Erreichen einer Remission bei Morbus Crohn: In der Entwicklung befindliches Medikament erscheint vielversprechend27. Juni 2025 Foto: © lexiconimages/stock.adobe.com Die Ergebnisse einer internationalen Phase-IIa-Studie deuten darauf hin, dass ein experimenteller monoklonaler Antikörper, der auf das Protein TL1A abzielt, eine neue Behandlungsoption für Patienten mit Morbus Crohn darstellen könnte. Der monoklonale Antikörper mit dem Namen Tulisokibart hat kürzlich auch in einer separaten Phase-II-Studie, bei der es um die Behandlung der Colitis ulcerosa ging, vielversprechende Ergebnisse erzielt, heißt es in einer Mitteilung der Institution. „Diese Erkenntnisse [der aktuellen Studie] sowie die kürzlich veröffentlichten positiven Ergebnisse bei Colitis ulcerosa [wir berichteten] sprechen nachdrücklich für diesen Ansatz als völlig neue Therapie für Menschen mit entzündlichen Darmerkrankungen“, erklärt der Kliniker und Genetiker Dr. Dermot McGovern. Er leitet die Abteilung für translationale Forschung am F. Widjaja Inflammatory Bowel Disease Institute am Cedars-Sinai Medical Center und ist Seniorautor der neuen Publikation in „The Lancet Gastroenterology & Hepatology“. Er hat zusammen mit Kollegen am Cedars-Sinai Medical Center in Los Angeles (USA) an der Entwicklung von Tulisokibart mitgewirkt. Der Wirkmechanismus von Tulisokibart wurde sowohl durch genetische als auch durch immunologische Arbeiten identifiziert, die größtenteils von der Arbeitsgruppe für entzündliche Darmerkrankungen am Cedars-Sinai durchgeführt wurden, betont der Wissenschaftler. Medikament bewirkt gute Remissionsrate, wirksam auch gegen Fibrose In der Phase-IIa-Studie APOLLO-CD erhielten 55 Erwachsene mit M. Crohn über einen Zeitraum von zwölf Wochen Tulisokibart in unterschiedlichen Dosierungen. Fast 50 Prozent von ihnen erreichten eine klinische Remission, verglichen mit nur etwa 16 Prozent in früheren Studien. Die experimentelle Therapie könnte auch eine Fibrose bekämpfen, was laut Dr. Stephan Targan, ehemaliger Geschäftsführer des F. Widjaja Inflammatory Bowel Disease Institute am Cedars-Sinai Medical Center, weitreichende Auswirkungen hätte: „Die Fibrose ist ein großes Problem bei vielen chronischen Erkrankungen und kann schwerwiegende Komplikationen verursachen. Daher besteht großes Interesse daran, zu untersuchen, ob das von uns entwickelte Medikament auch über entzündliche Darmerkrankungen hinaus Vorteile bietet.“ Wie McGovern ergänzt, sprechen Daten aus der APOLLO-CD-Studie dafür, dass auf die Gabe von Tulisokibart ein rasches Ansprechen folgt – die Entzündungsmarker der Patienten sanken innerhalb einer Woche nach Therapiebeginn. „Das sind vielversprechende Neuigkeiten, denn wir wollen nicht nur die Genesung der Patienten fördern und ihre Remission erhalten, sondern ihnen auch dabei helfen, so schnell wie möglich wieder gesund zu werden“, unterstreicht der Seniorautor. Präzise Therapie dank Diagnosetool Ein weiterer positiver Aspekt: Tulisokibart wurde mit einem Diagnosetool entwickelt, um die Personen zu identifizieren, die am wahrscheinlichsten von dem Medikament profitieren. Dies würde die Präzisionsmedizin in die Behandlung von entzündlichen Darmerkrankungen einführen. Derzeit laufen weitere Studien an größeren Gruppen von Patienten, die sowohl mit M. Crohn als auch mit C. ulcerosa leiden: In den doppelblinden, placebokontrollierten Phase-III-Studien soll die Wirksamkeit und Sicherheit von Tulisokibart als Behandlung zur Herbeiführung und Aufrechterhaltung einer Remission bei Menschen mit CED ermittelt werden. Die aktuelle Studie wurde vom Unternehmen Prometheus Biosciences, einem Tochterunternehmen von Merck & Co., unterstützt.
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