Netzwerke aus Immunzellen verstärken Lebererkrankungen21. April 2026 Foto: Peakstock/stock.adobe.com Bestimmte Immunreaktionen können in der Leber Schäden hervorrufen. Ein Würzburger Forschungsteam hat nun mögliche Gegenmaßnahmen aufgezeigt. Wenn die Leber geschädigt ist, werden dort Abwehrzellen aktiv. In Experimenten an Mäusen konnten Forschen von der Julius-Maximilians-Universität Würzburg beobachten, dass bestimmte Immunzellen als Antwort auf den Leberschaden ihren Zustand ändern und besonders entzündungsfördernd wirken. Veröffentlicht wurden die neuen Forschungsergebnisse aktuell in „Nature Communications“. Mithilfe moderner Einzelzell-Sequenzierung und hochauflösender räumlicher Analysemethoden identifizierte die Gruppe eine direkte Wechselwirkung zwischen zwei Zelltypen des Immunsystems: dendritischen Zellen und γδ-T-Zellen.Diese Untergruppe von T-Zellen kommunizieren mit anderen Abwehrzellen und lösen so eine Kettenreaktion aus, die eine Entzündung verstärkt, was auch zu einer Vernarbung der Leber führen kann. Diese Reaktion trägt dazu bei, dass die Funktion der Leber langfristig beeinträchtigt wird. Entzündung und Vernarbung der Leber abmildern Die beobachteten Zelltypen kommunizieren über direkten Kontakt miteinander. Dabei wird der Entzündungsbotenstoff Interleukin-17 freigesetzt. Dieser Prozess trägt maßgeblich dazu bei, dass sich die Leber entzündet und vernarbt. Dr. Stefan Thomann, Erstautor der Studie und Postdoc im Labor von Prof. Dominic Grün, erklärt: „Wir haben gesehen: Wenn man einzelne dieser beteiligten Immunzellen entfernt, fallen die Entzündung und die Vernarbung deutlich schwächer aus. Das deutet darauf hin, dass genau diese Kommunikation ein wichtiger Treiber der Krankheitsentwicklung ist.“Die im Mausmodell beobachteten Zusammenhänge wurden in menschlichem Gewebe bestätigt. „Wir hoffen, dass unsere Erkenntnisse langfristig dazu beitragen, gezieltere Therapien zu entwickeln, um Lebererkrankungen früh auszubremsen“, erklärt Grün, Inhaber des Lehrstuhls für Computational Biology of Spatial Biomedical Systems und Direktor am Institut für Systemimmunologie der Universität Würzburg.Bevor daraus konkrete Therapien entstehen können, müssen die zugrunde liegenden Mechanismen noch genauer verstanden und die Ergebnisse in weiteren Studien am Menschen bestätigt werden. Daneben erforscht das Labor nun, ob ähnliche Prozesse auch in verschiedenen Lebererkrankungen zu beobachten sind, wie beispielsweise steatotischen Lebererkrankungen.
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