Psychische Belastung bei CED-Diagnose: Studiendaten sprechen für Beteiligung reeller Effekte der Darm-Hirn-Achse12. Dezember 2025 Abbildung: © Zero One Studio/stock.adobe.com Die Prävalenz psychischer Auffälligkeiten wie Ängsten oder Depressionen ist bei Patienten mit diagnostizierten Chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED) recht hoch. Es ist jedoch ungeklärt, ob diese Symptome auf reelle Darm-Hirn-Effekte zurückzuführen sind oder lediglich eine Folge eines vorangegangenen ungünstigen Krankheitsverlaufes sind. Zur Bewertung von Prävalenz und Prädiktoren für Angstzustände und Depressionen in einer Inception-Kohorte von Patienten mit CED sammelten britische Forschende demografische Daten und krankheitsbezogene Informationen. Dazu gehörten auch Diagnosen bereits bestehender häufiger psychischer Störungen und Symptome häufiger psychischer Störungen unter Verwendung des Hospital Anxiety and Depression Score. Berücksichtigt wurden auch die Angst im Zusammenhang mit spezifisch gastrointestinalen Symptomen. Zu deren Beurteilung setzten die Wissenschaftler den Visceral Sensitivity Index (VSI) ein. Er wurde bei Personen angewendet, bei denen eine CED neu diagnostiziert wurde. Man bewertete die Prävalenz von Symptomen einer psychischen Störung zum Zeitpunkt der Diagnosestellung sowie Prädiktoren für das Vorliegen solcher Symptome. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift „Alimentary Pharmacology & Therapeutics“ veröffentlicht. Mit erhöhter Symptomwahrscheinlichkeit assoziierte Faktoren Von 300 Teilnehmenden berichteten 117 (39,0%) über Symptome einer häufigen psychischen Störung: 107 (35,7%) über Angstzustände, 47 (15,7%) über Depressionen. Ein jüngeres Alter, weibliches Geschlecht, Tabakkonsum und eine längere Dauer der Symptome vor der Diagnose waren mit einer signifikant erhöhten Wahrscheinlichkeit für solche Symptome assoziiert. Dies traf auch zu auf eine stärkere Angst im Zusammenhang mit spezifisch gastrointestinalen Symptomen und belastende Lebensereignisse in den vorangegangenen zwölf Monaten. Eine stärkere Angst im Zusammenhang mit spezifisch gastrointestinalen Symptomen blieb nach logistischer Regression signifikant (Odds Ratio [OR] 2,19; 95%-Konfidenzintervall [KI] 1,00–4,79 für VSI-moderat und OR 13,5; 95%-KI 5,86–31,2 für VSI-hoch; pTrend<0,001). Die Tatsache, dass eine schlechte psychische Gesundheit zum Zeitpunkt einer CED-Diagnose häufig zu beobachten ist, deutet nach Einschätzung der Autoren auf reelle Darm-Hirn-Effekte hin. (bi)
Mehr erfahren zu: "Steatotische Lebererkrankung als Treiber von aggressivem Darmkrebs" Steatotische Lebererkrankung als Treiber von aggressivem Darmkrebs Eine internationale Arbeitsgruppe hat aufgedeckt, wie eine steatotische Lebererkrankung die aggressivste Form des metastasierenden kolorektalen Karzinoms vorantreiben kann.
Mehr erfahren zu: "Austern: Eine nachhaltige Lösung bei Darmentzündungen?" Austern: Eine nachhaltige Lösung bei Darmentzündungen? Laufende experimentelle Studien liefern Hinweise darauf, dass ein Extrakt aus Austernfleisch eine starke entzündungshemmende Wirkung auf menschliche Darmzellen haben könnte.
Mehr erfahren zu: "Hypoxische Leberschädigung: Wichtiger Mortalitätsprädiktor bei schwerem ARDS" Hypoxische Leberschädigung: Wichtiger Mortalitätsprädiktor bei schwerem ARDS Wissenschaftler aus Hamburg und Innsbruck zeigen in einer Studie, dass die hypoxische Leberschädigung als häufige Komplikation beim Akuten Atemnotsyndrom (ARDS) ein wertvoller prognostischer Marker sein kann. Sie könne auch als […]