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Liebe Leserinnen und Leser,
wenn es um die gesundheitlichen Risiken von Übergewicht und Adipositas geht, dann stehen neben einem Typ-2-Diabetes meist Herz-Kreislauf-, Nieren- und andere Gefäßerkrankungen im Fokus. Über Krebs wird hingegen erstaunlich selten gesprochen. Dabei ist der Einfluss von Übergewicht auf das Krebsrisiko weder neu noch kontrovers.
Tatsächlich kommt eine aktuelle Analyse von Forschenden des Deutschen Krebsforschungszentrums sogar zu dem Schluss, dass der Einfluss aufgrund unzureichender Parameter und methodischer Verzerrungen bislang womöglich deutlich unterschätzt wurde. Ergänzt man den umstrittenen Body-Mass-Index mit Angaben zu Taillenumfang und Taille-zu-Hüfte-Verhältnis und berücksichtigt man die Tatsache, dass Krebs auch schon weit vor der Diagnose zu ungewolltem Gewichtsverlust führen und den Zusammenhang verzerren kann, so zeigt sich: Der Anteil der durch Übergewicht verursachten Krebsfälle steigt von rund 5,5 Prozent auf bis zu 11,5 Prozent – und liegt somit womöglich rund doppelt so hoch.
Aktuellen Erkenntnissen zufolge spielt auch Prädiabetes eine entscheidende Rolle beim Krebsrisiko. Allerdings gibt es Hoffnung: So scheint eine Prädiabetes-Remission umgekehrt auch mit einer Reduktion des Krebsrisikos einherzugehen. Die Autoren eines Kommentars in der Fachzeitschrift „Nature Reviews Endocrinology“ appellieren daher, die Stoffwechselgesundheit fest in die Krebsprävention zu integrieren.
Doch welche Rolle spielen eigentlich GLP-1-Rezeptoragonisten (GLP-1-RA)? In der Vergangenheit haben mehrere Analysen bereits angedeutet, dass die Anwendung von GLP-1-RA mit einem geringeren Krebsrisiko assoziiert ist, wie auch jüngst eine Studie zu Brustkrebs darlegte. Eine Untersuchung von US-Forschenden liefert nun neue Hinweise für eine mögliche antitumorale Wirkung der Abnehmmedikamente. Ihre Ergebnisse zeigen nicht nur, dass Adipositas die Entstehung einer Leukämie begünstigt. Im Mausmodell führte eine Kombinationstherapie aus IL-17A-Antikörper und GLP-1-RA außerdem zu einer Reduktion der Leukämielast und Verbesserung der Antitumorimmunität.
Dieser Zusammenhang dürfte in Zukunft weiter an Bedeutung gewinnen und in prospektiven klinischen Studien untersucht werden. Derweil wächst das Angebot an verfügbaren inkretinbasierten Therapien unaufhaltsam weiter. Damit Sie nicht den Überblick verlieren, haben wir alle bislang zugelassenen Wirkstoffe sowie ausgewählte Pipeline-Kandidaten übersichtlich für Sie zusammengefasst.
Eine informative Lektüre und ein schönes Wochenende wünscht Ihnen
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