Pflanzliche statt tierische Proteine fördern Gewichtsverlust nach der Menopause10. Juni 2026 Für Frauen nach der Menopause könnte sich eine vermehrte Aufnahme pflanzlicher Proteine positiv auf Gewicht und Stoffwechsel auswirken. Symbolbild: K/stock.adobe.com Frauen, die nach der Menopause mit ihrem Gewicht oder anderen Symptomen zu kämpfen haben, könnten von einer Ernährungsumstellung auf pflanzliches anstelle von tierischem Protein profitieren. Der Austausch tierischer gegen pflanzliche Proteinquellen könnte eine wirksame Strategie zur Gewichtsreduktion bei postmenopausalen Frauen sein – selbst dann, wenn die insgesamt aufgenommene Proteinmenge unverändert bleibt. Darauf weisen die Ergebnisse einer aktuellen Analyse hin, die in der Fachzeitschrift „Menopause“ veröffentlicht wurde. „Unsere Studie stellt die verbreitete Annahme infrage, dass Protein gleich Protein ist“, erklärt Dr. Hana Kahleova, Direktorin für klinische Forschung beim Physicians Committee for Responsible Medicine und Seniorautorin der Studie. „Entscheidend ist nicht nur, wie viel Protein aufgenommen wird, sondern auch, aus welchen Quellen es stammt. Für Körpergewicht und metabolische Gesundheit scheint die Herkunft des Proteins eine wichtige Rolle zu spielen.“ Proteinquelle statt Proteinmenge entscheidend Die Forschenden analysierten die Daten einer zwölfwöchigen randomisierten kontrollierten Studie, an der postmenopausale Frauen teilnahmen. Die Interventionsgruppe folgte einer fettarmen veganen Ernährung, zu der der tägliche Verzehr von Sojabohnen zählte. Die Kontrollgruppe behielt derweil ihre bisherigen Ernährungsgewohnheiten bei. Wenig überraschend verschob sich in der Interventionsgruppe die Herkunft des Proteins deutlich: Die Aufnahme tierischer Proteine sank im Mittel um 23,3 Gramm pro Tag, während die Zufuhr pflanzlicher Proteine um 22,1 Gramm pro Tag zunahm. Bemerkenswert war jedoch, dass sich die Gesamtproteinzufuhr in beiden Gruppen nicht signifikant veränderte. Die Umstellung war mit einer signifikanten Gewichtsabnahme assoziiert. So ergab die Auswertung, dass eine Verringerung der Aufnahme tierischer Proteine um etwa 16 Gramm täglich, kombiniert mit einer Erhöhung pflanzlicher Proteine um rund 13 Gramm täglich, mit einem Gewichtsverlust von einem Kilogramm Körpergewicht verbunden war. Nach Angaben der Autor:innen blieb dieser Zusammenhang auch nach Berücksichtigung der Energiezufuhr bestehen. Dies deutet darauf hin, dass nicht allein die Kalorienbilanz, sondern auch die Herkunft des aufgenommenen Proteins die Gewichtsentwicklung beeinflussen könnte. Möglicher Mechanismus: geringere Methioninzufuhr In die Analyse wurden insgesamt 84 postmenopausale Frauen eingeschlossen, die randomisiert entweder der veganen Interventionsgruppe (n = 42) oder der Kontrollgruppe (n = 42) zugeteilt worden waren. 71 Teilnehmerinnen schlossen die Studie vollständig ab. Die Ernährungsdaten wurden anhand von dreitägigen Ernährungsprotokollen erfasst. Die statistische Analyse zeigt, dass Veränderungen der Proteinquellen signifikant mit Veränderungen des Körpergewichts zusammenhingen. Der Ersatz tierischer durch pflanzliche Proteine erwies sich dabei als unabhängiger Prädiktor für die Gewichtsabnahme. Einen möglichen Mechanismus sehen die Autor:innen in einer verringerten Aufnahme von Methionin, einer schwefelhaltigen Aminosäure, die besonders in Fleisch, Eiern und Milchprodukten vorkommt. Frühere Untersuchungen hatten bereits darauf hingewiesen, dass eine reduzierte Methioninzufuhr mit einer verbesserten Stoffwechselregulation, einer gesteigerten Fettverbrennung und günstigeren Veränderungen der Körperzusammensetzung assoziiert sein könnte. Auch in der aktuellen Analyse war eine niedrigere Methioninaufnahme signifikant mit einer stärkeren Abnahme des Body-Mass-Index (BMI) verbunden. Ernährung kann Frauen nach der Menopause unterstützen Die Ergebnisse legen nahe, dass Frauen nach der Menopause möglicherweise von einer Verschiebung ihrer Proteinzufuhr hin zu pflanzlichen Quellen profitieren können. Entscheidend scheint dabei weniger die absolute Proteinmenge als vielmehr die Zusammensetzung der Ernährung zu sein. Da die Menopause häufig mit Gewichtszunahme und metabolischen Veränderungen einhergeht, könnten pflanzenbetonte Ernährungsstrategien somit einen zusätzlichen Ansatz zur Gewichtskontrolle in dieser Lebensphase darstellen. Neben dem positiven Einfluss auf das Gewicht, scheint der Wechsel auf pflanzliches Protein auch das Auftreten von Hitzewallungen zu reduzieren. „In der öffentlichen Kommunikation liegt der Fokus häufig darauf, die Proteinzufuhr zu erhöhen – weniger Beachtung findet hingegen die Frage, aus welchen Quellen das Protein stammt“, so Kahleova. „Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Bevorzugung pflanzlicher gegenüber tierischen Proteinquellen helfen könnte, ein gesundes Körpergewicht zu erreichen und das Risiko chronischer Erkrankungen zu senken.“ Gleichzeitig weisen die Autor:innen jedoch darauf hin, dass weitere Studien erforderlich sind, um die zugrunde liegenden Mechanismen und die langfristigen Effekte zu untersuchen. (mkl/BIERMANN) Das könnte Sie außerdem interessieren: Östrogenverlust nach der Menopause könnte Alzheimer-Risiko erhöhen Abdominale Adipositas kann zu schwereren Symptomen in den Wechseljahren führen
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