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Liebe Leserinnen und Leser,
seit Jahren steigt die Zahl der Diagnosen einer Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS), und das Krankheitsbild rückt immer stärker ins öffentliche Bewusstsein. Zusammenhänge mit Angst, depressiven Verstimmungen und negativen Denkmustern sind gut belegt, doch zunehmend geraten auch weitere Begleitfaktoren in den Fokus. Eine aktuelle Studie aus Japan deutet darauf hin, dass ADHS-Merkmale auch mit chronischen Schmerzen assoziiert sein könnten. Demnach traten entsprechende Merkmale bei Betroffenen etwa 2,4-mal häufiger auf als in der Allgemeinbevölkerung. In der Gruppe mit besonders starken Schmerzen lag der Anteil sogar bei 27,4 Prozent. Ob und in welchem Ausmaß hier ein ursächlicher Zusammenhang besteht, müssen weitere Studien klären.
Eine aktuelle Studie zur Depression richtet den Blick auf einen anderen Zusammenhang: das Wechselspiel zwischen Erkrankung und sozialem Umfeld. Dass sich Betroffene häufiger zurückziehen, ist bekannt. Eine Analyse zeigt nun, dass sich dies auch im Alltag messbar niederschlägt: 39,2 Prozent der Menschen mit Depression begegnen an einem durchschnittlichen Tag weniger als fünf Personen, gegenüber 20,5 Prozent in der nicht depressiven Vergleichsgruppe. Besonders relevant ist jedoch, dass der Zusammenhang zwischen geringer sozialer Interaktion und dem subjektiven Gefühl von Einsamkeit bei depressiven Menschen deutlich stärker ausgeprägt ist. Soziale Isolation wirkt hier nicht nur als Begleiterscheinung, sondern als zusätzlicher Verstärker der Erkrankung.
Ein weiteres Forschungsprojekt untersucht potenzielle Zusammenhänge zwischen Chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED) und Morbus Parkinson. Epidemiologische Daten deuten auf ein erhöhtes Parkinson-Risiko bei CED-Betroffenen hin, die zugrunde liegenden Mechanismen sind jedoch unklar. Mithilfe von Deep Learning sollen nun inflammatorische Signaturen identifiziert werden, die beide Erkrankungen verbinden. Analysiert werden verschiedene biologische Ebenen, vom Darmmikrobiom über genetische und proteomische Daten bis hin zu Stoffwechselprofilen. Ziel ist es, Risikopatienten bereits vor Auftreten klinischer Symptome zu identifizieren.
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