Ausgabe 23/2026

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Mittwoch, 03. Juni 2026

Liebe Leserinnen und Leser,

Frauen sind deutlich häufiger von Alzheimer betroffen als Männer – rund zwei Drittel aller Erkrankten sind weiblich. Besteht zusätzlich eine erhöhte genetische Prädisposition, gilt es, beeinflussbare Risikofaktoren möglichst konsequent zu minimieren. Eine US-amerikanische Studie identifizierte nun einen weiteren möglichen Risikofaktor für ältere Frauen mit erhöhtem genetischem Risiko: Eine subjektiv als schlecht empfundene Schlafqualität ging sowohl mit einer schwächeren Leistung des visuellen Gedächtnisses als auch mit einer stärkeren Tau-Anreicherung im Gehirn einher. Schlafstörungen könnten somit helfen, Risikopatientinnen früher zu identifizieren. Gleichzeitig legen die Ergebnisse nahe, dass eine Verbesserung der Schlafqualität eine einfache und kostengünstige Präventionsstrategie darstellen könnte.

Ein weiterer früher Hinweis auf kognitiven Abbau könnte laut einer portugiesischen Studie die Handschrift sein. Die Forschenden fanden heraus, dass sich Merkmale wie Schreibgeschwindigkeit und Strichführung zwischen älteren Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen und gesunden Kontrollpersonen unterschieden. Allerdings zeigten sich diese Unterschiede erst bei komplexeren Aufgaben: Während einfache Stiftkontrollübungen und Abschreibaufgaben von beiden Gruppen ähnlich bewältigt wurden, offenbarten Diktataufgaben deutliche Unterschiede. Langfristig hoffen die Autoren, nach einer Validierung in größeren Studien ein kostengünstiges und einfach anwendbares Instrument zur Überwachung kognitiven Abbaus entwickeln zu können.

Doch was wäre, wenn sich der Gedächtnisverlust bei Alzheimer künftig nicht nur verlangsamen, sondern tatsächlich rückgängig machen ließe? Einen spannenden Ansatz hierzu liefert eine japanische Forschungsgruppe, die in einem Alzheimer-Mausmodell einen drastischen Dopaminmangel im entorhinalen Cortex nachweisen konnte. Wurde der Dopaminspiegel mithilfe optogenetischer Verfahren erhöht, stellte sich die Fähigkeit zur Gedächtnisbildung bei den Mäusen wieder ein. Auch das ursprünglich zur Behandlung der Parkinson-Krankheit eingesetzte Medikament Levodopa normalisierte die neuronale Aktivität und verbesserte die Gedächtnisleistung. Bis zu einer möglichen klinischen Anwendung beim Menschen dürfte zwar noch einige Zeit vergehen, doch die Ergebnisse lassen hoffen, dass eine Umkehr kognitiver Defizite bei Alzheimer eines Tages tatsächlich möglich werden könnte.

Mehr zu diesen und weiteren Themen finden Sie in diesem Newsletter und auf unserem Nachrichtenportal sowie in der aktuellen Ausgabe unserer Zeitschrift KOMPAKT NEUROLOGIE. Ich wünsche Ihnen eine interessante Lektüre!




   Ihre
   Lena Johannes

 

 
 
Schlechter Schlaf ist bei älteren Frauen mit einem höherem Alzheimer-Risiko assoziiert

Schlechter Schlaf ist bei älteren Frauen mit einem höherem Alzheimer-Risiko assoziiert

Schlafstörungen könnten laut einer neuen Studie von Forschern der University of California San Diego (USA) einen bedeutenden Risikofaktor für die Alzheimer-Krankheit bei älteren Frauen darstellen, die eine höhere genetische Prädisposition für diese Erkrankung aufweisen.

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MINT-Studie2 zu UPLIZNA®:
Gezielte B-Zell-Depletion bei gMG*

Als erste zugelassene B-Zell-depletierende Therapie der generalisierten Myasthenia gravis (gMG) kann UPLIZNA® (Inebilizumab) zu einer langfristigen Krankheitskontrolle bei Erwachsenen beitragen.1 In der zulassungsrelevanten
Phase 3-Studie MINT führte Inebilizumab bei Patient:innen mit AChR**- oder MuSK***-Antikörper-positiver gMG in Woche 26 zu signifikanten Verbesserungen vs. Placebo.2

Fachinformation | Referenzen

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Handschrift könnte frühen kognitiven Abbau sichtbar machen

Veränderungen der Handschrift könnten ein früher Hinweis auf kognitiven Abbau sein. Eine portugiesische Studie zeigt, dass besonders komplexe Schreibaufgaben deutliche Unterschiede zwischen älteren Menschen mit und ohne kognitive Beeinträchtigungen sichtbar machen.

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Reduzierte Steroidlast bei Myasthenie
mit ULTOMIRIS®

Durch Inhibition der terminalen Komplementkaskade schützt ULTOMIRIS®* die neuromuskuläre Endplatte.1 Studiendaten zeigten eine Symptomlinderung bis hin zur Symptomfreiheit, in 6 von 10 Fällen mit Steroidreduktion auf ≤ 5 mg/Tag.2,3 Bei 36 % der Patient:innen war die Steroidreduktion schon nach 3 Monaten möglich und bei 57 % nach 6 Monaten stabil, bei gleichzeitig verbesserter täglicher Aktivität.3,4

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Mangel an Dopamin treibt Gedächtnisstörungen bei Alzheimer-Erkrankung voran

Mangel an Dopamin treibt Gedächtnisstörungen bei Alzheimer-Erkrankung voran

Eine neue Studie aus Japan weckt Hoffnung auf neuartige Therapieansätze bei Alzheimer: Forschende identifizierten eine bislang unterschätzte Dopamin-Dysfunktion als möglichen Schlüsselmechanismus hinter Gedächtnisstörungen. Im Mausmodell gelang es sogar, beeinträchtigte Gedächtnisleistungen wiederherzustellen.

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OFF-Episoden frühzeitig erkennen und gezielt adressieren

OFF-Symptome können die Lebensqualität von Parkinson-Patienten stark reduzieren. Vor allem in frühen Krankheitsstadien schätzen Neurologen und Patienten „Wearing OFF“-Effekte oft unterschied-lich ein.1 Hier finden Sie Gesprächsimpulse für die Praxis, die dabei helfen können, OFF-Episoden zu erkennen und ganzheitlich zu adressieren.

1 Stocchi F et al. Parkinsonism Relat Disord 2014;20(2):204–211 | BD/MAY26/DE/002

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Wie wirkt sich eine Schwangerschaft auf Myasthenia gravis aus?

Für Frauen mit Myasthenia gravis ist eine Schwangerschaft nicht mit einem erhöhten Risiko für schwere Krankheitsschübe oder für das Auftreten neuer beziehungsweise die Verschlimmerung bestehender Symptome verbunden.

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Mehr Selbstbestimmung mit WAINZUA®

Eplontersen (WAINZUA®) bietet Ihren Patient:innen durch den Fertigpen zur Selbstapplikation maximale Therapieflexibilität.1 Die monatliche subkutane Injektion erfolgt einfach und komfortabel – für mehr Selbstbestimmung im Alltag.1,a

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ALS: Immunsignaturen beeinflussen Krankheitsprogression und Überleben

ALS: Immunsignaturen beeinflussen Krankheitsprogression und Überleben

Eine neue US-amerikanische Studie fand heraus, dass sich Immunsignaturen bei Amyotropher Lateralsklerose (ALS) je nach Typ (genetisch oder nicht-genetisch), Krankheitsstadium und Fortschrittsgeschwindigkeit der Erkrankung unterscheiden. Das Ausmaß der Entzündung korreliert mit der Rate des Krankheitsfortschritts.

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Unsere Auswahl: Aktuelles aus internationalen Journals

Modifizierte neuronale Exosomen vermitteln die Eliminierung von α-Synuclein zur Linderung der Parkinson-Krankheit.
J Nanobiotechnology 23.05.2026

Auswirkung einer Fortsetzungsbehandlung auf die gesundheitsbezogene Lebensqualität bei remittierter psychotischer Depression.
J Affect Disord 23.05.2026

Evaluierung großer Sprachmodelle für das diagnostische Schlussfolgern aus unstrukturierten klinischen Berichten bei Epilepsie.
Commun Med (Lond) 2026;6(1):303.

Multidimensionales Körperbild und Selbstwertgefühl: Eine latente Profilanalyse zur Differenzierung von Orthorexia nervosa und Sportsucht von gestörtem Essverhalten.
BMC Psychiatry 25.05.2026

 
 
 

KURZMELDUNGEN:

Das Projekt „PearNet“, das spezielle Wearables, die Epilepsie-Patienten vor Anfällen warnen und diese gleichzeitig beobachten und aufzeichnen, entwickelt, erhält eine Förderung über 2,7 Millionen Euro.
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Deutsche Forschende haben grundlegende Mechanismen der seltenen jedoch schwerwiegenden neurodegenerativen Erkrankung IgLON5-Enzephalitis aufgedeckt.
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Die DFG fördert den Sonderforschungsbereich „Mechanismen und Störungen der Gedächtniskonsolidierung: Von Synapsen zu Systemen“ für weitere vier Jahre.
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TERMINE:

24. Münchner Neuroradiologie-Symposium
11.–13. Juni 2026
München

Internationales Krupp-Symposium: Frontiers of Neurovascular Medicine
12.–13. Juni 2026
Essen

Neuropalliatives Frühsommersymposium
19. Juni 2026
Göttingen

Kongress „Kopfschmerzen und kein Ende – im Kontext mit Bewegungsstörungen“
26.–28. Juni 2026
Pörtschach am Wörthersee (Österreich)

12th Congress of the European Academy of Neurology
27.–30. Juni 2026
Le Grand-Saconnex (Schweiz)

 
 

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