Obere gastrointestinale Endoskopie: Vorsicht bei bestimmten Antidiabetika22. Oktober 2024 Foto: © Kzenon/stock.adobe.com Patienten, die eine Therapie mit GLP-1-Rezeptor-Agonisten (GLP-1-RAs) erhalten, muss vor einer endoskopischen Untersuchung des oberen Gastrointestinaltraktes möglicherweise besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden. Entsprechende Beobachtungen haben Mediziner vom Cedars-Sinai Hospital (USA) gemacht. So hilfreich die Medikamente für Typ-2-Diabetiker bei der Blutzuckerkontrolle oder bei der Gewichtsreduktion auch sind – laut der aktuellen Veröffentlichung können sie auch zu Problemen bei der Endoskopie des oberen Verdauungstraktes führen. Die Studienautoren hatten die Patienten in der Studie angewiesen, die Einnahme der GLP-1-RAs eine Woche vor ihrer endoskopischen Untersuchung des oberen Gastrointestinaltraktes abzusetzen. Doch auch, wenn die zu Untersuchenden dies taten, war während der Endoskopie immer Nahrung im Magen – eine Restwirkung der GLP-1-RAs. Endokrinologin Prof. Ruchi Mathur, Leiterin für klinische Forschung und klinische Operationen für Medically Associated Science and Technology am Cedars-Sinai Hospital (USA) und korrespondierender Autorin der Studie, erklärt, dass zwar bei keinem der Patienten eine Aspiration von Mageninhalt festgestellt wurde, dass aber eine Nahrungsretention die Wahrscheinlichkeit für eine Aspiration erhöhen kann. Insgesamt wurden 70 Personen, die GLP-1-RAs einnahmen, und 139 Kontrollpersonen in die Studie einbezogen. Die Ergebnisse zeigten, dass 17 Prozent der Patienten, die diese Medikamente einnahmen und sich einer Endoskopie des oberen Gastrointestinaltraktes unterzogen, eine Nahrungsretention aufwiesen. Bei keiner der Kontrollpersonen wurde dies beobachtet. Die Autoren bemerkten auch, dass Patienten, bei denen am selben Tag sowohl eine Koloskopie als auch eine Endoskopie des oberen Gastrointestinaltraktes durchgeführt wurde, weder in der GLP-1-RA-Gruppe noch in den Kontrollpersonen eine Nahrungsretention aufwiesen. Offenbar, so vermutet Mathur, wirke die für die Koloskopie notwendige Darmvorbereitung auch einer Nahrungsretention entgegen, die zu Problemen bei der endoskopischen Untersuchungen des oberen Gastrointestinaltraktes führt. Die Forschenden fanden auch einen klaren Zusammenhang zwischen der Einnahme von GLP-1-RAs, bei denen Obstipation eine bekannte Nebenwirkung darstellt, und einer unzureichenden Darmvorbereitung für Koloskopien. „Insgesamt untermauern unsere Ergebnisse den Wert individueller Empfehlungen für Patienten sowie die Bedeutung von Gesprächen mit Patienten, die diese Medikamente einnehmen, zu Risiko und Nutzen einer Untersuchung“, sagt Mathur. „Alle Patienten, die ein GLP-1-RA einnehmen, sollten unbedingt ihren Arzt und Anästhesisten darüber informieren, bevor sie sich einem gastrointestinalen Eingriff unterziehen.“
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