Febrile Infekte: Drei Biomarker erleichtern die Unterscheidung zwischen Viren und Bakterien 6. September 2023 Foto: © StudioLaMagica – stock.adobe.com Bei fiebrigen Kindern, die in der Notaufnahme vorgestellt werden, auf der Grundlage klinischer Symptome zwischen bakteriellen und viralen Infektionen zu unterscheiden, ist schwierig. Dabei ist es wichtig für die Therapie. Ein niederländisch-britisches Forscherteam hat nun eine Kombination aus drei Biomarkern identifiziert, die diese Differenzierung erleichtern kann. Dazu führten Chantal Tan vom Erasmus MC-Sophia Children‘s Hospital in Rotterdam, Niederlande, und Kollegen zunächst eine Literaturrecherche durch, um diejenigen Biomarker im Blut zu identifizieren, die in der Lage sind, bakterielle und virale Infektionen zu unterscheiden. In die engere Auswahl kamen sieben Protein-Biomarker: Procalcitonin, TNF-related apoptosis-inducing ligand (TRAIL), Interleukin(IL)-4, IL-6, Interferon gamma-induced protein-10 (CXCL-10), Interferon-gamma und Lipocalin 2 (LCN2). Deren Spiegel bestimmten die Forschenden anschließend mithilfe eines bead-basierten Immunassays im Blutplasma von Kindern mit einer bestätigten bakteriellen oder viralen Infektion, die eine Notaufnahme in den Niederlanden aufsuchten. Mit einer linearen Modellierung klassifizierten die Autoren dann bakterielle und virale Infektionen und wendeten einen zuvor entwickelten Algorithmus zur Merkmalsauswahl an, um die optimale Kombination von Proteinen auszuwählen. Zuletzt führten sie eine Subgruppenanalyse dieser Proteinsignatur bei Patienten mit C-reaktivem Protein <60 mg/l durch, die eine klinisch schwierige Diagnosegruppe darstellen. Insgesamt konnten die Mediziner 102 Kinder in ihre Analyse einschließen (n=67 mit bestätigter bakterieller, n=35 mit bestätigter viraler Infektion). Die individuelle Leistung der sieben Biomarker bei der Klassifizierung von bakteriellen und viralen Infektionen reichte von 60,8–74,5 Prozent der ROC-AUC. Die Kombination aus TRAIL, LCN2 und IL-6 erwies sich als beste Protein-Signatur mit einer AUC von 86 Prozent (95 %-KI 71,3–100). Bei 57 Patienten mit C-reaktiven Proteinwerten <60 mg/l erreichte die Drei-Protein-Signatur eine AUC von 85,1 Prozent (95 %-KI 75,3–94,9). (ej)
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