Menopausale Hormontherapie nach Ovarialkarzinom beeinträchtigt Langzeitüberleben nicht18. August 2026 Symbolbild © Vitalii Vodolazskyi/stock.adobe.com Eine schwedische Kohortenstudie liefert keine Hinweise darauf, dass eine menopausale Hormontherapie nach operativ behandeltem Ovarialkarzinom das 10-Jahres-Überleben verschlechtert. Die Ergebnisse könnten die Behandlung junger Patientinnen erleichtern. Nach einer beidseitigen Salpingo-Oophorektomie aufgrund eines Ovarialkarzinoms treten prämenopausale Frauen unmittelbar in die chirurgisch induzierte Menopause ein. Ob eine postoperative systemische menopausale Hormontherapie (MHT) das Langzeitüberleben beeinflusst, wurde nun in einer bevölkerungsbasierten schwedischen Kohortenstudie untersucht. In die landesweite Analyse wurden 779 Frauen im Alter von 18 bis 50 Jahren eingeschlossen, die zwischen 2008 und 2015 wegen eines Ovarialkarzinoms operiert worden waren. Erfasst wurden Patientinnen mit epithelialem Ovarialkarzinom, nicht epithelialem Ovarialkarzinom sowie Borderline-Ovarialtumoren. Die Anwendung einer systemischen MHT wurde anhand des nationalen Arzneimittelregisters für den Zeitraum von einem Monat vor bis fünf Jahre nach der Operation dokumentiert. Primärer Endpunkt war das Gesamtüberleben. Kein Unterschied im 10-Jahres-Überleben Das mediane Alter bei der Operation betrug 45 Jahre, die mediane Nachbeobachtungszeit 11,7 Jahre. Von den 472 Frauen mit epithelialem Ovarialkarzinom erhielten 33 Prozent postoperativ eine MHT. Das 10-Jahres-Gesamtüberleben lag bei Patientinnen mit epithelialem Ovarialkarzinom unter MHT bei 52,4 Prozent (95%-KI 46,7–58,8) und ohne MHT bei 51,7 % (95%-KI 47,4–56,4). Zwischen beiden Gruppen bestand kein signifikanter Unterschied (HR 0,97; 95%-KI 0,73–1,30; p = 0,84). Auch in der Subgruppe von 367 Frauen ohne makroskopischen Residualtumor nach der Operation zeigte sich kein Unterschied im 10-Jahres-Gesamtüberleben zwischen MHT-Anwenderinnen und Nichtanwenderinnen (HR 1,00; 95%-KI 0,70–1,43; p = 0,98). Auch bei Borderline-Tumoren keine Unterschiede Unter den 239 Frauen mit Borderline-Ovarialtumoren betrug das 10-Jahres-Gesamtüberleben 96,2 % (95%-KI 91,6–98,2) unter MHT beziehungsweise 95,3 % (95%-KI 87,8–98,2) ohne MHT. Aufgrund der geringen Zahl an Ereignissen wurde das Gesamtüberleben bei Frauen mit nicht epithelialem Ovarialkarzinom nicht ausgewertet. Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass die postoperative Anwendung einer systemischen menopausalen Hormontherapie nach operativ behandeltem Ovarialkarzinom in dieser landesweiten Kohorte nicht mit einem schlechteren 10-Jahres-Überleben assoziiert war. Die Ergebnisse sprechen dafür, dass eine MHT das Langzeitüberleben junger Patientinnen nach Ovarialkarzinom nicht beeinträchtigt. (lj/BIERMANN) Mehr zum Thema Ovarialkarzinom: Frühes Ovarialkarzinom: Mehr Nachteile durch minimalinvasive Chirurgie Chemoresistenz des Ovarialkarzinoms: Neuer Mechanismus entdeckt
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