Kolorektalkrebs: Curcumin aktiviert Tumor-hemmenden Signalweg25. Mai 2023 Curcumin ist ein Bestandteil des Gewürzes Kurkuma. (Foto: © Cozine/stock.adobe.com) Forschende der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München haben einen Signalweg identifiziert, über den der Gewürzstoff Curcumin die Metastasierung von Dickdarmkarzinom-Zellen hemmen kann. In mehr als der Hälfte aller Fälle von Kolorektalkrebs ist ein wichtiger Schutzmechanismus der Zelle durch Mutationen ausgeschaltet, das Tumorsuppressorgen p53. Das Produkt dieses Gens, ein Transkriptionsfaktor, wiederum induziert das Mikro-RNA-Molekül miR-34, welches für die Tumorunterdrückung eine entscheidende Rolle spielt. Ein Team um Prof. Heiko Hermeking, Professor für Experimentelle und Molekulare Pathologie an der LMU, konnte nun in Zellkulturen und im Mausmodell zeigen, dass Curcumin, ein Bestandteil des Gewürzes Kurkuma, diesen ausgeschalteten Schutzmechanismus überbrücken kann, indem es einen alternativen Signalweg aktiviert, der die Bildung von miR-34 induziert. „In der Literatur gab es bereits Hinweise, dass Curcumin miR-34 induzieren kann“, sagt Hermeking, „aber es gab noch keine systematische Untersuchung dazu. Zudem war unklar, welcher Mechanismus dahinterstecken könnte.“ Mithilfe genetisch modifizierter, humaner Kolorektalkarzinom-Zell-Linien konnten die Forschenden nun zeigen, dass Curcumin in den Tumorzellen die Produktion reaktiver Sauerstoffspezies (ROS) erhöht. Diese setzen einen Signalweg in Gang, der über den Transkriptionsfaktor NRF2 zur Produktion von miR-34 führt – was dann eine vorzeitige Alterung der Tumorzellen bewirkt und programmierten Zelltod auslöst. „Außerdem ist die Fähigkeit der Tumorzellen, zu wandern und in umliegendes Gewebe einzudringen, beeinträchtigt“, sagt Hermeking. „Dass die durch Curcumin induzierte miR-34-Bildung so die Metastasierung von Dickdarmkarzinom-Zellen in die Lunge hemmt, konnten wir zudem im Mausmodell bestätigen.“ Des Weiteren sensitivierte Curcumin Tumorzellen über miR-34 für die chemotherapeutische Substanz 5-FU. Entscheidend für die Forschenden ist, dass diese Effekte unabhängig von p53 sind, das häufig in der Mehrzahl aller Tumorarten inaktiviert wird und auch nur schwer in allen Tumorzellen substituiert werden könnte. „Mit Curcumin haben wir eine Substanz gefunden, mit der in die Signalkaskade unterhalb von p53 eingegriffen wird, indem miR-34 aktiviert wird“, sagt Hermeking. Die Ergebnisse der Studie könnten nach Ansicht der Autoren interessante Ansatzpunkte für neue therapeutische Optionen ergeben, die in weiteren Studien verfolgt werden sollten.
Mehr erfahren zu: "CED: Warum Unverträglichkeiten gegen zuvor tolerierte Lebensmittel auftreten" CED: Warum Unverträglichkeiten gegen zuvor tolerierte Lebensmittel auftreten Chronische Entzündungen im Darm können bei Bakterien zu Veränderungen in der Verarbeitung von Nahrung führen und Immunreaktionen gegen Lebensmittel zur Folge haben, die zuvor problemlos konsumiert werden konnten.
Mehr erfahren zu: "Durchschnittlicher Zusatzbeitragssatz der Kassen bleibt stabil bei 2,9 Prozent" Durchschnittlicher Zusatzbeitragssatz der Kassen bleibt stabil bei 2,9 Prozent Der GKV-Schätzerkreis hat seine Prognosen für die finanziellen Rahmenbedingungen für 2027 abgegeben. Der Bundesgesundheitsminister wertet es als Erfolg des GKV-Spargesetzes, die KBV übt daran weiter Kritik.
Mehr erfahren zu: "Mikroplastik führt bei Mäusen zu Fettleber" Mikroplastik führt bei Mäusen zu Fettleber Von Larissa Apisa-Wirtz Mikro- und Nanoplastik kann offenbar die Funktion von Fresszellen in der Leber erheblich beeinträchtigen ‒ zumindest bei Mäusen. Dadurch kommt es nachgelagert zu einer Störung des Leberstoffwechsels […]