Liebe Leserinnen und Leser,
das Polyzystische Ovarialsyndrom (PCOS) wurde am 12. Mai vergangene Woche offiziell umbenannt. Der neue Name – Polyendokrines Metabolisches Ovarialsyndrom (PMOS) – stellt laut den Autorinnen und Autoren der globalen Konsensusstudie in „The Lancet“ einen wichtigen Meilenstein für die Millionen Betroffenen und ihre Versorgung dar.
Das PMOS ist eine multisystemische Erkrankung, deren metabolische und hormonelle Komplexität die alte Bezeichnung (PCOS) kaum bis gar nicht widergespiegelt hat. Stattdessen wurden hier die reproduktive Komponente, speziell die polyzystischen Eierstöcke, und damit einhergehende Menstruationsbeschwerden und Unfruchtbarkeit übermäßig in den Vordergrund gestellt. Tatsächlich ist aber schon länger klar, dass es sich dabei zum einen nicht um echte Zysten in den Ovarien handelt und zum anderen nicht alle Betroffenen diese Symptomatik aufweisen. Die Bezeichnung Polyzystisches Ovarialsyndrom war damit nicht nur unvollständig, sondern ebenso irreführend.
Die Diagnose des PMOS erfolgt nach den Rotterdam-Kriterien, von denen mindestens zwei von drei erfüllt sein müssen. Die reproduktiven und gynäkologischen Aspekte der Erkrankung sind damit auch in klinischen Leitlinien fest verankert. Die Umbenennung soll nun der dadurch entstandenen Stigmatisierung sowie den Missverständnissen und Versorgungslücken entgegenwirken. Indem insbesondere die (kardio)metabolischen und hormonellen Auswirkungen stärker mitberücksichtigt werden, sollen Betroffene leichter eine Diagnose erhalten und gezielter behandelt werden können. Denn gerade hier könne bei rechtzeitiger Diagnose frühzeitig interveniert und Folgeerkrankungen wie Typ-2-Diabetes vorgebeugt werden.
Die mitwirkenden Autorinnen und Autoren erhoffen sich insgesamt eine bessere Versorgung aller Betroffenen weltweit. Denn Sprache spiele auch in der Medizin eine entscheidende Rolle: „Die Umbenennung dieser Erkrankung ist mehr als bloße Semantik; es geht darum, endlich die volle Realität dessen anzuerkennen, was die Patientinnen erleben“, bringt es Co-Autorin Dr. Melanie Cree von der University of Colorado Anschutz (USA) treffend auf den Punkt.
Außerdem gibt es neue Erkenntnisse zur nachhaltigen Behandlung mit GLP-1-Rezeptoragonisten sowie dem Phänomen der GLP-1-Resistenz. Eine informative Lektüre und, auch dieses Mal wieder, ein sonniges Feiertags-Wochenende wünscht Ihnen
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