Ausgabe 18/2026

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Mittwoch, 29. April 2026

Liebe Leserinnen und Leser,

seit Jahren steigt die Zahl der Diagnosen einer Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS), und das Krankheitsbild rückt immer stärker ins öffentliche Bewusstsein. Zusammenhänge mit Angst, depressiven Verstimmungen und negativen Denkmustern sind gut belegt, doch zunehmend geraten auch weitere Begleitfaktoren in den Fokus. Eine aktuelle Studie aus Japan deutet darauf hin, dass ADHS-Merkmale auch mit chronischen Schmerzen assoziiert sein könnten. Demnach traten entsprechende Merkmale bei Betroffenen etwa 2,4-mal häufiger auf als in der Allgemeinbevölkerung. In der Gruppe mit besonders starken Schmerzen lag der Anteil sogar bei 27,4 Prozent. Ob und in welchem Ausmaß hier ein ursächlicher Zusammenhang besteht, müssen weitere Studien klären.

Eine aktuelle Studie zur Depression richtet den Blick auf einen anderen Zusammenhang: das Wechselspiel zwischen Erkrankung und sozialem Umfeld. Dass sich Betroffene häufiger zurückziehen, ist bekannt. Eine Analyse zeigt nun, dass sich dies auch im Alltag messbar niederschlägt: 39,2 Prozent der Menschen mit Depression begegnen an einem durchschnittlichen Tag weniger als fünf Personen, gegenüber 20,5 Prozent in der nicht depressiven Vergleichsgruppe. Besonders relevant ist jedoch, dass der Zusammenhang zwischen geringer sozialer Interaktion und dem subjektiven Gefühl von Einsamkeit bei depressiven Menschen deutlich stärker ausgeprägt ist. Soziale Isolation wirkt hier nicht nur als Begleiterscheinung, sondern als zusätzlicher Verstärker der Erkrankung.

Ein weiteres Forschungsprojekt untersucht potenzielle Zusammenhänge zwischen Chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED) und Morbus Parkinson. Epidemiologische Daten deuten auf ein erhöhtes Parkinson-Risiko bei CED-Betroffenen hin, die zugrunde liegenden Mechanismen sind jedoch unklar. Mithilfe von Deep Learning sollen nun inflammatorische Signaturen identifiziert werden, die beide Erkrankungen verbinden. Analysiert werden verschiedene biologische Ebenen, vom Darmmikrobiom über genetische und proteomische Daten bis hin zu Stoffwechselprofilen. Ziel ist es, Risikopatienten bereits vor Auftreten klinischer Symptome zu identifizieren.

Mehr zu diesen und weiteren Themen finden Sie in diesem Newsletter und auf unserem Nachrichtenportal. Ich wünsche Ihnen eine spannende Lektüre!




   Ihre
   Lena Johannes

 

 
 
Hinweise auf Verbindung von ADHS und chronischen Schmerzen

Hinweise auf Verbindung von ADHS und chronischen Schmerzen

Menschen mit ADHS-Merkmalen zeigen häufiger Ängste, depressive Verstimmungen und negative Denkmuster. Indirekt steigt dadurch womöglich ihr Risiko für chronische Schmerzen, so das Ergebnis einer aktuellen Studie aus Japan.

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PRODUODOPA®: Neue Real-World-Daten
zur Wirksamkeit

Real-World-Daten der ROSSINI-Studie bestätigen die in der Zulassungsstudie (M15-736) gezeigte Wirksamkeit von PRODUODOPA® bei fortgeschrittener Parkinson-Krankheit und zeigen eine signifikante Reduktion der OFF-Zeit um durchschnittlich 2,8 h pro Tag.1

Pflichttext | Referenzen

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Mangelnde soziale Kontakte gehen bei Depressionen stärker mit einem Gefühl von Einsamkeit einher

Dass sich Menschen mit Depression einsamer fühlen und sich häufig zurückziehen, ist bekannt. Dass der Zusammenhang zwischen der Zahl sozialer Kontakte und dem Gefühl von Einsamkeit bei Menschen mit Depression aber deutlich stärker ist als bei anderen, zeigt eine gerade in „BMC Psychiatry“ veröffentlichte Studie.

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VYVGART bei CIDPa: Handlungsempfehlungen von Expert:innen

Wer ist für die Umstellung auf VYVGART geeignet?a Und was ist dabei in der Praxis konkret zu beachten? Diese und weitere Fragen beantworten führende nationale Expert:innen in den aktuellen Handlungsempfehlungen zu VYVGART bei CIDP.

Pflichtangaben & Quellen

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KI-gestütztes Projekt erforscht Zusammenhang zwischen CED und Parkinson

KI-gestütztes Projekt erforscht Zusammenhang zwischen CED und Parkinson

Forschende der Friedrich-Alexander-Universität in Erlangen-Nürnberg wollen potenzielle Zusammenhänge zwischen Chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED) und der Parkinson-Krankheit erforschen und so Diagnose und Therapie beider Erkrankungen verbessern.

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Höhere Vitamin-D-Spiegel sind mit niedrigeren Tau-Protein-Werten assoziiert

Höhere Vitamin-D-Werte im Blut im mittleren Lebensalter gehen Jahre später mit niedrigeren Werten des Alzheimer-Biomarkers Tau-Protein im Gehirn einher.

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Unsere Auswahl: Aktuelles aus internationalen Journals

Schlafdauer und Amyloid-Status beeinflussen den Zusammenhang zwischen Stimmungssymptomen und Tau-Pathologie in der Amygdala bei präklinischer Alzheimer-Krankheit.
Alzheimers Dement 2026;22(4):e71447.

Erklärbare Künstliche Intelligenz zur Vorhersage des Fortschreitens neurokognitiver Störungen bei Multipler Sklerose anhand von MRT- und klinischen Daten.
Eur J Neurol 2026;33(5):e70568.

Probiotische Nahrungsergänzung zur Linderung von Angstsymptomen bei Menschen mit Morbus Parkinson.
NPJ Parkinsons Dis 25.04.2026

Entwicklung eines Diagnosemodells auf Basis von Plasma-CDR1as und Alpha-Synuclein zur Erkennung leichter kognitiver Beeinträchtigungen bei Typ-2-Diabetes.
Mol Neurobiol 2026;63(1):588.

 
 
 
Zahl der Suizide durch weit verbreiteten Konservierungsstoff steigt

Zahl der Suizide durch weit verbreiteten Konservierungsstoff steigt

Ein weit verbreiteter Konservierungsstoff steht im Verdacht, für den jüngsten Anstieg der Zahl an Suiziden im Vereinigten Königreich verantwortlich zu sein. Zu diesem Ergebnis kommt eine Analyse der verfügbaren Daten für den Zeitraum 2019–2024, die in „BMJ Public Health“ veröffentlicht wurde.

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KURZMELDUNGEN:

Eine deutsche Studie zeigt dynamische Wechselwirkungen zwischen Glioblastomzellen und Mikroglia, die das Wachsen des Tumors beeinflussen können.
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Laut einer neuen Übersichtsarbeit teilen sich Schmerz und Kreativität überlappende neuronale Netzwerke.
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Rund jeder achte Deutsche leidet unter Flugangst, dabei handelt es sich um ein gut behandelbares Phänomen.
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TERMINE:

51. Jahrestagung der Gesellschaft für Neuropädiatrie
7. – 9. Mai 2026
Linz (Österreich)

31. Wissenschaftliches Symposium des Norddeutschen Suchtforschungsverbunds
12. Mai 2026
Hamburg

Psychiatrie und Psychotherapie Refresher Berlin (hybrid)
28. – 30. Mai 2026
Berlin

24. Münchner Neuroradiologie-Symposium
11. – 13. Juni 2026
München

 
 

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