Studie: Immuntherapie kann in bestimmten Fällen eines metastasierten Kolorektalkarzinoms wirksam sein10. August 2021 Foto: © appledesign/stock.adobe.com US-amerikanische Forschende haben in einer neuen Untersuchung festgestellt, dass Patientinnen und Patienten mit einem mikrosatellitenstabilen (MSS) metastasierenden Kolorektalkarzinom besser auf eine Therapie mit Immun-Checkpoint-Inhibitoren ansprechen, wenn es keine Metastasierung in die Leber gibt. Die retrospektive Studie umfasste 95 Patientinnen und Patienten, die am City-of-Hope-Krankenhaus wegen eines metastasierendem MSS-Kolorektalkarzinoms eine Anti-PD1/PDL-1- Therapie erhielten, nachdem ihre Erkrankung gegen eine Chemotherapie resistent geworden war. Die mediane Zeit der Krankheitsprogression betrug bei Betroffenen ohne Lebermetastasen vier Monate im Vergleich zu eineinhalb Monaten bei solchen, bei denen sich die Erkrankung auf die Leber ausgebreitet hatte. „Bei der Stratifizierung der Patientinnen und Patienten nach dem Vorhandensein oder Fehlen von Lebermetastasen stellten wir fest, dass etwa 20 Prozent derjenigen ohne Lebermetastasen ein starkes Ansprechen auf eine Anti-PD-1- oder Anti-PD-L1-Therapie zeigten, während keiner derjenigen mit Lebermetastasen darauf ansprach“, berichtet Dr. Marwan Fakih, Co-Direktor des Gastrointestinal Cancer Program und Judy & Bernard Briskin Distinguished Director für klinische Forschung am City of Hope. „Darmkrebspatientinnen und -patienten ohne Lebermetastasen könnten deutlich stärker von einer Immuntherapie profitieren als Patienten mit Lebermetastasen.“ Fakih ergänzt: „Nach unserem Kenntnisstand ist dies die größte Studie zur Bewertung der Auswirkungen einer Anti-PD-1/PD-L1-Therapie im Hinblick auf das Ansprechen von Patientinnen und Patienten mit einer Stratifizierung nach dem Ort der Metastasierung.” Die klinische Bedeutung der neuen Erkenntnisse liegt laut Fakih darin, dass Patientinnen und Patienten mit fortgeschrittenem Kolorektalkarzinom und Lebermetastasen nicht für eine gegen PD-1/PD-L1 gerichtete Therapie in Betracht gezogen werden sollten. „Für Patienten ohne Lebermetastasen sind PD-1/PD-L1-basierte Therapien, insbesondere solche, die diese Wirkstoffe mit Tyrosinkinase-Inhibitoren (TKI) kombinieren, sehr vielversprechend“, erklärt er und merkt an, dass TKI, die auf das Tumorgefäßsystem abzielen, die Tumorumgebung verändern und so das Ansprechen auf einer Anti-PD-1/PD-L1-Therapie erhöhen.
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