MHH-Forscher: „Prävention muss in der Schule beginnen“8. Oktober 2018 Foto: © Sergey Novikov – Fotolia.com Zwischenergebnisse, die Mut machen: Wissenschaftler des Exzellenzclusters REBIRTH haben nach dem ersten Jahr ihrer “active school-Studie” nachweisen können, dass Bewegung im Unterricht als Präventivmaßnahme erfolgreich ist. „Wir können zeigen, dass derartige Bewegung nicht nur die altersgerechte körperliche Entwicklung von Zweit- und Fünftklässlern positiv beeinflusst, sondern auch die Leistungsfähigkeit verbessert“, sagte Prof. Axel Haverich, Sprecher des Exzellenzclusters REBIRTH (Von Regenerativer Biologie zu Rekonstruktiver Therapie), von der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH). „Prävention wird in unserer Gesellschaft immer wichtiger – gesunde Lebensweise muss schon in der Schule gelernt werden.“ WHO fordert eine Stunde Bewegung pro Tag Seit April 2017 nehmen mehr als 300 Schüler der zweiten und fünften Klassen an fünf Schulen (zwei im Stadtgebiet Hannover, drei im Kreis Lippe) an der Untersuchung teil. Mehrmals täglich werden die Kinder durch Sportwissenschaftler mit Unterstützung der Lehrkräfte angeleitet, sich während des Schulalltags, also auch im Unterricht, zu bewegen. Mehr als die Hälfte der sportlichen Aktivitäten findet während des Unterrichts statt, zum Beispiel Rechenjogging im Matheunterricht oder Koordination und Ausdauerübungen in anderen Fächern. Ziel ist es, mindestens die eine Stunde Bewegung pro Tag zu erzielen, die die Weltgesundheitsorganisation (WHO) fordert. Im ersten Studienjahr nahmen 190 Kinder an den Aktivitäten teil, 120 Kinder bildeten die Kontrollgruppe. „Aktivität wird nahezu im Vorübergehen erreicht“ Prof. Uwe Tegtbur, Direktor des MHH-Instituts für Sportmedizin ist von den Zwischenergebnissen begeistert: „Die Fitness der aktiven Kinder – ihre Ausdauer, Koordinationsfähigkeit, ihre Schnelligkeit und ihre Kraft – haben sich in dem einen Jahr doppelt so gut verbessert wie die der Kinder in der Kontrollgruppe“, sagte Tegtbur. Und das Beste: „Die sportliche Aktivität wird nahezu im Vorrübergehen während des Unterrichts erreicht.“ Fünfminütige Bewegungseinheiten während der Schulstunde sorgten zudem dafür, dass die Kinder ihren Bewegungsdrang ausleben und anschließend dem Unterricht wieder konzentrierter folgen könnten. Hinweise, dass aktive Kinder weniger Bauchfett bilden Auch die Untersuchung der Kinder von Kinderärzten der MHH geben positive Anhaltspunkte. „Die Gefäße der Kinder in der Bewegungsgruppe sind elastischer geblieben. Auch zeichnen sich Hinweise ab, dass aktive Kinder weniger Bauchfett ansetzen“, erklärte Prof. Anette Melk, Oberärztin am Zentrum für Kinderheilkunde und Jugendmedizin der MHH. Eine geringere Gefäßelastizität und mehr abdominelles Fett gelten als wichtige Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Im zweiten Jahr der Studie werden auch die 120 Kinder, die bisher in der Kontrollgruppe waren, von den Bewegungseinheiten profitieren. Die REBIRTH-Wissenschaftler sind sich einig, dass Bewegung stärker in den Lernprozess integriert werden muss. „Die Prävention kann nur dann erfolgreich sein, wenn die Schulen einen aktiven Part übernehmen“, betonte Sportmediziner Tegtbur.
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