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Liebe Leserinnen und Leser,
wenn die Erfüllung des eigenen Kinderwunsches länger dauert als gehofft, kann das für Paare sehr belastend sein. Besonders Fehlgeburten sind ein sensibles Thema, das nicht nur körperliche, sondern auch psychische Belastungen mit sich bringt. Die aktualisierte S2k-Leitlinie „Diagnostik und Therapie von Frauen mit wiederholten Spontanaborten“ soll behandelnden Ärztinnen und Ärzten eine Orientierung für die Praxis bieten. Beispielsweise kann entgegen der Definition der WHO, die wiederholte Spontanaborte erst bei drei oder mehr aufeinanderfolgenden Fehlgeburten sieht, bereits nach zwei Fehlgeburten eine weiterführende Diagnostik sinnvoll sein. Eine wichtige Rolle spielt hier unter anderem die genetische Untersuchung des Abortmaterials. Auch potenzielle männliche Faktoren, die zu wiederholten Fehlgeburten beitragen können, werden stärker berücksichtigt – ebenso wie die Unterstützung bei psychischen Belastungen.
Ein weiterer Faktor, der die Fruchtbarkeit von Frauen und Männern beeinflussen und dem Kinderwunsch in die Quere kommen kann, ist Diabetes mellitus. Eine Hormonbehandlung ist hier allerdings nicht immer sinnvoll – darauf verweist die Deutsche Diabetes Gesellschaft. Im Vordergrund sollten vielmehr eine gute Glukoseeinstellung, mehr Bewegung, ein Rauchstopp und – bei zusätzlicher Adipositas – ein gezielter Gewichtsverlust stehen. Bei Frauen können GLP-1-Rezeptoragonisten die Fruchtbarkeit verbessern, sollten aber vor einer geplanten Schwangerschaft rechtzeitig wieder abgesetzt werden. Einen Mini-Ratgeber für das ärztliche Gespräch finden Sie in unserem Beitrag zu dem Thema.
Ein deutlich erhöhtes Risiko für Typ-2-Diabetes zeigt sich auch bei einer Gruppe, die ohnehin häufiger mit Fertilitätsproblemen zu kämpfen hat: Frauen mit Endometriose. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie mit Daten von fast drei Millionen Frauen aus 25 Jahren. Die Autoren vermuten, dass die bei der Endometriose auftretenden Entzündungsreaktionen auch die Stoffwechselgesundheit beeinflussen könnten. Am deutlichsten zeigte sich der Zusammenhang bei Frauen vor der Menopause sowie bei Frauen ohne Adipositas. Mit einem Gestationsdiabetes bestand hingegen kein Zusammenhang. Die Studie verdeutlicht wieder einmal eindrücklich, wie breit gefächert die Auswirkungen der Endometriose sein können – und wie viele gesundheitliche Aspekte bei Frauen mit Kinderwunsch eine Rolle spielen.
Mehr zu diesen und weiteren Themen finden Sie wie immer in diesem Newsletter und auf unserem Nachrichtenportal BIERMANN MEDIZIN. Ich wünsche Ihnen eine spannende Lektüre!
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