Ausgabe 24/2026

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Donnerstag, 11. Juni 2026

Liebe Leserinnen und Leser,

die Fußball-Weltmeisterschaft startet heute. Dieses Großereignis ruft in mir die Erinnerung an das einstmals bahnbrechende Sturmduo der uruguayischen Nationalmannschaft Luis Suárez und Edinson Cavani hervor und wie die beiden ausgelassen wie junge Hunde über das Spielfeld tobten. Wenn Fußball doch nur immer so großartig wäre! Eine ganz ähnliche „Spielfreude“ habe ich vor Kurzem bei zwei Tierärztinnen einer großen Tierklinik wahrgenommen, mit denen ich ein Interview geführt habe. Dabei war die Begeisterung der Kolleginnen für ihr jeweiliges Fachgebiet deutlich zu spüren – und auch ihre große Liebe zu den tierischen Patienten. Ich habe im Stillen gedacht, wie gut, dass die beiden trotz mancher derzeitigen Widrigkeiten ihren Weg gehen. Und damit das so bleibt, braucht es starke Frauen als Lehrmeisterinnen – wie etwa Prof. Christa Thöne-Reineke von der FU Berlin. Die Tierärztin und Wissenschaftlerin wurde für ihr langjähriges Engagement für mehr Tierwohl in der Forschung mit dem Ursula M. Händel-Tierschutzpreis ausgezeichnet, den sie sich mit Prof. Birgit Schittek von der Universität Tübingen teilt. Mit einem Preisgeld von derzeit 80.000 Euro ist er der höchst dotierte Forschungspreis dieser Art in Deutschland. Herzlichen Glückwunsch zu dieser renommierten Auszeichnung!

Am 8. Juni war Welttag der Ozeane. Dieses Datum sollte uns nicht erst seit dem tragischen Schicksal des Wals „Timmy“ zum Nachdenken anregen, nun aber vielleicht umso mehr. Forschende stellten nun in einer aktuellen Studie fest, dass die Biodiversität in der Tiefsee deutlich vielfältiger sein könnte als bisher vermutet. Sie verweisen auf die große Bedeutung, aber auch die Herausforderungen des Meeresschutzes. Außerdem in unseren Kurznachrichten zu lesen: Niedersachsen geht voran und untersagt als erstes Bundesland die Anbindehaltung für Rinder. Nachahmung stark erwünscht. Spannende Neuigkeiten zu Virusinfektionen bei Pflanzen: Forschende konnten zeigen, dass eine zu starke Immunreaktion – ähnlich wie beim Menschen – mehr Schaden anrichten kann als Nutzen. Und bei der JLU Gießen gibt es noch freie Plätze im Zertifikatskurs „Tiergestützte Dienstleistungen“.

Morgen beginnt die 26. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Veterinärdermatologie in Düsseldorf. Das Programm reicht von Seminaren zur Allergenspezifischen Immuntherapie und Otitis externa über die schlimmsten Albträume zu Pfotenerkrankungen von Dr. Brett Wildermuth und über Pseudomonas-Ohrinfektionen von Dr. Sue Paterson bis hin zur dermatologisch relevanten Endokrinologie des Hundes, die Dr. Christiane Stengel erläutern wird. Dr. Petra Kölle von der LMU München wird unter anderem die Frage erörtern: „Kann man sein Tier vegetarisch oder vegan ernähren?“, die vielen aus dem Praxisalltag nur zu gut vertraut sein dürfte. Die Location, die Rheinterrasse, ist – wie der Name vermuten lässt – direkt am Rhein gelegen. Vom Ufer aus hat man eine erstklassige Aussicht auf die Skyline von Düsseldorf und kann fußläufig sowohl den Kunstpalast, die Tonhalle als auch die Altsstadt erreichen. Kurzentschlossene finden Anmeldung und Programm unter den Terminen.

Eine gute Lektüre und eine schöne Zeit wünscht Ihnen


  Ihre
  Sigrun Grombacher
  Redakteurin Kompakt VetMed
  Tierärztin

 

 
 
Tierschutzpreis für Veterinärmedizinerin Prof. Christa Thöne-Reineke

Tierschutzpreis für Veterinärmedizinerin Prof. Christa Thöne-Reineke

Die Tierärztin und Wissenschaftlerin Prof. Christa Thöne-Reineke von der Freien Universität Berlin wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) mit dem Ursula M. Händel-Tierschutzpreis 2026 ausgezeichnet.

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„Meer Schutz“ ‒ Unerwartet hohe Biodiversität in der Tiefsee

Die Ergebnisse einer aktuellen Studie deuten auf eine deutlich unterschätzte Biodiversität in der Tiefsee hin. Angesichts des globalen Ziels, bis 2030 mindestens 30 Prozent der Meeresfläche zu schützen, unterstreichen die Forschenden die große Bedeutung, aber auch die Herausforderungen des Meeresschutzes in der Hochsee.

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Nachtigall, ick hör' Dir trapsen: Hunde registrieren Regelbrüche

Nachtigall, ick hör' Dir trapsen: Hunde registrieren Regelbrüche

Eine aktuelle Studie des Messerli Forschungsinstituts für Mensch-Tier-Beziehung der Veterinärmedizinischen Universität Wien untersuchte, ob und wie Hunde darauf reagieren, wenn Menschen soziale Regeln brechen. Zur Beantwortung dieser Frage testeten die Forschenden mittels Eye-Tracking mehrere Dutzend Hunde. Dabei zeigte sich ein klares Verhalten der getesteten Hunde: Wurden die Vierbeiner mit sozialen Regelbrüchen konfrontiert, weiteten sich ihre Pupillen – ein Indiz für Überraschung und erhöhte Aufmerksamkeit.

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Unsere Auswahl: Aktuelles aus internationalen Journals

Blutkulturen in der veterinärmedizinischen Diagnostik: Methodik und Ergebnisse einer deutschen Single-Center-Studie an Hunden (2014–2022).
J Vet Intern Med 2026;40(1):aalaf057.

Randomisierter, doppelblinder, placebokontrollierter Provokationstest mit einzelnen Futtermitteln bei Hunden mit atopischer Dermatitis und unerwünschten Reaktionen auf Futtermittel.
Vet Dermatol 2026;37(2):247-256. 

Individuell angepasste Ureteroneozystostomie mit spannungsentlastenden Techniken bei benigner Ureterobstruktion bei Katzen: eine retrospektive Studie an 189 Fällen (220 Ureteren).
J Am Vet Med Assoc 18.03.2026

Zecken in der Landschaft: Fragmentierung beeinflusst die Dichte von Ixodes ricinus, dem wichtigsten Überträger zeckenübertragener Krankheiten in Europa, in Deutschland.
Ticks Tick Borne Dis 2026;17(2):102621. 

 
 

Wachsmottenlarven: Vom Schädling zum nützlichen Werkzeug

Forschende des Helmholtz-Instituts für One Health (HIOH) haben gezeigt, dass sich Larven der Großen Wachsmotte (Galleria mellonella) als alternatives Infektionsmodell eignen, um die Gefährlichkeit von Bakterien im größeren Maßstab zu untersuchen. Dadurch könnten Tierversuche an Säugetieren künftig deutlich reduziert werden.

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PsittaWel: Neues Tool für das Papageienwohl

PsittaWel: Neues Tool für das Papageienwohl

Die Privathaltung von Papageien stellt hohe Anforderungen. Werden diese nicht oder nur teilweise erfüllt, können Verhaltens- und Gesundheitsprobleme bei den Tieren auftreten. Um ein stärkeres Bewusstsein für die Bedürfnisse der Vögel zu schaffen, haben Forschende das Tool PsittaWel entwickelt.

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KURZMELDUNGEN:

Niedersachsen steigt als erstes deutsches Bundesland aus der Anbindehaltung für Rinder aus.
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Forschungsergebnisse zu Virusinfektionen bei Pflanzen zeigen, dass eine zu starke Immunreaktion – ähnlich wie beim Menschen – mehr schaden kann als nützen.
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Im Zertifikatskurs „Tiergestützte Dienst­leistungen“ der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) sind noch Plätze frei. Die Bewerbungsfrist läuft noch bis einschließlich 
15. Juni 2026.
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Der Bundesverband für Tiergesundheit (BfT) hat die wichtigsten Eckpfeiler für das Reisen mit Hund zusammengefasst.
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TERMINE:

26. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Veterinärdermatologie
12.–14. Juni 2026
Düsseldorf

Onkologische Chirurgie
12. –13. Juni 2026
Idar-Oberstein

Perioperatives Schmerzmanagement beim Hund: Wann, wie und wieso?
25. Juni 2026
online

Chirurgisches Wundmanagement heute
29. Juni 2026
Tuttlingen

 
 

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