Kleinkinder sind Hochrisikogruppe für Brandverletzungen29. Mai 2018 Foto: © Africa Studio – Fotolia.com Säuglinge und Kleinkinder stellen eine Hochrisikogruppe für Brandverletzungen dar. Dies zeigt eine Auswertung des Arbeitskreises „Das schwerbrandverletzte Kind“ unter dem Dach der Deutschen Gesellschaft für Verbrennungsmedizin (DGV) in enger Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesellschaft für Kinderchirurgie. Jährlich werden deutschlandweit mehr als 30.000 Kinder mit thermischen Verletzungen ambulant und rund 6000 Kinder stationär behandelt. Verbrühungen, Feuer und Flammen, Kontaktverbrennungen, Strom sowie Verpuffung und Explosion führen zu gesundheitlichen Schäden mit oft lebenslanger Beeinträchtigung. Der Unfallschwerpunkt liegt klar im häuslichen Umfeld. Die aktuelle Auswertung bezieht sich auf circa 1200 Patienten in spezialisierten Kliniken. 75 Prozent der jungen Patienten sind zum Zeitpunkt der Aufnahme jünger als vier Jahre. Das Säuglings- und Kleinkindesalter stellt somit eine Hochrisikogruppe dar. 70 Prozent der Kinder haben eine Verbrühung, Jungen sind laut der Auswertung im Vergleich zu Mädchen doppelt so häufig wie Mädchen betroffen. Die altersabhängigen Verhaltensmuster zu kennen und zu berücksichtigen, ist der erste Baustein, das Risiko eines thermischen Unfalls zu verringern. Typischerweise dominieren in der Hochrisikogruppe Verbrühungen durch heiße Flüssigkeiten. Schon der Inhalt einer Tasse genügt, um 30 Prozent der Körperoberfläche eines 0- bis 4-jährigen Kindes zu verletzen. In den letzten Jahren haben vor allem Unfälle mit Schnellwasserkochern durch Ziehen am herabhängenden Stromkabel dramatisch zugenommen. Das typische Verletzungsmuster besteht in einer Verbrühung von Gesicht, Rumpf und Oberschenkeln. Kontaktverbrennungen, Strom und Verbrennungen mit Feuer betreffen etwas ältere Kinder, die durch ihre Neugier durch Zündeln mit Streichhölzern und Kerzen in Kontakt mit Feuer geraten. Die häufigsten Zündquellen für Textilbrände sind außerdem Adventsgestecke, Laternen und Wunderkerzen, Zigaretten, Gasflammen und der Holzkohlegrill. Insbesondere der Einsatz von Brandbeschleunigern führt jedes Jahr zu erheblichen Verletzungen durch Verpuffung vor allem im Gesicht. Der unvorsichtige Gebrauch von Böllern und Feuerwerkskörpern bei Jugendlichen führt oft zu schweren Verbrennungen, Augenverletzungen und Hörschäden. Experten des Arbeitskreises “Das schwerbrandverletzte Kind” treffen sich deshalb jährlich zu einer Jahrestagung und diskutieren über neue Behandlungsverfahren, Narbentherapie und neueste Forschungsentwicklungen. In diesem Jahr wurden Forschungsergebnisse zu innovativen Wundauflagen oder dem enzymatischen Debridement diskutiert sowie Konzepte schmerzarmer Verbandswechsel durch virtuelle Realität vorgestellt.
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