhielten, zeigten eine signifikant verbesserte objektive Ansprechrate (ORR): Während bei der üblichen Behandlung 18,2 Prozent der Patienten einen Rückgang oder ein Verschwinden des Krebses zeigten, verbesserte sich diese Rate durch die Zugabe von dB auf 30,2 Prozent.

Darüber hinaus hatten die Patienten im Versuchsarm eine mediane progressionsfreie Zeit von elf Monaten und eine mediane Gesamtüberlebenszeit von fast 26 Monaten, verglichen mit etwa vier Monaten ohne Fortschreiten der Erkrankung und 17 Monaten Gesamtüberlebenszeit bei der üblichen Behandlung.

Schlechte Prognose bei rezidiviertem Neuroblastom

„Dies sind wirklich ermutigende Ergebnisse, die zur Entwicklung besserer Behandlungen für Kinder mit Neuroblastom beitragen werden“, erklärte Prof. Juliet Gray von der Universität Southampton und dem Universitätsklinikum Southampton (Großbritannien), korrespondierende Autorin der Studie. Sie kündigte an, die Kombination von Dinutuximab Beta mit Chemotherapie, die sogenannte Chemoimmuntherapie, in der BEACON-2-Studie weiter zu untersuchen. Diese Phase-II-Studie wird derzeit in vielen Zentren im Vereinigten Königreich durchgeführt und zielt darauf ab, die Chemoimmuntherapie zu verbessern.

Prof. Amos Burke, Direktor der Cancer Research UK Clinical Trials Unit an der Universität Birmingham, erklärte: „Kinder, deren Neuroblastome rezidivieren oder nicht auf die Erstbehandlung ansprechen, haben derzeit leider eine sehr schlechte Prognose. Diese Ergebnisse sind sehr wichtig und könnten die Chancen dieser Kinder verbessern.“

Vielversprechende Ergebnisse des BEACON-Konsortiums 

An der BEACON-Studie nahmen 65 Patienten mit einem Durchschnittsalter von vier Jahren teil, darunter 28 Patienten mit refraktärem und 37 Patienten mit rezidivierendem Neuroblastom.

Neben der Messung der ORR und der Überlebenszeiten erfasste das BEACON-Konsortium auch die Neurotoxizität der Behandlungsarme. Diese trat in der dB-Gruppe häufiger auf (Grad 1 und 2: 26% vs. 9%, Grad 3: 2,3% vs. 4,5%), andere Toxizitäten waren jedoch ähnlich. 

Zuvor veröffentlichte Ergebnisse des globalen BEACON-Konsortiums hatten gezeigt, dass die Zugabe von Bevacizumab zur Chemotherapeutika zu einer Verkleinerung der Tumore der Patienten führte. Die Ergebnisse führten zu Änderungen in der Behandlung von Neuroblastomen durch britische Kinderonkologen. Die Studie BEACON-2 untersucht nun den Unterschied zwischen einer Kombination von Medikamenten, darunter Bevacizumab, und einer dB-Chemoimmuntherapie. (ej/BIERMANN)