Schlafstörungen in der Vorpubertät korrelieren mit dem Auftreten psychotischer Symptome12. Juli 2022 Foto: © SB Arts Media stock.adobe.com Der Zusammenhang zwischen Schlafstörungen und psychotischen Erfahrungen in der Vorpubertät ist trotz seines Potenzials für eine Intervention noch nicht umfassend untersucht worden. Eine Studie britischer Wissenschaftler zeigt nun, dass Schlafstörungen in der Präadoleszenz weit verbreitet sind und mit psychotischen Erfahrungen in Verbindung stehen. Für die Studie untersuchten Sarah Reeve von der Norwich Medical School und Vaughan Bell vom University College London, Großbritannien, den Zusammenhang anhand der Kohorte Adolescent Brain and Cognitive Development (ABCD), die Ausgangsdaten von 11.830 Kindern im Alter von zehn bis elf Jahren lieferte; für 4910 von ihnen waren auch Ein-Jahres-Follow-up-Daten verfügbar. Mithilfe mehrstufiger Regressionsmodelle prüften die Forschenden, ob 1. Schlafstörungen mit psychotischen Erfahrungen zu Beginn der Studie in Verbindung standen; 2. Schlafstörungen zu Beginn der Studie psychotische Erfahrungen im Follow-up vorhersagten; 3. die Persistenz von Schlafstörungen die Persistenz psychotischer Erfahrungen bei der Nachuntersuchung vorhersagte; 4. die Remission von Schlafstörungen die Remission psychotischer Erfahrungen im Follow-up prognostizierte. Nach Kontrolle potenzieller Störfaktoren war die Schlafstörung im Querschnitt mit psychotischen Erfahrungen assoziiert (OR 1,40; 95 %-Konfidenzintervall [KI] 1,20–1,63), ebenso beim Follow-up nach einem Jahr (OR 1,32; 95 %-KI 1,11–1,57). Das Fortbestehen der Schlafstörung sagte das Fortbestehen psychotischer Erfahrungen voraus (OR 1,72; 95 %-KI 1,44–2,04), die Behebung der Schlafprobleme hatte jedoch keinen Einfluss auf die psychotischen Erfahrungen (OR 1,041; 95 %-KI 0,80–1,35). Die Ergebnisse deuteten darauf hin, dass Schlafstörungen in der Präadoleszenz weit verbreitet sind und mit psychotischen Erfahrungen in Verbindung stehen, auch wenn das Fehlen einer Co-Remission Fragen zum Mechanismus des Zusammenhangs aufwerfe, fassen die Autoren zuammen. In Anbetracht dieser Befunde und der vorliegenden Erkenntnisse für das spätere Jugendalter und für Erwachsene sollten jedoch weitere Untersuchungen zum Schlaf als Präventionsmaßnahme durchgeführt werden. (ej)
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