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Liebe Leserinnen und Leser,
die Forschung hat Möglichkeiten zur Eindämmung von Infektionen mit den Hepatitisviren B und C geschaffen, doch wenn sie nicht angewendet werden, können sie nicht helfen – so lassen sich sehr kurz gefasst verschiedene Wortmeldungen zum gestrigen Welt-Hepatitis-Tag zusammenfassen.
Das Problem beginnt schon bei der Diagnose: Fast 80 Prozent aller Menschen mit Hepatitis B oder C bleiben laut eines aktuellen Reports der Weltgesundheitsorganisation ohne eine solche. Mit als Ursache dafür, dass viele Betroffene erst gar nicht einer Diagnostik zugeführt werden, sehen Experten Fehlinformationen und hartnäckige Vorurteile – immer noch, mit verheerenden Folgen für die Betroffenen. Bruno Ciancio, Leiter der Abteilung für direkt übertragbare und durch Impfungen vermeidbare Erkrankungen beim European Centre for Disease Prevention and Control, bringt es auf den Punkt: „Niemand sollte an einer Krankheit sterben, die vermeidbar, diagnostizierbar und behandelbar ist.“ Vor allem nicht, wenn die Angst vor Stigmatisierung der Grund dafür ist.
Bei Patienten mit Leberzirrhose kann eine Infektion mit dem Hepatitis-E-Virus (HEV) ein großes Risiko darstellen, wie eine neue Studie aus Hannover zeigt. Etwa die Hälfte der Betroffenen entwickelte unter diesen Voraussetzungen ein akutes Leberversagen auf chronischer Grundlage, und in jedem zweiten dieser Fälle war der Verlauf tödlich oder machte eine Lebertransplantation notwendig. Da HEV-Infektionen häufig übersehen werden, fordern die Autoren mehr Aufmerksamkeit für das Virus und routinemäßigere Tests.
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