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Liebe Leserinnen und Leser,
die deutsche Durchschnittsfrau ist 69,7 Kilogramm schwer und bei der Geburt ihres ersten Kindes 30,4 Jahre alt. Diese Durchschnittswerte sind über die letzten Jahrzehnte kontinuierlich angestiegen – ebenso wie die Inzidenz des Gestationsdiabetes (GDM). Das potenziell zunehmende Gewicht und Alter der werdenden Mütter spielen sicherlich eine große Rolle für die Entwicklung eines Gestationsdiabetes. Doch gerade deshalb bedarf es besserer Vor- und Nachsorgestrukturen.
Grundlage hierfür ist wiederum ein ausreichendes Verständnis der zugrundeliegenden Pathophysiologie. Ein GDM wird meist als temporäre Stoffwechselstörung verstanden, die nach der Schwangerschaft wieder verschwindet. Neben akuten Komplikationen und Gefahren für Mutter und Kind, haben Schwangere jedoch ein bis zu zehnfach erhöhtes Risiko, später auch an einem Typ-2-Diabetes (T2D) zu erkranken. Von einem temporären Problem kann also schwerlich die Rede sein.
Eine entscheidende Frage: Handelt es sich bei GDM und T2D um zwei unterschiedliche Erkrankungen? Oder ist ersterer lediglich eine frühere Manifestation des T2D – ausgelöst durch die Belastungen der Schwangerschaft? Eine Reihe aktueller Studien gibt nun neue Hinweise: Die Daten legen nahe, dass es in der Tat eine enge genetische Verbindung zwischen GDM und T2D gibt. Dafür sprechen auch die Ergebnisse, dass Schlafstörungen während der Schwangerschaft das Risiko für GDM erhöhen, und dieser wiederum auch bei Normalgewichtigen das Risiko für T2D erhöht.
Außerdem noch ein Update zum Thema Maintenance nach Gewichtsverlust: Auch der Wechsel auf den oralen GLP-1-Agonisten Orforglipron hält nach einer Behandlung mit Tirzepatid oder Semaglutid den Gewichtsverlust weitgehend aufrecht. Gleiches gilt womöglich für ein Bakterienpräparat, das als Nahrungsergänzungsmittel nach einer Formula-Diät eingenommen wird. Die Ergebnisse dieser ersten klinischen Studie seien vielversprechend, so die Einschätzung unabhängiger Expert:innen, sollten aber nicht überinterpretiert werden. Es bleibt abzuwarten, ob und in welchem Ausmaß sich die Ergebnisse bestätigen – dann könnte es aber spannend werden. Eine informative Lektüre und ein schönes Wochenende wünscht Ihnen
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