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Liebe Leserinnen und Leser,
ganz Deutschland ächzt unter der Hitze. Doch während Schweißausbrüche bei vielen Menschen aktuell auf die rekordverdächtigen Außentemperaturen zurückzuführen sind, sind sie für Millionen Frauen auch ohne extreme Wetterverhältnisse ein ständiger Begleiter. Hitzewallungen während der Menopause sind nicht nur belastend, insbesondere bei Frauen mit Diabetes können sie auch gefährlich werden, weil sie sich nicht immer zuverlässig von einer Unterzuckerung unterscheiden lassen. Der Verband der Diabetes-Beratungs- und Schulungsberufe in Deutschland (VDBD) hat deshalb im Rahmen einer Pressekonferenz die Bedeutung geschlechtersensibler Diabetesberatung und -versorgung hervorgehoben.
Dazu gehört auch die Entwicklung und Erprobung entsprechender Therapien, um die Beschwerden der Betroffenen angemessen behandeln zu können. Die Hormontherapie hat sich für viele menopausale Symptome inzwischen als wirksam erwiesen. Für Frauen, die eine Hormontherapie dennoch ablehnen oder bei denen sie kontraindiziert ist, gibt es mit Fezolinetant aber auch eine wirksame, nicht hormonelle Alternative. Wie Real-World-Daten, die kürzlich auf der Jahrestagung der Endocrine Society (ENDO 2026) in Chicago (USA) vorgestellt wurden, bestätigen, verbessert Fezolinetant signifikant sowohl Hitzewallungen als auch psychische Symptome.
Doch nicht nur die Wechseljahre stellen eine hormonelle Herausforderung dar. Auch der weibliche Zyklus oder eine Schwangerschaft verlangen von Frauen körperlich wie mental einiges ab. Hinzu kommt das Polyendokrine Metabolische Ovarialsyndrom (PMOS). Dieses geht oftmals mit einer verminderten Fertilität einher. Neue Studiendaten deuten nun an, dass der GLP-1-Rezeptoragonist Semaglutid Betroffenen mit Adipositas nicht nur beim Abnehmen helfen, sondern auch ihre Fruchtbarkeit wiederherstellen könnte. Und nicht nur das: Laut einer anderen Studie ist die Anwendung von GLP-1-RA bei Frauen ab 45 Jahren auch mit einer geringeren Inzidenz für Brustkrebs assoziiert.
Umgekehrt geht die Einnahme von oralen Verhütungsmitteln mit einer Zunahme von Binge-Eating-Episoden einher, wie eine US-Studie zeigt. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass nach wie vor zahlreiche „Blind Spots“ bestehen, was die Frauengesundheit in verschiedenen Lebensphasen angeht – teils gepaart mit Stigmatisierung und veralteten Denkmustern. Es bedarf an vielen Stellen weiterhin gründlicherer Untersuchungen.
Doch damit genug der Wissenschaft. Dieses Wochenende gilt für alle Geschlechter: Abkühlung, wo immer sie sicher möglich ist. Also viel Trinken, Sonnencreme nicht vergessen, Baderegeln beachten und Rücksicht nehmen! Ein schönes Wochenende wünscht Ihnen
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