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Liebe Leserinnen und Leser,
aktuelle Forschungsergebnisse beleuchten neue Aspekte rund um Atopische Dermatitis, Urtikaria und Allergien – von der Risikoreduktion durch SGLT2-Hemmer über die Vergleichbarkeit von Fragebögen bis hin zu epigenetischen Veränderungen bei Kindern mit Allergien. Außerdem berichten wir über neue Erkenntnisse zu Ausschlagtypen bei Urtikaria und zur Akzeptanz digitaler Gesundheitslösungen im Urtikaria-Management.
Wir wünschen Ihnen eine aufschlussreiche Lektüre und freuen uns über Ihr Feedback unter [email protected].
Ihre Redaktion von Biermann Medizin
Heutiger Schwerpunkt: Atopische Dermatitis/Urtikaria/Allergien
Eine landesweite Kohortenstudie aus Taiwan zeigt, dass Patienten mit Typ-2-Diabetes, die SGLT2-Hemmer einnehmen, seltener eine Atopische Dermatitis (AD) entwickeln als jene unter DPP4-Hemmern. Die Analyse umfasste mehr als 470.000 Patienten und ergab eine signifikante Risikoreduktion für AD unter SGLT2-Hemmern, die bei Männern und bei höheren Dosierungen besonders ausgeprägt war.
Forschende aus Portland (USA) haben Gleichungen entwickelt, mit denen sich Ergebnisse des Atopic Dermatitis Control Tool und des Recap of Atopic Eczema direkt vergleichen lassen. Die beiden Instrumente sind zentrale Bestandteile für klinische Studien zur AD. Die neue Konversionsmethode basiert auf einer linearen Regression und ermöglicht eine Umrechnung zwischen den beiden Patientenfragebögen. Die Validierung an größeren Kohorten steht noch aus, doch die Methode kann bereits jetzt die Vergleichbarkeit von Studiendaten unterstützen.
Wissenschaftler der Universität Kobe (Japan) identifizierten zwei charakteristische Ausschlagtypen bei cholinerger Urtikaria: eine klassische Quaddel/Erythem-Gruppe und eine Gruppe mit gänsehautartigen Veränderungen. Die gänsehautartige Form ist bei Männern häufiger und mit Hypohidrose und Schmerzen assoziiert, während die Quaddel/Erythem-Gruppe häufiger mit AD und Pruritus einhergeht. Die Ergebnisse unterstützen die Klassifikation in klinische Subtypen und helfen, das Management der cholinergen Urtikaria zu optimieren.
Trotz grundsätzlicher Akzeptanz bestehen bei Patienten mit chronischer Urtikaria und ihren Behandlern Unsicherheiten gegenüber digitalen Gesundheitslösungen. Eine Studie aus Deutschland zeigt, dass viele Patienten und Ärzte den Nutzen digitaler Anwendungen erkennen, jedoch Datenschutzbedenken, technische Defizite und mangelnde Bekanntheit der Angebote Hürden darstellen. Die gezielte Förderung der digitalen Gesundheitskompetenz und eine bessere Aufklärung werden von den Autoren als entscheidend für die erfolgreiche Integration digitaler Lösungen ins Urtikaria-Management angesehen.
Die Auswertung zweier europäischer Geburtskohorten legt offen, dass Kinder mit Asthma, Allergischer Rhinitis oder Ekzem epigenetisch schneller altern als Gleichaltrige ohne Allergien. Die Ergebnisse deuten auf einen Zusammenhang zwischen chronischer allergischer Belastung und biologischer Alterung hin. Eine beschleunigte epigenetische Alterung ist dabei mit der klinischen Manifestation von Allergien verbunden, nicht jedoch mit einer asymptomatischen Sensibilisierung. Dieses Wissen könnte zukünftig für die Risikostratifizierung und Prävention genutzt werden.
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