Kein Erfolg mit Checkpoint-Inhibitor plus Chemotherapie bei mCRPC nach ARPI-Vorbehandlung

Kein Schachmatt für den Krebs: Die CheckMate-7DX-Studie ging negativ aus. Grafik: farhad – stock.adobe.com

Bei Patienten mit chemotherapienaivem metastasierten kastrationsresistenten Prostatakrebs (mCRPC), die bereits eine Behandlung mit einem Androgenrezeptor-Inhibitor (ARPI) hinter sich haben, verlängert die Zugabe des Checkpoint-Inhibitors Nivolumab zu Docetaxel nicht das Überleben. Stattdessen gab es in der Studie CheckMate 7DX unter der Kombination deutlich mehr unerwünschte Wirkungen.

CheckMate 7DX war eine doppelblinde, randomisierte Phase-III-Studie, in die mit einem ARPI vorbehandelte mCRPC-Patienten an 291 Krankenhäusern und Krebszentren in 27 Ländern aufgenommen wurden. Die Patienten wiesen innerhalb von 6 Monaten nach dem Screening eine dokumentierte Progression und einen Performance-Status von 0 oder 1 nach Eastern Cooperative Oncology Group auf.

Sie wurden im Verhältnis 1:1 randomisiert und erhielten Nivolumab (360 mg) oder ein entsprechendes Placebo und Docetaxel (75 mg/m²) intravenös alle 3 Wochen für bis zu 10 Dosen, gefolgt von Nivolumab (480 mg) oder einem entsprechenden Placebo alle 4 Wochen. Die Randomisierung wurde nach vorheriger ARPI-Therapie und viszeraler Metastasierung stratifiziert.

Die primären Endpunkte waren das radiologische progressionsfreie Überleben (rPFS) gemäß verblindeter, unabhängiger zentraler Auswertung und das Gesamtüberleben (OS), jeweils beurteilt bei allen randomisierten Patienten. Die Sicherheit wurde bei allen Patienten bewertet, die mindestens eine Dosis des Studienmedikaments erhalten hatten.

Zwischen dem 11.03.2020 und dem 02.08.2022 wurden 1414 Patienten auf ihre Eignung für die Studie geprüft. 1030 von ihnen wurden per Zufall entweder Nivolumab plus Docetaxel (n=514) oder Placebo plus Docetaxel (n=516) zugeteilt.

Hazard Ratios um 1,0

Bei einer medianen Nachbeobachtungszeit von 17,2 Monaten (IQR 13,2–22,0) betrug das mediane rPFS 9,4 Monate (95 %-KI 8,5–10,3) in der Nivolumab-plus-Docetaxel-Gruppe gegenüber 8,7 Monaten (95 %-KI 8,4–10,0) in der Placebo-plus-Docetaxel-Gruppe (Hazard Ratio [HR] 0,96; 99 %-Konfidenzintervall [KI] 0,77–1,19; p=0,59), und das mediane OS belief sich auf 18,7 Monate (95 %-KI 17,0–21,0) gegenüber 18,9 Monaten (95 %-KI 17,3–22,0; HR 1,09; 99 %-KI 0,84–1,43; p=0,36).

Schwere unerwünschte Wirkungen (Grad 3–4) traten bei 223 (44 %) von 510 Patienten in der Nivolumab-plus-Docetaxel-Gruppe und bei 187 (37 %) von 510 Patienten in der Placebo-plus-Docetaxel-Gruppe auf. 107 (21 %) Patienten in der Nivolumab-plus-Docetaxel-Gruppe und 77 (15 %) Patienten in der Placebo-plus-Docetaxel-Gruppe erlitten behandlungsbedingte schwere Nebenwirkungen (aller Grade). 12 Todesfälle wurden der Behandlung mit Nivolumab plus Docetaxel zugeschrieben. Einen weiteren Todesfall gab es in der Gruppe mit Placebo plus Docetaxel.

„Diese Ergebnisse sprechen nicht für den Einsatz von Kombinationen aus Anti-PD-1-Checkpoint-Inhibitoren und Docetaxel zur Behandlung unselektierter Patientenpopulationen mit ARPI-vorbehandeltem, chemotherapienaivem mCRPC“, lautet die eindeutige Schlussfolgerung der Autoren.

(ms/BIERMANN)

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