Studie zu neuen Therapieansätzen bei ADHS sucht jugendliche Teilnehmer27. April 2026 Studienteilnehmende gesucht: Das Universitätsklinikum Bonn untersucht neue Therapieansätze bei ADHS (Foto: © J. F. Saba/Universitätsklinikum Bonn) Bewegung oder Gespräche – Welche Ansätze können Menschen mit einer Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) im Alltag unterstützen? Dieser Frage geht eine Studie der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Universitätsklinikums Bonn (UKB) nach. Dafür werden aktuell Studienteilnehmende im Alter von 16 bis 24 Jahren mit ADHS gesucht. ADHS wird meist mit Medikamenten und begleitenden Gesprächen behandelt. Doch nicht alle Betroffenen profitieren ausreichend davon oder vertragen die Medikamente gut. „Wir möchten untersuchen, ob unterschiedliche Behandlungsansätze eine sinnvolle Ergänzung zur bisherigen Therapie sein können“, erklärt Julischka Borchert vom Studienteam. „Gleichzeitig wollen wir besser verstehen, welche biologischen Prozesse dabei eine Rolle spielen.“ Teilnehmen können Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 16 und 24 Jahren mit einer klinischen Diagnose oder Verdachtsdiagnose einer ADHS, die sich in ambulanter psychiatrischer Behandlung befinden. Voraussetzung ist die Bereitschaft, die bestehende medikamentöse Dosis (falls vorhanden) sowie das gewohnte Aktivitätsniveau während der gesamten Studie beizubehalten. Nicht teilnehmen können Personen mit einer anderen psychischen Erkrankung, die aktuell vorrangig behandelt werden muss (z. B. Psychose, schwere Depression, Suizidgedanken, Substanzabhängigkeit, Anorexie oder Bulimie), mit neurologischen Erkrankungen wie Epilepsie oder Multipler Sklerose beziehungsweise mit früheren Gehirnverletzungen sowie mit schwerwiegenden Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Ebenfalls ausgeschlossen ist eine parallele psychotherapeutische Behandlung während der Studiendauer. Die genauen Teilnahmekriterien werden im Rahmen einer Voruntersuchung geklärt. Wichtiger Beitrag zur Weiterentwicklung ergänzender Therapieansätze bei ADHS Die Studie umfasst ein zwölfwöchiges Programm. Die Teilnehmenden erhalten entweder eine Sportintervention oder nehmen an einer strukturierten Gesprächsgruppe teil. Beide Angebote finden dreimal pro Woche für jeweils 60 Minuten in Kleingruppen statt. Zusätzlich gibt es einmal wöchentlich eine 30-minütige Psychoedukation. Die Zuteilung zu einer der beiden Gruppen erfolgt nach dem Zufallsprinzip. Ergänzend finden fünf Testtermine (jeweils zwei bis vier Stunden) statt. Dabei werden Fragebögen, neuropsychologische Tests, Fitnessuntersuchungen sowie MRT- und Blutuntersuchungen durchgeführt. Außerdem wird die Alltagsaktivität über ein Smartphone erfasst. Teilnehmende erhalten eine Kostenaufwandsentschädigung von 30 bis 50 Euro pro Testtermin, eine kostenlose Leistungsdiagnostik zur Fitness, ihre MRT-Bilder sowie auf Wunsch Informationen zu den Studienergebnissen.
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