|
Liebe Leserinnen und Leser,
in unserem aktuellen Newsletter geht es um Psoriasis, Wunden und neue Erkenntnisse aus der Phlebologie. Wir wünschen Ihnen eine aufschlussreiche Lektüre und freuen uns über Ihr Feedback unter [email protected].
Ihre Redaktion von Biermann Medizin
Heutiger Schwerpunkt: Wunden / Phlebologie / Psoriasis
Eine systematische Übersichtsarbeit zu genomweiten Assoziationsstudien zeigt, dass zahlreiche genetische Varianten an der Heritabilität der Varikosis und der Pathogenese chronischer Venenerkrankungen beteiligt sind. Die identifizierten Polymorphismen betreffen unter anderem Entzündungs- und Immunwege, arterielle Hypertonie sowie die Gefäßarchitektur. Ein vertiefendes Verständnis der genetischen Grundlagen der Pathogenese könnte wichtige Impulse für die zukünftige Diagnostik und personalisierte Therapie liefern, so das Resümee der Autoren.
Insbesondere bei hoher genetischer Prädisposition können ungünstige Schlafmuster das Risiko für Psoriasis und Psoriasis-Arthritis deutlich erhöhen, so das Ergebnis einer prospektiven Auswertung von UK‑Biobank-Daten. Der kombinierte Blick auf den polygenen Risiko-Score und den Schlafscore unterstreicht, wie wichtig Schlafoptimierung als modifizierbarer Lebensstilfaktor ist, der sich in Präventionsstrategien für psoriatische Erkrankungen gezielt adressieren lässt.
Eine schwedische Kohortenstudie deutet darauf hin, dass frühe Infektionen die Reifung des adaptiven Immunsystems beeinflussen und mit einem erhöhten Psoriasis-Risiko im jungen Erwachsenenalter assoziiert sein können. Besonders Influenza im ersten Lebensjahr und Tonsillitiden im Alter von ein bis drei Jahren gingen mit einer deutlich erhöhten Psoriasis-Inzidenz einher.
In einer randomisierten Studie aus Grenoble (Frankreich) erwies sich eine einstündige Schulung fortgeschrittener Pflegefachkräfte zur Anlage von Kompressionsverbänden bei venösen Ulzera als nicht ausreichend für eine nachhaltige Kompetenzsteigerung. Zwar kam es kurzfristig zu leichten Verbesserungen einzelner Parameter, nach drei Monaten waren diese jedoch weitgehend verschwunden. Die Autorinnen betonen deshalb unter anderem die Bedeutung wiederholter Praxis und strukturierter Feedbacks bei der Schulung.
Eine systematische Übersichtsarbeit zur Unterdruck-Wundtherapie (NPWT) bei chronischen Ulzera zeigt, dass NPWT das Anwachsen von Hauttransplantaten deutlich verbessert und ein gutes Sicherheitsprofil aufweist. Die Autorengruppe empfiehlt, NPWT insbesondere kurzzeitig als bevorzugte Methode zur Sicherung von Transplantaten zu erwägen, da sie die Heilung beschleunigen und möglicherweise auch Behandlungskosten senken kann.
|