Schulangst spielerisch in der Virtual Reality therapieren11. Mai 2026 Eine kindgerechte Expositionstherapie soll Schulangst reduzieren. (Quelle: © angstVRei, KI-generiert) Drei bis sieben Prozent der Kinder in Deutschland leiden Schätzungen zufolge an klinisch relevanter Schulangst. Tendenz steigend. Das Verbundprojekt „angstVRei“ entwickelt und erprobt ein Virtual-Reality-Spiel, um den Betroffenen zu helfen. Im Rahmen der Initiative „Interaktive und Gamification-basierte Technologien zur Förderung der psychischen Gesundheit im Kindesalter (GamKi)“ des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt entwickelt ein Forschungsteam im Verbundprojekt „angstVRei“ ein interaktives psychotherapeutisches Spiel, das eine Expositionstherapie für Kinder mit Schulangst in einer Virtual-Reality(VR)-Umgebung kindgerecht umsetzt. Das VR-Spiel ermöglicht es den Kindern in Zusammenarbeit mit ihren Therapeuten, angstbesetzte Schulsituationen virtuell zu erleben, verschiedene Verhaltensweisen auszuprobieren und so optimale Handlungsoptionen zu erlernen. Ein Biofeedback-System misst kontinuierlich den Stresslevel, um die Exposition anzupassen und die Therapieeffektivität zu evaluieren. Ein digitaler Avatar unterstützt die Kinder, indem er positives Feedback gibt und Mut macht. Die Wirksamkeit der VR-Schulangsttherapie wird in einer Machbarkeitsstudie überprüft. Entwicklungsbegleitend werden zudem Akzeptanzfaktoren für diese neue Therapieform bei Schulangst untersucht. Das Stresslevel in Echtzeit messen Geleitet wird das Projekt vom Fraunhofer-Institut für Biomedizinische Technik IBMT, das mithilfe KI-gestützter Methoden ein Stressmodell entwickelt und zu validiert. Das Modell bestimmt den während der Exposition erlebten Stress des Kindes anhand physiologischer Parameter wie Herzfrequenz, Herzratenvariabilität und Stimme sowie anhand des Spielverhaltens. Korrelieren diese Messwerte mit dem subjektiven Stressempfinden, lassen sich daraus auch Aussagen zur Wirksamkeit der individuellen VR-Therapie ableiten. Das Stressmodell wird in eine spezielle Anwendung für Therapeuten integriert, die Patienten verwaltet, erhobene Daten managt und mit dem VR-Spiel kommuniziert. Im ersten Projektjahr wurde auf Basis klinischer Konzepte zur Expositionstherapie bei Schulangst eine VR-basierte Intervention spezifiziert und in ein VR-Spielkonzept überführt, das derzeit umgesetzt wird. Zusätzlich wurden in einer Studie während klassischer Expositionssitzungen mit Kindern, die unter Schulangst leiden, psychophysiologische Daten erhoben, die in die Entwicklung des Stressmodells einfließen. Übertragung auf andere Angststörungen möglich Im Fall einer erfolgreichen Pilotstudie mit dem VR-Therapiespiel sollen die gewonnenen Erkenntnisse zunächst in eine spezielle Version des „angstVRei“-Spiels zur Prävention von Schulangst einfließen, die in den App-Stores angeboten werden kann. Parallel dazu soll eine Vollversion als CE-gekennzeichnetes Medizinprodukt für die therapeutische Anwendung vorbereitet werden. Die Forschenden sind überzeugt, dass sich das Konzept des VR-Therapiespiels im Erfolgsfall leicht auf andere Angststörungen von Kindern und Jugendlichen übertragen lässt.
Mehr erfahren zu: "Hitzige Debatten zum Spargesetz beim Gesundheitskongress des Westens" Hitzige Debatten zum Spargesetz beim Gesundheitskongress des Westens Der diesjährige Gesundheitskongress des Westens am 7. und 8. Mai in Köln kam genau zur richtigen Zeit: Das GKV-Beitragsstabilisierungsgesetz ist vom Kabinett beschlossen, aber noch nicht in Stein gemeißelt. Die […]
Mehr erfahren zu: "„MeinLogbuch“: Ein innovativer Wegbegleiter für kranke Kinder und Jugendliche" „MeinLogbuch“: Ein innovativer Wegbegleiter für kranke Kinder und Jugendliche Um junge Patienten mit einer schweren oder chronischen Erkrankung auf ihrem Weg von der Erstdiagnose bis zur Nachsorge bestmöglich zu unterstützen, wurde an der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde der […]
Mehr erfahren zu: "Leukämie-Stammzellen lassen Therapien scheitern" Leukämie-Stammzellen lassen Therapien scheitern Heidelberger Wissenschaftler haben einen zentralen Mechanismus entschlüsselt, der bei der Akuten myeloischen Leukämie (AML) zum Therapieversagen beiträgt. Sie zeigen, dass es nicht nur einen, sondern vier unterschiedliche Subtypen von Leukämie-Stammzellen […]