Ausgabe 20/2026

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Mittwoch, 13. Mai 2026

Liebe Leserinnen und Leser,

Technik und Mensch verbindet eine fortwährende Hassliebe: Zwar verfluchen wir sie regelmäßig, doch eigentlich ist unser Ärger lediglich Ausdruck unserer wachsenden Abhängigkeit. Auch der medizinische Fortschritt wird maßgeblich von technologischen Entwicklungen getrieben. Deshalb habe ich Ihnen heute fünf spannende neue Methoden mitgebracht – vier davon „Made in Germany“ –, mit denen laut ihren Erfindern auch in der Forschung nun Einiges mehr möglich sein sollte.

Mit SPARK, einem autonomen, agentenbasierten KI-System, stellen Forschende der Uniklinik Köln beispielsweise ein neues Tool für die Präzisionsonkologie vor. Aus histologischen Gewebeschnitten können mit seiner Hilfe neue Informationen gewonnen werden, die präzisere Diagnosen und gezieltere Therapieentscheidungen ermöglichen könnten. Ein ähnliches Prinzip verfolgt allerdings auch das Deep-Learning-Modell „Path2Space“ – aber Konkurrenz belebt ja mutmaßlich das Geschäft!

Aus München kommt derweil eine neue Methode zur Transkriptomanalyse: „Non-destructive Transcriptomics via Vesicular Export“ beschreibt ein Verfahren, dass ohne die Lyse der zu untersuchenden Zellen auskommt. Stattdessen werden die RNA-Transkripte in Vesikeln aus der Zelle geschleust. So kann die Genexpression einer einzelnen Zelle sogar über mehrere Tage hinweg analysiert werden.

Ein US-Forschungsteam hat sich solche vesikulären Nanopartikel ebenfalls zu Nutze gemacht und ein Früherkennungssystem für Bauchspeicheldrüsenkrebs entwickelt. Außerdem stehen Ihnen zwei neue Visualisierungshilfen für neuro(patho)- oder onkologische Untersuchungen zur Verfügung. Ich wünsche Ihnen eine informative Lektüre und ein entspanntes Feiertags-Wochenende!




   Milo Klesse
   Redaktion Labormedizin

 

 
 
KI in der Pathologie: SPARK ermöglicht tieferes Verständnis von Tumorerkrankungen

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Forschende aus Köln haben ein autonomes, agentenbasiertes KI-System namens SPARK entwickelt. Es fungiert als „digitales Gehirn“ und bietet einen neuen Ansatz für die Präzisionsmedizin in der Onkologie.

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Präzisionsonkologie beginnt in der Pathologie

Lebensverändernde Entscheidungen erfordern präzise Antworten. Als Ihr Partner für klinisch validierte Assays im Bereich der Präzisionspathologie liefern wir die Sicherheit, die Sie für die personalisierte Versorgung benötigen.

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Neuer Calcium-Sensor verbessert die Bildgebung von Nervenzellen

Heller, stabiler und mit anderen Methoden kompatibel: PinkyCaMP ist ein neuer Calcium-Sensor, der die Bildgebung von Nervenzellen verbessert und damit neue experimentelle Möglichkeiten eröffnet.

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„Non-destructive Transcriptomics“: Genetische Vorgänge zerstörungsfrei aus Zellen ablesen

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Bislang war die Untersuchung des Transkriptoms meist mit einer Lyse der jeweiligen Zellen verbunden. Ein neues Verfahren ermöglicht nun, die Genexpression zerstörungsfrei und über mehrere Tage hinweg aus Zellen abzulesen. Dadurch öffnen sich neue Möglichkeiten für die Forschung, zum Beispiel mit Stammzellen und Organoiden.

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Unsere Auswahl: Aktuelles aus internationalen Journals

KI-gestützte räumliche Transkriptomik erschließt Brustkrebs-Biomarker aus der Pathologie.
Cell 08.05.2026

Genomische Überwachung von Plasmodium falciparum Malaria im kontinentalen Maßstab in Subsahara-Afrika mittels schneller Nanopore-Sequenzierung.

Neuartige, schnelle phänotypische Resistenztestungsverfahren, die Antimicrobial Stewardship und die klinische Entscheidungsfindung verbessern.
Clin Chem 24.04.2026

Nicht invasives Profiling der Tumormikroumgebung mittels räumlicher Ökotypen.
Nature 06.05.2026

 
 

Erkennung von Bauchspeicheldrüsenkrebs: Vielversprechende neue Technik nutzt Nanopartikel

Wissenschaftler aus den USA präsentieren in einer neuen Veröffentlichung einen hochentwickelten Bluttest auf Pankreaskarzinome. Die Trefferquote liegt laut den Forschenden bei 97 Prozent.

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Lasersystem verbessert Zwei-Photonen-Mikroskopie zur Erforschung verborgener Zellwelten

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Mithilfe einer faserbasierten ultraschnellen Laserquelle könnte die mehrfarbige Zwei-Photonen-Mikroskopie deutlich einfacher werden. Der Ansatz, entwickelt von Forschenden am DESY, könnte somit neue Möglichkeiten für die Untersuchung von komplexen biologischen Prozessen eröffnen.

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NACHRICHTEN:

Nach dem Hantavirus-Ausbruch auf einem Kreuzfahrtschiff liegt nun das erste vollständige Genom der Andes-Variante eines infizierten Reisenden aus der Schweiz vor.
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Am Universitätsklinikum Heidelberg gibt es ab sofort ein neues „WHO-Kollaborationszentrum für neuartige Diagnostika für Infektionskrankheiten“.
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Bei unter 50-Jährigen, die mutmaßlich am plötzlichen Herztod verstarben, sollen Notärzt:innen künftig eine postmortale Blutprobe entnehmen dürfen, um mögliche genetische Ursachen besser identifizieren zu können.
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