Ausgabe 25/2026

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Mittwoch, 17. Juni 2026

Liebe Leserinnen und Leser,

vor Kurzem noch eine Zukunftsvision, hält Künstliche Intelligenz (KI) inzwischen zunehmend Einzug in die medizinische Forschung und Versorgung. Zwei aktuelle Beispiele aus der Neuroonkologie und Parkinsontherapie zeigen eindrucksvoll, welches Potenzial in datengetriebenen Verfahren steckt.

So haben Forschende aus Heidelberg ein KI-System entwickelt, das in der Diagnostik von ZNS-Tumoren neue Perspektiven eröffnet. Anhand von mehr als 11.000 digitalisierten Standardfärbungen trainiert, kann „Hetairos“ innerhalb weniger Minuten zwischen mehr als 100 molekularen Tumorsubtypen unterscheiden und damit diagnostische Prozesse erheblich beschleunigen. Und nicht nur das: Im Vergleich zu erfahrenen Neuropathologen erzielte die KI eine deutlich höhere Trefferquote, wenn zur Beurteilung nur Gewebeschnitte vorlagen. Damit könnte das System gerade in Regionen mit begrenzten Ressourcen den Zugang zu moderner Präzisionsmedizin verbessern.

Bedeutung gewinnt die differenzierte Unterscheidung verschiedener Subtypen von Hirntumoren wie dem Glioblastom auch durch die Entdeckung Schweizer Wissenschaftler. Diese haben herausgefunden, dass die Aktivität des Notch-Signalweges, der die Tumorzellen resistent gegen Behandlung macht, vom Subtyp des Glioblastoms abhängt. Die Forschenden sehen darin eine Chance, die ausgeprägte Immunevasion von Glioblastomen bei bestimmten Unterformen einzudämmen und die Tumoren so angreifbar zu machen. Da die Interaktionen zwischen Tumor- und Immunzellen bei vielen Krebsarten eine Rolle spielen, könnten die gewonnenen Erkenntnisse aber auch weit über das Glioblastom hinaus relevant sein.

Ob neue oder auch längst etablierte Therapien erfolgreich sind, sehen Behandler und Patienten oft unterschiedlich. Während erstere ihrer Beurteilung oft medizinische Skalen zugrunde legen, messen Betroffene den Behandlungserfolg meist daran, ob die Therapie ihnen im Alltag spürbar hilft und die Lebensqualität erhöht. Tübinger Forschende wollen diese patientenzentrierte Sichtweise bei Therapieentscheidungen künftig stärker in den Fokus nehmen und haben mithilfe von KI patientenrelevante Faktoren identifiziert, die eng mit einer späteren Verbesserung der Lebensqualität zusammenhängen. Die Ergebnisse sollen künftig dazu beitragen, Patienten individueller zu beraten und Therapieentscheidungen stärker an ihren persönlichen Bedürfnissen auszurichten.

Eine aufschlussreiche Lektüre und eine schöne Restwoche wünscht Ihnen




   Ihre
   Eva Junker

 

 
 
Digitale Pathologie: KI beschleunigt Diagnostik von Hirntumoren

Digitale Pathologie: KI beschleunigt Diagnostik von Hirntumoren

Heidelberger Forschende haben ein KI-System entwickelt, das anhand digitalisierter Standardfärbungen mehr als 100 molekulare Untergruppen von Tumoren des zentralen Nervensystems erkennt und Ergebnisse innerhalb weniger Minuten liefert.

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VYVGART als Fertigspritze zur Selbstapplikation*

VYVGART ist nun auch als s.c. Fertigspritze zusätzlich zur Standardtherapie zugelassen und gibt Menschen mit AChR-Ak-positiver generalisierter Myasthenia gravis ein Stück Unabhängigkeit: Die Fertigspritze ist mit wenigen Handgriffen gebrauchsfertig und kann von Patient:innen selbst oder Pflegepersonen verabreicht werden1,* – ob zuhause oder auf Reisen.

Pflichtangaben & Quellen

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Zwei Signalwege kooperieren, um Glioblastomzellen für das Immunsystem angreifbar zu machen

Forschende der Universität Basel (Schweiz) haben entdeckt, dass der Notch-Signalweg bei Glioblastomen zwei gegensätzliche Wirkungen haben kann. Ob er das Tumorwachstum fördert oder hemmt, hängt vom Glioblastomtyp ab.

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Migräne-Prophylaxe: Je früher, desto besser!

Um der Migräneprogression entgegenzuwirken, spricht sich die International Headache Society (IHS) für eine frühzeitige Behandlung mit CGRP-basierten Prophylaktikaa aus.1 Zudem sollte bei fehlendem Ansprechen frühzeitig ein Switch erwogen werden.2 Zum Beispiel profitierten viele Patient:innen bei suboptimalem Ansprechen von einem Wechsel auf Vyepti® – und zwar umso mehr, je eher gewechselt wurde.3

Fachinformation | Referenzen
DE-VYEP-1198

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Künstliche Intelligenz kann patientenrelevante Erfolge einer Behandlung vorhersagen

Künstliche Intelligenz kann patientenrelevante Erfolge einer Behandlung vorhersagen

Forschende des Universitätsklinikums Tübingen haben am Beispiel der Tiefen Hirnstimulation bei Parkinson gezeigt, dass Künstliche Intelligenz dabei helfen kann, patientenrelevante Therapieerfolge wie verbesserte Alltagsfunktionen besser vorherzusagen.

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Gedächtnistests per Smartphone erfassen kognitive Veränderungen schneller als Standardverfahren

Bei vielen Menschen mit leichter kognitiver Beeinträchtigung (MCI) nimmt die geistige Leistungsfähigkeit allmählich ab. Smartphone- oder Tablet-basierte Gedächtnistests können diesen subtilen Rückgang schneller erfassen als herkömmliche Untersuchungen. Das zeigt eine Studie des DZNE in Kooperation mit Universitätskliniken in Deutschland, der University of Wisconsin-Madison in den USA und dem Magdeburger Start-up „neotiv“.

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Unsere Auswahl: Aktuelles aus internationalen Journals

Die Rolle des neuroimmunologischen Subtyps bei der Behandlung von Patienten mit Erkrankungen des Neuromyelitis-optica-Spektrums.
Orphanet J Rare Dis 12.06.2026

Zusammenhang zwischen EEG-Merkmalen im Schlaf und einer frühen neurologischen Besserung bei Patienten mit akutem ischämischem Schlaganfall.
Neurol Res 12.06.2026

Anwendung der McDonald-Kriterien von 2024 bei Personen mit unspezifischen Symptomen oder zufälligen bildgebenden Befunden in einer multizentrischen Studie.
Neurology 2026;107(1):e218183.

Neurologische Symptome bei erwachsenen Überlebenden der Ebola-Viruserkrankung.
JAMA Neurol 10.06.2026

 
 
 
Hirnorganoide helfen, die Biologie des Ebola-Virus besser zu verstehen

Hirnorganoide helfen, die Biologie des Ebola-Virus besser zu verstehen

Nach einer Infektion kann das Ebola-Virus monate- bis jahrelang unbemerkt im menschlichen Körper überleben, unter anderem im Zentralen Nervensystem. Mithilfe von Hirnorganoiden haben Forschende nun wertvolle Einblicke in die Mechanismen dieser Persistenz des Virus gewonnen.

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KURZMELDUNGEN:

Die Universitätsklinik für Neurologie der Universitätsmedizin Magdeburg wird Gründungsmitglied des „Transatlantic Network of Excellence“ zur Erforschung der zerebralen Amyloidangiopathie (CAA).
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Ein europäisches Forschungskonsortium sucht nach neuen Therapien gegen chronische neuropathische Schmerzen. Im Fokus ihrer Forschung stehen extrazelluläre Vesikel.
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Forschende der Charité wollen in einer groß angelegten klinischen Studie herausfinden, ob das körpereigene Hormon Dehydroepiandrosteron die antidepressive Behandlung unterstützen kann.                   
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TERMINE:

Kongress „Kopfschmerzen und kein Ende – im Kontext mit Bewegungsstörungen“
26.–28. Juni 2026
Pörtschach/Wörthersee (Österreich)

12th Congress of the European Academy of Neurology
27.–30. Juni 2026
Genf (Schweiz)

Federation of European Neuroscience Societies Forum 2026
6.–10. Juli 2026
Barcelona (Spanien)

Swiss Society of Spinal Surgery Annual Meeting 2026
27.–29. August 2026
Luzern (Schweiz)

8th International Congress on Borderline Personality Disorder and Allied Disorders
7.–9. September 2026
Lausanne (Schweiz)

 
 

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