Ausgabe 30/2026

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Freitag, 24. Juli 2026

Liebe Leserinnen und Leser,

wenn es um die gesundheitlichen Risiken von Übergewicht und Adipositas geht, dann stehen neben einem Typ-2-Diabetes meist Herz-Kreislauf-, Nieren- und andere Gefäßerkrankungen im Fokus. Über Krebs wird hingegen erstaunlich selten gesprochen. Dabei ist der Einfluss von Übergewicht auf das Krebsrisiko weder neu noch kontrovers.

Tatsächlich kommt eine aktuelle Analyse von Forschenden des Deutschen Krebsforschungszentrums sogar zu dem Schluss, dass der Einfluss aufgrund unzureichender Parameter und methodischer Verzerrungen bislang womöglich deutlich unterschätzt wurde. Ergänzt man den umstrittenen Body-Mass-Index mit Angaben zu Taillenumfang und Taille-zu-Hüfte-Verhältnis und berücksichtigt man die Tatsache, dass Krebs auch schon weit vor der Diagnose zu ungewolltem Gewichtsverlust führen und den Zusammenhang verzerren kann, so zeigt sich: Der Anteil der durch Übergewicht verursachten Krebsfälle steigt von rund 5,5 Prozent auf bis zu 11,5 Prozent – und liegt somit womöglich rund doppelt so hoch.

Aktuellen Erkenntnissen zufolge spielt auch Prädiabetes eine entscheidende Rolle beim Krebsrisiko. Allerdings gibt es Hoffnung: So scheint eine Prädiabetes-Remission umgekehrt auch mit einer Reduktion des Krebsrisikos einherzugehen. Die Autoren eines Kommentars in der Fachzeitschrift „Nature Reviews Endocrinology“ appellieren daher, die Stoffwechselgesundheit fest in die Krebsprävention zu integrieren.

Doch welche Rolle spielen eigentlich GLP-1-Rezeptoragonisten (GLP-1-RA)? In der Vergangenheit haben mehrere Analysen bereits angedeutet, dass die Anwendung von GLP-1-RA mit einem geringeren Krebsrisiko assoziiert ist, wie auch jüngst eine Studie zu Brustkrebs darlegte. Eine Untersuchung von US-Forschenden liefert nun neue Hinweise für eine mögliche antitumorale Wirkung der Abnehmmedikamente. Ihre Ergebnisse zeigen nicht nur, dass Adipositas die Entstehung einer Leukämie begünstigt. Im Mausmodell führte eine Kombinationstherapie aus IL-17A-Antikörper und GLP-1-RA außerdem zu einer Reduktion der Leukämielast und Verbesserung der Antitumorimmunität.

Dieser Zusammenhang dürfte in Zukunft weiter an Bedeutung gewinnen und in prospektiven klinischen Studien untersucht werden. Derweil wächst das Angebot an verfügbaren inkretinbasierten Therapien unaufhaltsam weiter. Damit Sie nicht den Überblick verlieren, haben wir alle bislang zugelassenen Wirkstoffe sowie ausgewählte Pipeline-Kandidaten übersichtlich für Sie zusammengefasst.

Eine informative Lektüre und ein schönes Wochenende wünscht Ihnen




   Dr. Milo Klesse
   Redakteur Diabetologie/Endokrinologie

 

 
 
Krebsrisiko: Einfluss von Übergewicht wird möglicherweise deutlich unterschätzt

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Forschende im Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) zeigen in einer neuen Analyse: Werden aussagekräftigere Maße für Körperfett sowie methodische Verzerrungen berücksichtigt, sind mehr als zehn Prozent aller Fälle von Krebs auf Übergewicht zurückzuführen – fast doppelt so viele wie bisherige Schätzungen vermuten ließen.

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Prädiabetes-Remission könnte Krebsrisiko verringern

Die Remission eines Prädiabetes scheint weit mehr zu bewirken als nur die Entstehung eines Typ-2-Diabetes zu verhindern. Zwei Tübinger Professoren schlagen vor, die Rückkehr erhöhter Blutzuckerwerte in den Normalbereich als neues Ziel der Krebsprävention zu betrachten.

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Neue Maßstäbe bei CGM für Menschen mit
Typ-2-Diabetes

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Adipositas begünstigt die Entstehung von Leukämie – Kombinationstherapie zeigt präklinisches Potenzial

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US-Forschende haben neue Erkenntnisse darüber gewonnen, wie Adipositas die Entstehung von Leukämie begünstigt. Ihre Ergebnisse deuten darauf hin, dass sich dieser Mechanismus möglicherweise mit bereits verfügbaren Medikamenten gezielt beeinflussen lässt.

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Unsere Auswahl: Aktuelles aus internationalen Journals

Synergie zwischen Ernährung und Mikrobiom entscheidend für Wirksamkeit der Immuntherapie bei Adipositas.
Nature 08.07.2026

Adipositas und Krebs: Systematische Übersichtsarbeit und Metaanalyse.
Nat Metab 15.06.2026

Fallbericht: Periapikaler Abszess als Auslöser einer diabetischen Ketoazidose und einer reversiblen sepsisinduzierten Kardiomyopathie.
Front Endocrinol 15.07.2026

 
 

Inkretinbasierte Therapien: Zugelassene Wirkstoffe und Pipeline-Kandidaten im Überblick

Inkretinbasierte Therapien zur Behandlung von Patienten mit Diabetes und/oder Adipositas sind stark gefragt. Welche Wirkstoffe bereits zugelassen sind und welche sich aktuell in der Pipeline befinden, haben wir in diesem Beitrag übersichtlich zusammengefasst.

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Expertenkonsens sieht Ernährungsberatung als festen Bestandteil der medikamentösen Adipositas-Therapie

Expertenkonsens sieht Ernährungsberatung als festen Bestandteil der medikamentösen Adipositas-Therapie

Ein europäisches Expertengremium ist sich einig: Die medizinische Ernährungstherapie, regelmäßige körperliche Aktivität und psychologische Unterstützung sind für eine erfolgreiche und langfristige medikamentöse Adipositas-Therapie unerlässlich.

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PANORAMA:

Der Pharmakonzern Novo Nordisk hat die europäische Zulassung für orales Semaglutid erhalten. Damit ist die erste „Abnehmpille“ in der EU verfügbar.
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Ein Forschungsprojekt unter der Leitung der TU Dresden soll die Frage klären, ob ein sicheres Absetzen von Levothyroxin möglich ist.
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Prof. Antje Körner ist in Mexico City als erste deutsche Wissenschaftlerin mit dem Willendorf Award der World Obesity Federation ausgezeichnet worden.
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TERMINE:

Dimensions in Diabetes – The Endocrine Society’s 12th Annual Program
1.–2. August 2026
Mumbai (Indien)

4th Swiss Diabetes Tech Symposium 2026
3. September 2026
Bern (Schweiz)

52nd Annual Conference of the International Society for Pediatric and Adolescent Diabetes
4.–7. November 2026
Rio de Janeiro (Brasilien)

5th World Congress of Clinical Lipidology
4.–6. Dezember 2026
Berlin

 
 

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