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Liebe Leserinnen und Leser des Kompakt Kardiologie,
„Mehr Technik“ bedeutet nicht automatisch „bessere Ergebnisse“. Das verdeutlicht eine US-amerikanische Studie mit fast 2000 älteren Erwachsenen, die sich einer Koronararterien-Bypass-Operation ohne Herzlungenmaschine unterzogen. Um postoperative Komplikationen zu vermeiden, hatten die Forscher auf einen Hightech-Ansatz zur Sauerstoffüberwachung im Gewebe gesetzt. Als Vergleichsgruppe dienten Patienten, die während der OP eine Standardversorgung erhielten. Das Risiko für Komplikationen veränderte sich allerdings nicht – zumindest nicht pauschal. Die Forscher entdeckten lediglich einen Hinweis auf eine geringere Rate an Lungenentzündungen mit dem modernen Ansatz – ein Ergebnis, dass ihnen zufolge weiter untersucht werden könnte.
Bei Kindern mit außerklinischem Herzstillstand (OHCA) wird die Adrenalingabe über einen intravenösen (i.v.) oder intraossären (i.o.) Zugangsweg als gleichwertig empfohlen. Bestätigt wird diese Praxis durch eine retrospektive Kohortenstudie an 739 Kindern mit OHCA, die keinen Unterschied im Überleben der Kinder zeigt – egal ob Adrenalin i.v. oder i.o. verabreicht wurde. Für Notfallmediziner mag das unspektakulär wirken – doch es schafft Handlungssicherheit.
Viel Spaß beim Lesen und eine erfolgreiche Restwoche wünscht Ihnen,
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