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Liebe Leserinnen und Leser,
so richtig überraschend kommen die Ergebnisse einer großen Studie zum Zusammenhang von Ehe und Krebsrisiko im Grunde genommen nicht, der senkende Effekt hatte sich schon in früheren Studien angedeutet. Interessant dürfte aber sicherlich sein, in welchem Ausmaß ein Lebensstil mit geringerer Exposition gegenüber Risikofaktoren wie Infektionen durch Humane Papillomviren, Rauchen oder Alkoholkonsum die Krebsinzidenz reduzieren kann: Der Studie zufolge hatten unverheiratete Männer ein um etwa 70 Prozent höheres Krebsrisiko als verheiratete Männer, während unverheiratete Frauen sogar ein um etwa 85 Prozent höheres Risiko aufwiesen als verheiratete oder ehemals verheiratete Frauen. Bei verheirateten Frauen spielte offenbar auch eine Rolle, dass sie häufiger Kinder hatten, womit ein geringeres Risiko für Ovarial- und Endometriumkarzinome in Verbindung gebracht wurde.
Auf die Frage, warum Venetoclax bei Akuter myeloischer Leukämie manchmal nicht ausreichend wirkt oder seine Wirksamkeit mit der Zeit verliert, haben Heidelberger Wissenschaftler jetzt eine Antwort gefunden: Demnach gibt es mindestens vier unterschiedliche Subtypen von Leukämie-Stammzellen, die sich darin unterscheiden, welchem Entwicklungsstadium gesunder Blutzellen sie ähneln – was wiederum darüber entscheidet, wie sie auf Venetoclax-Therapien reagieren.
Für den seltenen Peniskrebs gibt es nicht viele Behandlungsoptionen, besonders nicht bei fortgeschrittenen Stadien. Checkpoint-Inhibitoren, die bei häufigeren Krebsarten längst Standard sind, haben für Peniskrebs keine Zulassung. Am Universitätsklinikum Tübingen, einem zertifizierten Peniskrebszentrum, fangen die Forscher daher ganz unten an: Sie untersuchen in einem neuen Projekt, welche Auswirkungen die Behandlung von Peniskrebszellen mit dem Checkpoint-Inhibitor Pembrolizumab auf den Metabolismus von Mitochondrien in Makrophagen hat. Fernziel ist es, Biomarker und Angriffspunkte für neue Therapien zu finden.
Beim Blasenkarzinom hat die Ära der Antikörper-Wirkstoff-Konjugate mit der Zulassung von Enfortumab Vedotin längst begonnen. Jetzt kommt Konkurrenz auf den Plan: Bei Patienten mit stark vorbehandeltem fortgeschrittenen oder metastasierten Urothelkarzinom hat Sacituzumab Tirumotecan in einer Phase-I/II-Studie vielversprechende Antitumoraktivität gezeigt.
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