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Liebe Leserinnen und Leser,
manchmal ist weniger mehr. Eine aktuelle Forschungsarbeit dreht den Spieß nun gewissermaßen um. Ein neuartiger Quintuple-Agonist vereint den GLP-1/GIP-Ko-Agonismus mit einem PPAR-Agonisten namens Lanifibranor. Dieser Wirkstoff aktiviert gleich drei Isoformen des PPA-Rezeptors – und macht aus einem dualen einen fünffachen Agonisten. Laut Studienleiter Prof. Timo Müller von Helmholtz Munich fungiert der GLP-1-/GIP-Ko-Agonist dabei als Türöffner beziehungsweise trojanisches Pferd: Er bindet spezifisch an die Zielzellen, sodass nur diese den zusätzlichen Wirkstoff aufnehmen. Dadurch sollen systemische Nebenwirkungen reduziert werden.
Im Mausmodell bewirkte der Quintuple-Agonist, dessen Design bereits vergangenen September auf dem EASD-Kongress vorgestellt wurde, eine stärkere Gewichtsreduktion als beispielsweise Semaglutid. Die Übertragbarkeit der präklinischen Ergebnisse ist derzeit allerdings noch unklar. Ob auch beim Menschen aus mehr weniger wird, bleibt also abzuwarten.
Aber bleiben wir kurz bei Semaglutid: Eine neue Veröffentlichung in „The Lancet“ deutet an, dass der GLP-1-Agonist positive Auswirkungen auf das Trinkverhalten von übergewichtigen Menschen mit einer Alkoholabhängigkeit haben könnte. Im Vergleich zur Placebo-Kontrollgruppe führte die Behandlung mit Semaglutid zu einer signifikanten Reduktion der „Heavy Drinking Days“ sowie der Gesamtmenge an konsumiertem Alkohol. Doch auch hier bedarf es mutmaßlich weiterer Forschung, bevor ein Off-Label-Use oder eine Verankerung in medizinischen Leitlinien gerechtfertigt ist.
Außerdem in diesem Newsletter: Ein Fünf-Punkte-Plan zur Versorgung von Menschen mit Diabetes und Myalgischer Enzephalomyelitis/Chronischem Fatigue-Syndrom (ME/CFS) und weshalb Fettablagerungen im Pankreas von übergewichtigen Kindern und Jugendlichen ernst genommen werden sollten. Eine informative Lektüre und ein schönes Wochenende wünscht Ihnen
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