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Liebe Leserinnen und Leser des Kompakt Diabetologie und Endokrinologie,
eine aktuelle Studie des Deutschen Diabetes-Zentrums hat beobachtet, dass sich Zusammenhänge zwischen Entzündungsmarkern und depressiven Symptomen bei Typ-1- und Typ-2-Diabetes deutlich unterscheiden. So verbesserten sich depressive Symptome bei Menschen mit Typ-2-Diabetes und höheren Entzündungsmarkern durch eine Verhaltenstherapie signifikant – insbesondere bei kognitiv-affektiven Beschwerden und Anhedonie. Während die Verhaltenstherapie bei Menschen mit Typ-1-Diabetes und höheren Entzündungswerten nur eine geringere Verbesserung erzielte – vor allem bei somatischen Symptomen wie Erschöpfung, Schlafstörungen oder Appetitlosigkeit. Die Gründe hierfür könnten in den jeweils unterschiedlichen Formen der Immunaktivierung liegen, vermuten die Forscher.
Eine neue Übersichtsarbeit im „British Medical Journal“ zeigt, dass Personen mit eigener oder elterlicher Migrationsgeschichte in Europa trotz ihrer deutlich höheren Diabeteserkrankungsraten ein um 28 Prozent geringeres Risiko für schwere Herz-Kreislauf-Komplikationen in Zusammenhang mit einer Diabeteserkrankung haben als der Rest der Bevölkerung. Die Ergebnisse widersprechen bisherigen Studien, die mehrheitlich aus den USA stammten und ein durchweg erhöhtes Risiko für Diabeteskomplikationen bei Menschen mit Migrationsgeschichte beschrieben hatten. Anders sieht es bei mikrovaskulären Komplikationen aus: Besonders Diabetespatienten südasiatischer und afrikanischer Herkunft leiden etwas häufiger unter Nephropathie und Retinopathie als die europäische Durchschnittsbevölkerung.
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Ich wünsche Ihnen eine informative Lektüre und ein schönes Wochenende.
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