COVID-19 erhöht bei Kindern und Jugendlichen das Risiko für Typ-2-Diabetes21. Oktober 2024 Foto: © Maya Kruchancova – stock.adobe.com Bei Erwachsenen wurde während der Corona-Pandemie eine Zunahme neu auftretenden Typ-2-Diabetes (T2D) nach einer COVID-19-Diagnose beobachtet. Eine retrospektive Studie stellt einen solchen Zusammenhang nun auch für Kinder und Jugendliche fest. Die Kohortenstudie nutzte elektronische Gesundheitsdaten der TriNetX-Analyseplattformen zwischen dem 1. Januar 2020 und dem 31. Dezember 2022. Eingeschlossen wurden 613.602 pädiatrische Patienten im Alter von zehn bis 19 Jahren ohne vorbestehenden Diabetes. Zielparameter der Studie war die Neudiagnose eines T2D, verglichen anhand von Risikoverhältnissen (RR), ein, drei und sechs Monate nach der Indexinfektion mit SARS-CoV-2 (n=306.801) oder anderen Erregern von Atemwegserkrankungen (ORI; n=306.801). Das Durchschnittsalter beider Studiengruppen betrug zum Zeitpunkt der Indexinfektion 14,9±2,9 Jahre, 52,8 Prozent beziehungsweise 52,6 Prozent der Teilnehmer waren weiblich. Wie die Auswertung der Daten ergab, war das Risiko einer neuen T2D-Diagnose in der SARS-CoV-2-Gruppe vom Tag der Infektion bis sechs Monate nach der COVID-19-Diagnose signifikant erhöht, verglichen mit der angepassten Kohorte mit ORI (RR nach 1 Monat: 1,55; 95%-KI 1,28–1,89; RR nach 3 Monaten: 1,48; 95%-KI 1,24–1,76; RR nach 6 Monaten: 1,58; 95%-KI 1,35–1,85). Ähnliche Ergebnisse wurden in einer als übergewichtig oder adipös eingestuften Teilpopulation (RR nach 1 Monat: 2,07; 95%-KI 1,12–3,83; RR nach 3 Monaten: 2,00; 95%-KI 1,15–3,47; RR nach 6 Monaten: 2,27; 95%-KI 1,38–3,75) sowie in der Teilpopulation von stationär behandelten Patienten (RR nach 1 Monat: 3,10; 95%-KI 2,04–4,71; RR nach 3 Monaten: 2,74; 95%-KI 1,90–3,96; RR nach 6 Monaten: 2,62; 95%-KI 1,87–3,66) gefunden. Eine ähnliche Erhöhung des Risikos wurde nach drei und sechs Monaten festgestellt, wenn Patienten ausgeschlossen wurden, bei denen die T2D-Diagnose bereits im Monat nach der Indexinfektion gestellt wurde. Die Autoren der Studie empfehlen weitere Untersuchungen, um herauszufinden, ob der Diabetes im späteren Leben bestehen bleibt oder sich zurückbildet. (ej)
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