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Liebe Leserinnen und Leser des Kompakt Gynäkologie,
in den vergangenen Tagen stand das polyzystische Ovarialsyndrom (PCOS) im Fokus mehrerer Studien. Forscher der Zhejiang University, China, beobachteten bei PCOS-Patientinnen eine signifikante Verringerung der mikrobiellen Vielfalt, insbesondere einen Rückgang von Parabacteroides merdae, einer mit der Stoffwechselgesundheit verbundenen Bakterienart. Die Serummetabolomik zeigte außerdem erhöhte BCAA-Werte, insbesondere Isoleucin, und reduzierte Werte kurzkettiger Fettsäuren in der PCOS-Gruppe. Die Forscher vermuten, dass P. merdae und BCAAs als Biomarker zur Identifizierung von Hochrisiko-Patientinnen dienen könnten.
Obwohl PCOS als eine der Hauptursachen für Unfruchtbarkeit gilt, sind die genauen Ursachen und Vererbungsmechanismen noch unklar. Forscher des Children's Hospital of Chongqing Medical University, China, haben nun Eizellen und Präimplantationsembryonen von PCOS-Patientinnen und unfruchtbaren Frauen ohne PCOS untersucht, die sich einer Fruchtbarkeitsbehandlung unterzogen. Die Forschung ergab weitreichende Störungen in der Aktivität von Genen, die für die frühe embryonale Genomaktivierung, Stoffwechselprozesse, epigenetische Regulation und Chromatinstruktur in Embryonen von Frauen mit PCOS verantwortlich sind. Die Behandlung betroffener Embryonen in vitro mit zwei PRC2-Inhibitoren (EED226 und Valemetostat) reduzierte die abnormalen H3K27me3-Werte und stellte die normale Genaktivität teilweise wieder her. Dies deutet laut den Autoren auf einen potenziellen therapeutischen Ansatz zur Korrektur epigenetischer Ungleichgewichte hin.
Das könnte Sie auch interessieren: Erstmals liegt für das PCOS eine umfassende S2k-Leitlinie vor, die unter Federführung der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie entstanden ist.
Ich wünsche Ihnen eine informative Lektüre und eine schöne Restwoche.
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