Therapieunterbrechung ungünstig, Rechallenge kann aber erfolgreich sein19. Mai 2026 Abbildung: Semi/stock.adobe.com Bei Patienten mit Rifampicin-resistenter oder multiresistenter Tuberkulose ist die Unterbrechung einer Linezolid-Therapie häufig mit ungünstigen klinischen Verläufen verbunden. Eine erneute Linezolid-Gabe (Rechallenge) kann jedoch häufig erfolgreich verlaufen, wie eine aktuelle Studie zeigt. Aufgrund der Toxizität des Wirkstoffs wird die Therapie mit Linezolid häufig unterbrochen. Da wenige Daten über solche Therapieunterbrechungen und zur Häufigkeit wie zum Erfolg einer erneuten Aufnahme der Therapie vorliegen, haben Mediziner um Erstautorin Suzette Oelofse von der Universität Kapstadt eine Beobachtungsstudie durchgeführt. Dazu nutzten sie die nationale Datenbank Südafrikas, in der alle Patienten mit arzneimittelresistenter Tuberkulose registriert sein müssen. Die Datenextraktion erfolgte zwischen dem 1. Januar 2018 und dem 16. März 2022. Die Autoren nahmen alle Erwachsenen mit Rifampicin-resistenter oder multiresistenter Tuberkulose, die Linezolid erhalten hatten und deren Behandlungsergebnisse dokumentiert waren, in ihre Studie auf. Ausgeschlossen waren Patienten mit extrapulmonaler Tuberkulose, Patienten ohne vorherige Behandlung mit einem Bedaquilin-haltigen Regime sowie Patienten, die vor Abschluss der Linezolid-Therapie verstarben. Oelofse und Kollegen werteten die Häufigkeit von Therapieunterbrechungen und anschließenden erneuten Linezolid-Gaben anhand der klinischen aus. Primärer Endpunkt war der Anteil der Patienten mit einem ungünstigen Behandlungsergebnis (Tod, Therapieversagen oder Verlust der Nachbeobachtung) bei Therapieunterbrechung im Vergleich zu Patienten, die die Behandlung fortsetzten. Sie ermittelten die Ergebnisse mittels logistischer Regression zur Berechnung adjustierter Odds Ratios (aORs). Insgesamt erfüllten 10.102 (83,7 %) der 12.064 erfassten Patienten die Einschlusskriterien. 6142 (60,8 %) Patienten waren männlich und 3960 (39,2 %) weiblich. 1974 Patienten (19,5 %) hatten die Behandlung unterbrochen. Die mediane Unterbrechungsdauer betrug 4,6 Wochen (IQR 2,0–8,6). Unterbrechung erhöht Risiko für ungünstigen Therapieverlauf Nach Adjustierung für potenzielle Störfaktoren war die Unterbrechung der Linezolid-Therapie im Vergleich zum Therapieabschluss mit einer höheren Wahrscheinlichkeit für einen ungünstigen Behandlungsverlauf assoziiert (aOR 4,24; 95 %-KI 3,79–4,75]; p < 0,0001). Von den 1974 Patienten, die ihre Linezolid-Therapie unterbrachen, erhielten nur 65 (3,3 %) eine erneute Behandlung, von denen 47 (72,3 %) die Therapie erfolgreich abschlossen. Bei den Patienten, bei denen die erneute Behandlung einen Erfolg erzielte, war die Wahrscheinlichkeit für einen günstigen Behandlungsverlauf höher als bei denjenigen, bei denen die erneute Behandlung fehlschlug (OR 4,03; 95 %-KI 1,08–15,0; p = 0,038). Ein kürzerer Zeitraum bis zur ersten Linezolid-Unterbrechung war mit einem geringeren Erfolg der erneuten Linezolid-Gabe (OR 0,26; 95 %-KI 0,08–0,85; p = 0,022) und einer höheren Wahrscheinlichkeit für einen ungünstigen Behandlungsverlauf (OR 1,59; 1,33–1,93; p < 0,0001) assoziiert. (ms) Weitere Beiträge zum Thema Tuberkulose: Innovation in der Tuberkulosebehandlung: Neue Internationale Studie angelaufen Tuberkulose in Schwangerschaft und Wochenbett möglicherweise unterschätzt
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