Magenkrebs: Forscher bestimmen neues therapeutisches Angriffsziel5. Januar 2021 Dr. Lorraine O’Reilly (links) und Dr. Tracy Putoczki leiteten die Studie, die einen neuen potenziellen Angriffspunkt in der Behandlung von Magenkrebs ergeben hat. (Foto: © WEHI, Australien) Forscher aus Australien haben einen wichtigen molekularen Regulator identifiziert, der an einer Progression und der Ausbreitung von Magenkrebs beteiligt ist. Die Wissenschaftler schlagen auf der Grundlage ihrer Erkenntnisse einen möglichen neuen Ansatz zur Behandlung vor. Das Team vom Walter and Eliza Hall Institute of Medical Research in Parkville, Victoria, entdeckte, dass die Entfernung von Tumornekrosefaktor in einem Labormodell verhinderte, dass Magenkrebs von einem frühen in ein fortgeschritteneres, schwerer zu behandelndes Stadium überging. Diese Entdeckung legt nahe, dass Magenkrebs auf TNF-Inhibitoren anspricht. Laut den Wissenschaftlern benötigen Magenkarzinom für ihre Entwicklung offenbar TNF. Diese Entdeckung legt nahe, dass Arzneimittel, die TNF hemmen und bereits bei anderen Krankheiten klinisch eingesetzt werden, eine wirksame neue Behandlung für Magenkrebs darstellen könnten. „Magenkrebs beim Menschen kann durch eine anhaltende Entzündung verursacht werden“, erläutert Seniorautorin Dr. Lorraine O’Reilly. „Unser Magenkrebsmodell, bei dem die Erkrankung durch das Fehlen des Proteins NF-KB1 ausgelöst wird, spiegelt genau die sequenziellen Veränderungen wider, die bei menschlichem Magenkrebs in einem frühen, entzündlichen Stadium auftreten.“ Die Wissenschaftlerin ergänzt: „Wir haben festgestellt, dass invasive Magenkrebserkrankungen einen hohen Anteil verschiedener an Entzündungen beteiligter Faktoren enthalten, darunter vier lösliche Proteine (Zytokine). Durch Entfernen jedes der vier Zytokine, die in unserem Modell erhöht waren, konnten wir beurteilen, wie wichtig jedes einzelne war. Daraus ergab sich, dass das Zytokin TNF für das Fortschreiten von Magenkrebs erforderlich war“, berichtet O’Reilly. Laut der Koautorin Dr. Tracy Putoczki erhöht die Entdeckung, dass TNF ein wichtiger Treiber bei der Entwicklung von Magenkrebs ist, die Möglichkeit, dass dieses Zytokin ein potenzielles therapeutisches Ziel darstellt. „Viele Therapien haben sich als vielversprechend bei der Behandlung entzündlicher Erkrankungen erwiesen, indem sie auf bestimmte Zytokine abzielen“, erläutert die Forscherin. „Interessanterweise gibt es bereits Medikamente im klinischen Einsatz, die TNF blockieren, insbesondere zur Behandlung von rheumatoider Arthritis. Unsere Forschung legt nun nahe, dass diese Therapien ein wirksamer und sicherer Weg sein könnten, um das Fortschreiten von Magenkrebs zu schwereren, invasiven Formen zu verhindern. Dies ist ein Bereich, den wir genauer untersuchen.“
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