Weichteilsarkome bei Kindern: Größere Resektionsränder bedeuten nicht mehr Sicherheit4. November 2026 KI-generiertes Symbolbild, erstellt mit Google Gemini Bei Kindern und jungen Erwachsenen mit Non-Rhabdomyosarkomen (NRSTS) reichen knappe chirurgische Resektionsränder von nur einem Millimeter aus, um eine Tumorkontrolle zu sichern. Darauf deuten die Ergebnisse der bislang größten prospektiven Therapiestudie der Children’s Oncology Group hin. Non-Rhabdomyosarkome machen mehr als die Hälfte aller Weichteilsarkome im Kindes- und Jugendalter aus. Der bisherige Behandlungsstandard sieht eine vollständige chirurgische Tumorentfernung (R0-Resektion) mit einem Sicherheitsabstand von traditionell ein bis zwei Zentimetern im gesunden Gewebe vor. Im kindlichen Körper führt ein derart breiter Sicherheitsabstand jedoch häufig zur Schädigung benachbarter Nerven, Blutgefäße, Sehnen oder Gelenke mit dauerhaften Funktionseinbußen. Große prospektive Multizenterstudie In der in „JAMA Surgery“ publizierten Studie untersuchten Forscher um Dr. Susan M. Hiniker von der Howard University College of Medicine in Washington (USA) das Risiko für lokale Rezidive bei 266 Patienten unter 30 Jahren (medianes Alter 13,7 Jahre) mit nicht metastasiertem NRSTS. Bei allen Teilnehmenden wurden die Tumoren vollständig (durch Resektion) entfernt, wobei an den Resektionsrändern keine Krebszellen nachweisbar waren. Von diesen erhielten 178 ausschließlich eine Operation. Die übrigen 88 erhielten zusätzlich eine Chemotherapie und Bestrahlung, entweder vor oder nach der Operation. Nach einer mittleren Nachbeobachtungszeit von 6,2 Jahren evaluierten die Wissenschaftler die Korrelation zwischen exakter Schnittrandbreite und dem Fünf-Jahres-Rezidivrisiko. Für 132 Patienten lagen präzise Millimeterangaben zu den Resektionsrändern vor. Bei einem knapp krebsfreien Sicherheitsabstand von nur einem Millimeter lag das geschätzte Fünf-Jahres-Lokalrezidivrisiko bei 4,9 Prozent. Bei Rändern von zwei bis fünf Millimetern sank das Risiko auf 2,0 Prozent, und ab einem Abstand von sechs Millimetern trat kein einziges Lokalrezidiv auf (0 %). Für kleine Tumoren unter fünf Zentimetern betrug das Rezidivrisiko bei alleiniger Chirurgie 5,6 Prozent, während große Tumoren nach Kombination aus Operation und Radiochemotherapie eine Rezidivrate von 3,7 Prozent aufwiesen. Erhalt von Extremitäten und Lebensqualität „Für ein Kind können wenige Millimeter einen lebenslangen Unterschied bedeuten, wenn ein Tumor direkt an einem wichtigen Nerven oder Gefäß liegt“, erklärte der Orthopäde und Onkologe Prof. R. Lor Randall. „Zum ersten Mal haben wir Evidenz aus einer großen prospektiven Studie, dass ein knapper Rand von einem Millimeter den Versorgungsstandard erfüllt und gesundes Gewebe retten kann.“ Ko-Autorin Dr. Sheri Spunt ergänzt: „Diese Erkenntnisse helfen Chirurgen zu entscheiden, wann ein knapper, aber tumorfreier Rand ausreicht, um mehr von den Extremitäten und der Funktion junger Menschen zu erhalten.“ Aufgrund der Komplexität soclher Eingriffe betonen die Autoren, dass diese stets an spezialisierten Zentren durch interdisziplinäre Sarkom-Teams geplant werden sollten. (ej/BIERMANN)
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