|
Liebe Leserinnen und Leser,
epidemiologische Daten weisen darauf hin, dass die Chronifizierung von Schmerzen als ein Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen (KHK) gelten könnte. In zwei Kohorten mit mehr als 19.000 Teilnehmenden untersuchten Forschende aus China unterschiedliche Schmerzverläufe über einen Zeitraum von zehn Jahren. Dabei zeigte sich, dass insbesondere konstante und progressiv zunehmende Schmerzen signifikant mit einem höheren Risiko für KHK assoziiert waren, während abnehmende oder fluktuierende Schmerzverläufe keine signifikanten Zusammenhänge aufwiesen. Die Autoren betonen, dass chronische Schmerzen künftig stärker in die individuelle Bewertung des kardiovaskulären Risikos einfließen sollten, um Prävention und Therapie zu optimieren.
Die Ergebnisse einer australischen Metaanalyse deuten darauf hin, dass Erwachsene mit chronischen Rückenschmerzen in mehreren kognitiven Bereichen schlechter abschneiden als schmerzfreie Personen. In die Analyse von 26 Studien mit insgesamt 5572 Teilnehmenden flossen Daten zu Exekutivfunktionen, Gedächtnis, motorischen Fähigkeiten und Verarbeitungsgeschwindigkeit ein – in all diesen Domänen zeigten sich signifikante Defizite bei chronisch Schmerzgeplagten. Die Evidenz wurde insgesamt als niedrig bis sehr niedrig bewertet, dennoch unterstreichen die Ergebnisse die Notwendigkeit, kognitive Einschränkungen im Rahmen der Schmerztherapie mitzuberücksichtigen.
Lesen Sie mehr zu diesen und weiteren Themen aus der Allgemeinmedizin im heutigen Newsletter und auf unserem Nachrichtenportal.
Wir wünschen Ihnen eine interessante Lektüre und eine gute Woche.
|