Ausgabe 34/2026

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Mittwoch, 19. August 2026

Liebe Leserinnen und Leser,

auch wenn sich die Behandlungsmöglichkeiten bei neurodegenerativen Erkrankungen weiter­entwickeln, bleibt es eine Herausforderung, Therapien möglichst genau auf den individuellen Krankheitsverlauf abzustimmen. Ein Beispiel dafür ist die Parkinson-Erkrankung. Mit Levodopa steht zwar eine wirksame symptomatische Therapie zur Verfügung, doch mit zunehmender Krankheitsdauer wird die Behandlung immer komplexer: Das therapeutische Fenster wird enger, Dosierungen müssen häufiger angepasst werden und Nebenwirkungen können zunehmen. Umso spannender ist eine neue Entwicklung der University of California, San Diego (USA): ein weiches Pflaster, das kontinuierlich die Levodopa-Konzentration im Schweiß von Menschen mit Parkinson messen kann und an der Fingerspitze getragen wird. Eingebettete Enzyme erzeugen bei Kontakt mit Levodopa ein elektrisches Messsignal und versorgen den Sensor gleichzeitig mit Energie. Die Messgenauigkeit war dabei vergleichbar mit herkömmlichen Blutuntersuchungen. Langfristig könnte die Technologie den Weg zu sogenannten Closed-Loop-Systemen ebnen, bei denen die Medikamentengabe anhand der gemessenen Wirkstoffkonzentration automatisch angepasst wird.

Doch eine optimale Therapie setzt zunächst voraus, dass die Erkrankung möglichst genau verstanden wird. Das „Synuclein Origin and Connectome Model“ geht davon aus, dass Parkinson verschiedene biologische Subtypen mit unterschiedlichen Krankheitsmechanismen umfasst. Es unterscheidet zwischen einer Brain-first-Variante, bei der die krankhaften α-Synuclein-Veränderungen zunächst im Gehirn entstehen, und einer Body-first-Variante, bei der die Pathologie in peripheren autonomen Nerven beginnen und sich anschließend ausbreiten könnte. Eine chinesische Studie untersuchte nun, ob sich diese beiden Formen anhand von Hautbiopsien unterscheiden lassen. Dafür analysierten die Forschenden Proben von Menschen mit beiden Subtypen sowie gesunden Kontrollpersonen. Dabei zeigten sich deutliche Unterschiede: Bei der Body-first-Variante waren phosphorylierte α-Synuclein-Ablagerungen in der Haut häufiger nachweisbar und die Seeding-Aktivität erhöht. Zudem waren autonome Nervenfasern stärker geschädigt. Die kutanen α-Synuclein-Merkmale standen insbesondere bei der Body-first-Variante mit der Ausprägung nicht motorischer Symptome in Zusammenhang. Die Ergebnisse liefern Hinweise darauf, dass Hautbiopsien künftig dabei helfen könnten, unterschiedliche Parkinson-Subtypen zu unterscheiden und damit eine stärker phänotypbasierte Diagnostik zu ermöglichen.

Mehr zu diesen und weiteren Themen finden Sie wie immer in diesem Newsletter und auf unserem Nachrichtenportal BIERMANN MEDIZIN.

Ich wünsche Ihnen eine interessante Lektüre!




   Ihre
   Lena Johannes

 

 
 
Schweiß liefert Levodopa-Werte: Neuer Fingerspitzen-Sensor für Parkinson

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US-amerikanische Forschende haben ein weiches, tragbares Pflaster für die Fingerspitze entwickelt, das kontinuierlich die Levodopa-Konzentration bei Parkinson-Patienten überwacht. Das Gerät nutzt chemische Substanzen im Schweiß des Patienten – Batterien sind nicht erforderlich. Die Messergebnisse waren mit denen herkömmlicher Labortests von Blutproben vergleichbar.

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1 Jahr VYVGART bei CIDP*:
Wenn Fortschritt spürbar wird

Nach 30 Jahren der erste innovative Wirkmechanismus bei
CIDP*1–3: VYVGART® ist der erste und bislang einzige FcRn-Blocker zur Behandlung von CIDP* und als Fertigspritze erhältlich.1,5 Der Fortschritt zeigt: 66,5 % erreichten unter VYVGART eine spürbare Verbesserung der funktionellen Fähigkeiten.1,4,a,b

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Parkinson: Hautbiopsien ermöglichen Unterscheidung der Body-first- und Brain-first-Subtypen

Parkinson ist nicht gleich Parkinson: Forschende haben mithilfe von Hautbiopsien unterschiedliche Muster von α-Synuclein-Ablagerungen bei Brain-first- und Body-first-Subtypen identifiziert. Die Ergebnisse könnten den Weg zu einer individuelleren Diagnostik und Therapieplanung ebnen.

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Fokussierter Ultraschall könnte Wirkstoffabgabe bei Gliomen verbessern

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Forschende von UVA Health zeigen, dass Gliome für die gezielte Wirkstoffabgabe mithilfe fokussierten Ultraschalls möglicherweise besser zugänglich sind als gesundes Hirngewebe.

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Unsere Auswahl: Aktuelles aus internationalen Journals

Unterschiedliche Fünf-Jahres-Verläufe und Prädiktoren der funktionellen kognitiven Selbstständigkeit nach einem Schädel-Hirn-Trauma.
Neurotrauma Rep 2026;7:2689288X261475917.

Flunarizin und Cinnarizin in der Prophylaxe der vestibulären Migräne und der migräneassoziierten Menière-Krankheit: Eine retrospektive Acht-Monats-Studie.
Eur Arch Otorhinolaryngol 10.08.2026

Peripheres GDF15 als früher Biomarker für Hirnerkrankungen: Eine große prospektive Kohortenstudie.
Prog Neuropsychopharmacol Biol Psychiatry 09.08.2026 

Psychiatrische Komorbiditäten treten bei MOGAD bereits kurz nach Krankheitsbeginn gehäuft auf: eine vergleichende Querschnittsstudie zu MS und NMOSD.
J Neurol Neurosurg Psychiatry 2026;97(9):817-826.

 
 

Nach der Narkose: Weibliche Gehirne reagieren anders auf Ketamin

Während einer Ketamin-Narkose verstummen die Nervenzellen, beim Erwachen vernetzen sie sich neu. Forschende konnten nun erstmals nachweisen, dass Immunzellen im Gehirn bei diesem Prozess eine entscheidende Rolle spielen – mit geschlechtsspezifischen Unterschieden. 

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Neue Genvarianten liefern Einblicke in die Entstehung der Fibromyalgie

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Ein internationales Forschungsteam hat neue genetische Risikofaktoren identifiziert, die mit dem Fibromyalgie-Syndrom in Verbindung stehen. Sie liefern wichtige Hinweise für ein besseres Verständnis der Erkrankung.

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KURZMELDUNGEN:

Das LMU Klinikum in München gründet ein neues Zentrum für Kognitive Störungen.
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Aktuelle Studienergebnisse deuten darauf hin, dass beim Dravet-Syndrom eine überaktive Immunreaktion im Gehirn eine Rolle spielen könnte.
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TERMINE:

13th Annual EANS Vascular Section Meeting
31. August– 2. September 2026
Marseille (Frankreich)

15th Neuroendoscopy Week
3.–7. September 2026
Homburg-Saar

3. Jenaer Neurologie Symposium
5. September 2026
Jena

8th International Congress on Borderline Personality Disorder and Allied Disorders
7.–9. September 2026
Lausanne (Schweiz)

 
 

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