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Freitag, 10. Februar 2026

Liebe Leserin, lieber Leser,

ob Vorhofflimmern, Extrasystolen oder schwerwiegende ventrikuläre Arrhythmien: im heutigen Schwerpunkt-Newsletter dreht sich alles um das Thema Herzrhythmusstörungen.

Wir wünschen Ihnen eine aufschlussreiche Lektüre und freuen uns über Ihr Feedback unter [email protected].

Ihre Redaktion von Biermann Medizin

Herzrhythmusstörungen: Risiken erkennen, Rückfälle vermeiden

In Deutschland sind etwa 1,6 Millionen Menschen – und damit gut zwei Prozent der Bevölkerung – von einem Vorhofflimmern betroffen. Damit ist die supraventrikuläre Arrhythmie die häufigste Herzrhythmusstörung, zu deren Behandlung hierzulande im Jahr 2023 mehr als 76.000 Katheterablationen durchgeführt wurden. Die Rückfallquoten sind mit zehn bis zu 50 Prozent – je nach Typ des Vorhofflimmerns – jedoch relativ hoch. Senken lassen sie sich offenbar, wenn modifizierbare Risikofaktoren wie Übergewicht und andere kardiometabolische Risikofaktoren konsequent reduziert werden, zeigt eine Studie in „JAMA Cardiology“.

Als Risikogruppe für die spätere Entwicklung eines Vorhofflimmerns gelten neuen Erkenntnissen zufolge Frauen, die während einer Schwangerschaft gesundheitliche Probleme entwickelten oder eine Frühgeburt hatten. Genau hingeschaut werden sollte zudem bei STEMI-Patientinnen und -Patienten. Unmittelbar nach perkutaner Koronarintervention kann es bei diesen zu einem neuen Vorhofflimmern kommen – eine zwar seltene, aber prognostisch ungünstige Komplikation.

Ebenfalls schützend – jedoch mit Blick auf schwerwiegende ventrikuläre Arrhythmien (VA) – scheint die Erhöhung des Serum-Kaliumspiegels in den oberen Normalbereich zu sein. In der randomisierten Studie POTCAST war dieses Vorgehen bei Herzkranken, die aufgrund eines hohen VA-Risikos bereits über einen implantierbaren Cardioverter-Defibrillator (ICD) verfügten, mit einer geringeren Notwendigkeit eines ICD-Schocks, selteneren ungeplanten Krankenhauseinweisungen wegen Arrhythmien oder Herzinsuffizienz sowie einer niedrigeren Gesamtsterblichkeit verbunden.

Eine vollständige Unterdrückung von Extrasystolen verspricht die in Echtzeit Magnetresonanz-gesteuerte Radiofrequenzablation, die derzeit von Medizinern aus den Niederlanden im Rahmen der andauernden nicht randomisierten klinischen Studie VISABL-VT getestet wird. Der kürzlich veröffentlichte Fallbericht des ersten so behandelten Patienten ist vielversprechend.

 

Neueste Studien zum Thema:

 
 

Nach Vorhofflimmerablation: Reduktion modifizierbarer Risikofaktoren schützt vor Rezidiven

Ein konsequentes Vorgehen gegen Übergewicht und andere kardio­metabolische Risikofaktoren schützt offenbar vor dem erneuten Auftreten von Vorhofflimmern (VHF) ein Jahr nach einer Katheterablation. Das zeigen die Ergebnisse einer randomisierten klinischen Studie.

Pathak RK et al. Aggressive Risk Factor Reduction Study for Atrial Fibrillation Implications for Ablation Outcomes: The ARREST-AF Randomized Clinical Trial. JAMA Cardiol 2025;10(12):1295–1304.

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Ungünstiger Schwangerschafts­verlauf mit erhöhtem Langzeitrisiko für Vorhofflimmern assoziiert

Laut den aktuellen Erkenntnissen einer nationalen Kohortenstudie aus Schweden haben Frauen, die einen ungünstigen Schwangerschafts­verlauf aufweisen, ein erhöhtes Risiko, später in ihrem Leben ein Vorhofflimmern (VHF) zu entwickeln.

Crump C et al. Adverse Pregnancy Outcomes and Long-Term Risk of Atrial Fibrillation. JAMA Cardiol 2025;10(12):1285–1294.

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Selten, aber gefährlich: Neu auftretendes Vorhofflimmern nach PCI

Nur wenige Patienten, die sich aufgrund eines ST-Hebungsinfarktes (STEMI) einer primären perkutanen Koronar­intervention (PCI) unterziehen, entwickeln direkt im Anschluss ein neu auftretendes Vorhofflimmern (NOAF). Kommt es aber doch dazu, ist die Prognose während des Krankenhausaufenthaltes ungünstig.

Zhou C et al. Outcomes and anticoagulant management for new-onset atrial fibrillation in patients with ST-elevation myocardial infarction following primary percutaneous coronary intervention: Findings from a national multicenter registry and meta-analysis. Heart Rhythm 2025;22(12):3073–3081.

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Hohes Arrhythmie-Risiko: Anhebung des Kaliumspiegels reduziert Risiko für klinische Ereignisse und Tod

Schon niedrignormale Kaliumwerte erhöhen das Arrhythmierisiko. Eine Studie zeigt: Bei ICD-Patienten senkt eine gezielte Anhebung in den oberen Normalbereich Schocks, Hospitalisierungen und Sterblichkeit.

Jøns C et al. ncreasing the Potassium Level in Patients at High Risk for Ventricular Arrhythmias. N Engl J Med 2025;393(20):1979–1989.
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Behandlung idiopathischer Extrasystolen: Erstmalige MR-gesteuerte Ablation im Menschen erfolgreich

Weltweit erstmals führten Mediziner aus Amsterdam eine vollständig Magnetresonanz(MR)-gesteuerte Radiofrequenzablation symptomatischer ventrikulärer Extra­systolen im Menschen durch.

Götte MJW et al. First-in-Human Real-Time MR-Guided Ventricular Ablation for Idiopathic Ouflow Tract Premature Ventricular Complexes. JAMA Cardiol 2025;10(11):1195–1200.

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Mehr aktuelle Forschung:

Hochfrequente Nanosekunden-Pulsed-Field-Ablation bei paroxysmalem Vorhofflimmern: Zwölf-Monats-Ergebnisse der SCENA-AF-Studie.
Circ Arrhythm Electrophysiol 04.02.2026

Eine asymptomatische asystolische Karotissinus-Hypersensitivität sagt asystolische Ereignisse während des ILR-Monitorings bei Patienten mit Reflexsynkope voraus.
JACC Clin Electrophysiol 30.01.2026

Auswirkungen der biventrikulären Stimulation auf das Wiederauftreten von ventrikulärer Tachykardie nach Katheterablation.
Heart Rhythm 06.02.2026

 

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