Kein Zusatznutzen bei Laserbehandlung frühkindlicher Blutschwämmchen10. Juni 2022 Foto: © Ольга Иванова – stock.adobe.com Das wissenschaftliche Team des IGeL-Monitors hat die IGeL “Farbstofflaserbehandlung von unkomplizierten, frühkindlichen Blutschwämmchen” nach erster Bewertung 2015 erneut mit “tendenziell negativ” bewertet. Meist bilden sich unkomplizierte Blutschwämmchen von selbst zurück, eine Laserbehandlung bringt keinen zusätzlichen Nutzen, kann aber der betroffenen Hautregion schaden. Eine Farbstofflaserbehandlung von unkomplizierten Blutschwämmchen beim Säugling wäre nützlich, wenn diese sich, verglichen mit einer Nichtbehandlung, schneller und vollständig zurückbilden würden. Berücksichtigt wurden alle Studien, die die Behandlung mit dem Farbstofflaser explizit mit einer Beobachtung ohne Behandlung verglichen hatten. Seit der ersten Bewertung dieser IGeL im April 2015 sind den Wissenschaftlern zufolge – auch in den aktualisierten Reviews – keine neuen relevanten Ergebnisse hinzugekommen. Was die Rückbildung eines unkomplizierten Blutschwämmchens betreffe, zeige die Behandlung mit dem Farbstofflaser keinen zusätzlichen Nutzen gegenüber einer Nichtbehandlung, so das Fazit der Untersuchung. Sie hatte zwar den Effekt, dass die Rötung des Hämangioms etwas stärker zurückging als bei nichtbehandelten Kindern. Insgesamt lasse sich jedoch anhand der Ergebnisse kein eindeutiger Vorteil der Farbstofflaserbehandlung gegenüber der kontrollierten Beobachtung ableiten, lautet das Resümée der Bewertung. Allerdings zeigten die Studien, dass bei den mit Farbstofflaser behandelten Kindern mehr Schäden auftraten: Bei mehr als einem Viertel der behandelten Kinder war die Haut an der behandelten Stelle stärker ausgedünnt, bei den Nichtbehandelten waren es unter zehn Prozent. Und bei knapp jedem zweiten behandelten Kind war die Haut heller als die Umgebungshaut, bei den Nichtbehandelten nur bei jedem sechsten Kind. Die Behandlung komplizierter Blutschwämmchen, die die Entwicklung und die Gesundheit des Säuglings beeinträchtigen können, ist eine Kassenleistung. Hier hat sich gegenüber der Lasertherapie eine medikamentöse Behandlung mit dem Beta-Blocker Propranolol als Therapie der Wahl durchgesetzt. Das empfehlen auch medizinische Leitlinien. Bei etwa vier bis zehn Prozent der Neugeborenen, bei Frühgeborenen etwas öfter, bei Mädchen dreimal so häufig wie bei Jungen, bilden sich in den ersten Tagen oder Wochen nach der Geburt Hämangiome. Typischerweise wachsen sie im ersten Jahr und bilden sich danach in der Regel von selbst wieder langsam zurück. Bei mehr als der Hälfte der betroffenen Kinder bildet sich das Hämangiom bis zum vierten Lebensjahr wieder vollständig zurück, bei 90 Prozent der Kinder bis zum neunten Lebensjahr.
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