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Freitag, 03. Juli 2026

Liebe Leserin, lieber Leser,

Mehrere Millionen Menschen in Deutschland sind auf eine Antikoagulation angewiesen. Hauptindikationen für diese Form der Blutverdünnung sind die Prävention und Behandlung venöser Thromboembolien sowie die Schlaganfallprävention bei Vorhofflimmern oder Herzklappenersatz. Zusätzlich zu althergebrachten Wirkstoffen wie Heparin kommen heute vielfach die oralen Antikoagulanzien (OAK) zum Einsatz – und hier insbesondere die direkten oralen Antikoagulanzien (DOAK), welche einzelne Faktoren in der Gerinnungskaskade hemmen.

Das erste in der EU zugelassene DOAK war 2008 der direkte Thrombin-Inhibitor Dabigatran, dicht gefolgt von dem selektiven Faktor-Xa-Hemmstoff Rivaroxaban – beide wurden zunächst nur zur Thromboseprophylxe eingesetzt. Seitdem haben sich sowohl die Produktpalette als auch die Anwendungsgebiete erweitert. Eines bleibt jedoch: Das Risiko für klinisch relevante bis hin zu tödlichen Blutungen, welches sorgsam gegen den Nutzen der DOAK-Therapie abgewogen werden muss – und dauerhafter Gegenstand einer Vielzahl von Forschungsarbeiten ist.

Im heutigen Schwerpunkt-Newsletter finden Sie eine Reihe von Studien, die sich genau diesem Thema widmen. Sie beschäftigen sich mit der Frage der notwendigen Dauer einer OAK nach erfolgreicher Katheterablation, der DOAK-Therapie bei Vorhofflimmer-Patienten mit medikamentenfreisetzenden Stents oder nicht mechanischem Herzklappenersatz beziehungsweise Klappenrekonstruktion sowie mit einem direkten DOAK-Vergleich hinsichtlich des Blutungsrisikos nach akuter venöser Thromboembolie.

Eine erkenntnisreiche Lektüre wünscht




   Ihre
   Dr. Aileen Hochhäuser

 
 

Frühes Absetzen der OAK nach Pulsed-Field-Ablation scheint sicher

Zur Behandlung eines Vorhofflimmerns (VHF) kommt neben der Radiofrequenzablation (RFA) immer häufiger die Pulsed-Field-Ablation (PFA) zum Einsatz. Sollte hier ein Unterschied hinsichtlich der anschließenden Behandlung mit oralen Antikoagulanzien (OAK) gemacht werden?

Mohanty S et al. Management of oral anticoagulation after pulsed field ablation for atrial fibrillation: Insights from a multicenter study. Heart Rhythm 2026;23(1):16–24.

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Dauerhafte OAK nach erfolgreicher Katheterablation wohl ohne Nutzen

Wie lang sollte die orale Antikoagulation (OAK) bei Patienten nach erfolgreicher Katheterablation zur Beendigung eines Vorhofflimmerns (VHF) fortgeführt werden? Dieser Frage ging die offene, Endpunkt-verblindete randomisierte Studie OCEAN nach.

Verma A et al. Antithrombotic Therapy after Successful Catheter Ablation for Atrial Fibrillation. N Engl J Med 2026;394(4): 323–332.

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Vorhofflimmern bei Patienten mit medikamentenfreisetzenden Stents: DOAK-Monotherapie versus Kombinationsbehandlung

Trotz Leitlinienempfehlungen gibt es nach wie vor nur begrenzte Belege für den Einsatz einer Monotherapie mit direkten oralen Antikoagulanzien (DOAK) bei Patienten mit Vorhofflimmern (VHF) nach Implantation eines medikamentenfreisetzenden Stents (DES). Das sollte die klinische Studie ADAPT AF-DES ändern.

Lee SJ et al. Therapy for Atrial Fibrillation in Patients with Drug-Eluting Stents. N Engl J Med 2026;394:658–668.

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DOAKs bei Vorhofflimmern nach biologischem Herzklappenersatz oder Klappenrekonstruktion

Ist der Einsatz von direkten oralen Antikoagulanzien (DOAK) bei Vorhofflimmer-Patienten mit nicht mechanischem Herzklappenersatz oder Herzklappenrekonstruktion (NMV-VHF) sicher und wirksam? Die kürzlich publizierten Ergebnisse der bisher größten beschriebenen Kohorte von Patienten mit NMV-VHF sprechen dafür.

Greiss I et al. Safety and effectiveness of direct oral anticoagulants in AF patients with nonmechanical valves. Heart Rhythm 2026;23(1):70–76.

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Akute venöse Thromboembolie: Blutungsrisiko unter Apixaban geringer als mit Rivaroxaban

Zur Behandlung akuter venöser Thromboembolien sind Apixaban und Rivaroxaban die am häufigsten eingesetzten oralen Antikoagulanzien. Die COBRA-Studiengruppe verglich nun das Blutungsrisiko der beiden Wirkstoffe über die ersten drei Monate nach Behandlungsstart – und identifizierte einen klaren Favoriten.

Castellucci LA et al. Bleeding Risk with Apixaban vs. Rivaroxaban in Acute Venous Thromboembolism. N Engl J Med 2026;394(11):1051–1060.

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Weitere Studien zum Schwerpunkt:

Begleittherapie mit Protonenpumpenhemmern bei Patienten, die direkte orale Antikoagulanzien erhalten: aktuelle Erkenntnisse, Prävention gastrointestinaler Blutungen und klinische Überlegungen.
Front Cardiovasc Med 2026:13:1816099.

Absetzen oraler Antikoagulanzien nach erfolgreicher Ablation bei Vorhofflimmern: Eine systematische Übersichtsarbeit und Metaanalyse.
Cardiol Rev 19.06.2026

Entscheidungen der API-CAT-Forscher zur Antikoagulation nach einer Langzeitbehandlung bei krebsbedingter VTE.
Eur Heart J Cardiovasc Pharmacother 2026;pvag046.

 

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