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Liebe Leserinnen und Leser,
gestern war Weltbienentag. Die kleinen Nektarschlürfer erfeuen sich nicht nur immer größerer Beliebtheit, Honigbienen sind vor allem von großer Bedeutung für die Landwirtschaft und die Ernährung. Damit sie gut über den Winter kommen und als Entschädigung für den entnommenen Honig, füttern Imker ihre Bienenvölker bereits ab dem Sommer mit einem speziellen Futter. Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) informiert in unserer ersten Meldung darüber, wie Ersatzfutter für Bienen gelagert werden sollte, damit sich kein für die Bienen schädliches Hydroxymethylfurfural (HMF) bildet. Da es mittlerweile auch zahlreiche Hobbyimker gibt, können Sie hier mit fundiertem Fachwissen punkten.
Auch die zweite Meldung findet ihren Ursprung in naturnahen Lebensräumen, nämlich genau da, wo die Feldspitzmaus (Crocidura leucodon) vorkommt. Im Landkreis Regen in Bayern ist ein 79 Jahre alter Mensch am Borna Disease Virus 1 (BoDV-1) erkrankt und befindet sich in intensivmedizinischer Behandlung. Es handelt sich um den vierten Fall innerhalb von drei Monaten im Freistaat. Anfang Mai gab es einen Fall in Augsburg, Ende April einen im Raum Bad Wörishofen im Landkreis Unterallgäu sowie im März einen im Landkreis Erding. Die Achillesferse im Infektionsgeschehen bleiben nach wie vor die erfolglose Suche nach den genauen Ansteckungsquellen und die Therapie. Das BoDV-1 verursacht bei Haus- und Nutztieren sowie beim Menschen eine fulminante Enzephalitis mit einer Letalitätsrate von über 90 Prozent. Derzeit gilt die Feldspitzmaus als einziger bekannter Reservoirwirt. Doch die Forschung läuft auf hohen Touren.
So berichten Wissenschaftler in einer aktuellen Studie über BoDV-1-Infektionen bei 15 wildlebenden Europäischen Igeln aus einem Endemiegebiet in Deutschland. Da Igel entfernte Verwandte der Spitzmäuse sind und häufig von Menschen gepflegt werden, geben diese Fälle Anlass zur Sorge hinsichtlich eines potenziellen zoonotischen Risikos. Alle Igel, die im Rahmen der Studie positiv auf BoDV-1 getestet wurden, verstarben an einer neurologischen Erkrankung und wiesen eine schwere, überwiegend die graue Hirnsubstanz betreffende, lymphoplasmohistiozytäre Meningoenzephalitis auf. Bei einem einzigen Tier konnten die Forschenden virale Antigene in nicht neuronalen Zellen nachweisen, was bedeutet, dass nicht gänzlich auszuschließen ist, dass einige infizierte Igel das Virus ausscheiden. Obwohl bekannt ist, dass die direkte Übertragung von BoDV-1 ineffizient verläuft, unterstreichen die Studienergebnisse die Notwendigkeit von Hygienemaßnahmen beim Umgang mit Igeln – insbesondere bei solchen mit neurologischen Symptomen, die aus BoDV-1-Endemiegebieten stammen. Diese und weitere interessante Meldungen und Studien lesen Sie im heutigen Newsletter.
Ich wünsche Ihnen spannende Unterhaltung bei der Lektüre und sonnige Pfingsten!
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