Grundschulkinder lernen schneller als alle anderen Altersgruppen3. März 2025 Foto: © Indus International School Bangalore – Pixabay Assoziatives Lernen ist eine entscheidende Fähigkeit für die Anpassung an die Umwelt. Es hat großen Einfluss auf unsere psychische Gesundheit. Eine Studie des Forschungs- und Behandlungszentrums für psychische Gesundheit der Ruhr-Universität Bochum zeigt, dass Kinder im Grundschulalter in dieser Hinsicht die höchste Lernleistung zeigen. Bisher war unklar, wie sich das assoziative Lernen über verschiedene Lebensabschnitte hinweg entwickelt. Das Team um Prof. Silvia Schneider, Professorin für Klinische Kinder- und Jugendpsychologie, und Dr. Carolin Konrad hat daher Säuglinge, Kinder, Jugendliche und Erwachsene erstmals systematisch mit Blick auf diese Fähigkeit untersucht. In der Studie sollten Probandinnen und Probanden lernen, auf einen Reiz mit einer bestimmten Reaktion zu reagieren. Die Ergebnisse waren für das wissenschaftliche Team überraschend: „Wir sind ursprünglich davon ausgegangen, dass sich das assoziative Lernen mit zunehmendem Alter kontinuierlich verbessert“, berichtet Konrad. Tatsächlich habe sich aber ein deutliches Leistungsmaximum im Grundschulalter gezeigt: „Kinder in diesem Alter erzielten die besten Ergebnisse, lernten am konsistentesten und zeigten die geringste Variabilität in ihrem Lernverhalten.“ Erwachsene und Jugendliche lernten zwar schneller als Säuglinge, erreichten jedoch nicht das Leistungsniveau der Grundschulkinder. Ebenso zeigte sich, dass bei Säuglingen und Jugendlichen die erneute Präsentation des Gelernten eine entscheidende Rolle spielt. Eine zusätzliche Lernsitzung führte zu einer Verbesserung der Lernleistung in diesen Altersgruppen. Grundlage für das Verständnis von Auffälligkeiten im Assoziationslernen Insgesamt zeigt die Studie, dass assoziatives Lernen über die gesamte Lebensspanne hinweg vorhanden ist, dass die Lernraten und -mengen jedoch variieren. „Die systematische Untersuchung des alterstypischen assoziativen Lernens während der Entwicklung bis ins Erwachsenenalter bildet die Grundlage für das Verständnis von Störungen des assoziativen Lernens, die mit der späteren Entwicklung psychischer Erkrankungen verknüpft sind“, erläutert Konrad.
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