Ausgabe 19/2026

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Freitag, 08. Mai 2026

Liebe Leserinnen und Leser,

manchmal ist weniger mehr. Eine aktuelle Forschungsarbeit dreht den Spieß nun gewissermaßen um. Ein neuartiger Quintuple-Agonist vereint den GLP-1/GIP-Ko-Agonismus mit einem PPAR-Agonisten namens Lanifibranor. Dieser Wirkstoff aktiviert gleich drei Isoformen des PPA-Rezeptors – und macht aus einem dualen einen fünffachen Agonisten. Laut Studienleiter Prof. Timo Müller von Helmholtz Munich fungiert der GLP-1-/GIP-Ko-Agonist dabei als Türöffner beziehungsweise trojanisches Pferd: Er bindet spezifisch an die Zielzellen, sodass nur diese den zusätzlichen Wirkstoff aufnehmen. Dadurch sollen systemische Nebenwirkungen reduziert werden.

Im Mausmodell bewirkte der Quintuple-Agonist, dessen Design bereits vergangenen September auf dem EASD-Kongress vorgestellt wurde, eine stärkere Gewichtsreduktion als beispielsweise Semaglutid. Die Übertragbarkeit der präklinischen Ergebnisse ist derzeit allerdings noch unklar. Ob auch beim Menschen aus mehr weniger wird, bleibt also abzuwarten.

Aber bleiben wir kurz bei Semaglutid: Eine neue Veröffentlichung in „The Lancet“ deutet an, dass der GLP-1-Agonist positive Auswirkungen auf das Trinkverhalten von übergewichtigen Menschen mit einer Alkoholabhängigkeit haben könnte. Im Vergleich zur Placebo-Kontrollgruppe führte die Behandlung mit Semaglutid zu einer signifikanten Reduktion der „Heavy Drinking Days“ sowie der Gesamtmenge an konsumiertem Alkohol. Doch auch hier bedarf es mutmaßlich weiterer Forschung, bevor ein Off-Label-Use oder eine Verankerung in medizinischen Leitlinien gerechtfertigt ist.

Außerdem in diesem Newsletter: Ein Fünf-Punkte-Plan zur Versorgung von Menschen mit Diabetes und Myalgischer Enzephalomyelitis/Chronischem Fatigue-Syndrom (ME/CFS) und weshalb Fettablagerungen im Pankreas von übergewichtigen Kindern und Jugendlichen ernst genommen werden sollten. Eine informative Lektüre und ein schönes Wochenende wünscht Ihnen




   Milo Klesse
   Redaktion Diabetologie/Endokrinologie

 

 
 
Quintuple-Agonist: Neuer Wirkstoff-Ansatz gegen Übergewicht und Typ-2-Diabetes

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Ein Hybrid-Molekül kombiniert den GLP-1R/GIPR-Koagonismus mit dem PPAR-Agonisten Lanifibranor. Ersterer wirkt dabei wie ein „Türöffner“, um die zweite Wirkstoffkomponente gezielt in die richtigen Zellen einzuschleusen. Im Mausmodell bewirkte der neuartige Quintuple-Agonist eine stärkere Gewichtsreduktion und verbesserte Blutzuckerwerte.

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Hypoglykämien im Blick:
mit KI-gestützten Prädiktionen

Die Sorge vor Hypoglykämien begleitet viele Menschen mit Diabetes – und das durchaus berechtigt: Denn Studien zufolge können diese etwa 70 Mal im Jahr auftreten.1 Mit den KI-gestützten Prädiktionen von Accu-Chek SmartGuide können Patient:innen frühzeitig reagieren, um Hypoglykämien zu verhindern bzw. deren Tiefe und Dauer zu verringern.2

Quellen

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Wie sich ME/CFS und Diabetes gegenseitig beeinflussen können

Die Versorgung von Betroffenen mit Diabetes mellitus zusätzlich zu einer Myalgischen Enzephalomyelitis/Chronisches Fatigue-Syndrom (ME/CFS) ist sehr komplex. Der Verband der Diabetesberatungs- und Schulungsberufe in Deutschland (VDBD) und die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) empfehlen einen Fünf-Punkte-Plan und plädieren für mehr Awareness.

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Sogroya® (Somapacitan) bietet Patienten mehr Freiheit im Leben,1 ohne Kompromisse bei der Therapie – denn Sogroya® bietet eine vergleichbare Effektivität und Sicherheit wie tägliches Wachstumshormon2–5 – bei 313 injektionsfreien Tagen pro Jahr.6

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Übergewicht und Alkoholabhängigkeit: Semaglutid als neue Behandlungsoption?

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Übergewichtige Personen mit einer Alkoholabhängigkeit profitieren möglicherweise doppelt von einer Behandlung mit Semaglutid: Eine neue Studie zeigt, dass der GLP-1-Rezeptoragonist neben einem Gewichtsverlust auch eine signifikante Reduktion des Alkoholkonsums und der Anzahl schwerer Trinktage bewirken könnte.

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Unsere Auswahl: Aktuelles aus internationalen Journals

Der aktualisierte Glukosemanagementindikator (GMI) korreliert besser mit dem HbA1c-Wert als der bisherige GMI: Auswirkungen auf die klinische Praxis und die Berichterstattung.
Diabetologia 24.04.2026

Absetzen von Levothyroxin bei Erwachsenen ab 60 Jahren.
JAMA 2026;335;(17):1491-1498.

Natürlicher Verlauf der Schilddrüsenfunktion im Alter: Eine individuelle Teilnehmerdatenanalyse von 137.488 Teilnehmern aus 31 prospektiven Kohortenstudien.
Lancet Diabetes & Endocrinol 27.04.2026

Veränderungen der Kategorien des Weight-to-Height-Ratios innerhalb der Tirzepatid-Gruppen: eine Post-hoc-Analyse von SURMOUNT-1.
J Endocrinol Invest 04.05.2026

 
 

Krankheit durch Übergewicht: Neues Modell sagt Risiko besser vorher als BMI

Ein internationales Forschungsteam hat ein Modell entwickelt, das auf der Basis von 20 Gesundheitswerten das Risiko für 18 verschiedene Komplikationen von Übergewicht und Adipositas vorhersagen kann – und zwar besser als der Body-Mass-Index (BMI).

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Adipöse Kinder und Teenager: Fettablagerung im Pankreas erhöht Risiko für kardiovaskuläre und Stoffwechselerkrankungen

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Ein nicht invasives Bildgebungsverfahren zur Messung von Fettgewebe im Pankreas könnte dazu beitragen, junge Menschen mit erhöhtem Risiko für kardiometabolische Erkrankungen zu identifizieren, die von einer Adipositasbehandlung profitieren könnten.

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PANORAMA:

Eine Früherkennung von Typ-1-Diabetes im Rahmen der Fr1da-Studie ist nun auch für Kinder in fünf weiteren – und somit insgesamt in zwölf – Bundesländern möglich.
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Patienten machen einer neuen Studie zufolge gegenüber einer KI ungenauere Angaben zu ihren Symptomen als im Gespräch mit ärztlichem Fachpersonal.
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Der dänische Pharmakonzern Novo Nordisk will die Zulassung wichtiger Diabetes-Präparate auch für Kinder und Jugendliche beantragen.
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TERMINE:

ENDO 2026
13.–16. Juni 2026
Chicago (USA)

12th I-DSD-Symposium
1.–3. Juli 2026
Lübeck

XXXIII. Intensivkurs NRW 2026: Gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin
25.–26. September 2026
Köln

29. Intensivkurs für Endokrinologie
18.–21. November 2026
Würzburg

 
 

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